Parallele-Heiligtum

Veröffentlicht am 2021-05-02 In Leben im Bündnis

Dank für 50 Jahre – Schönstattfamilie Eichstätt feiert Jubiläum

DEUTSCHLAND, Schw. M. Elinor Grimm •

Königliche Hochzeit zum Auftakt tags zuvor – ein junger Mann aus der Schönstattjugend (SMJ) heiratete seine Kathi -, zum Abschluss, pünktlich nach der Krönungsfeier am 1. Mai: Regentropfen! So war die Krönungsfeier beim Parallele-Heiligtum in Kösching bei Ingolstadt umrahmt. —

In anderen Jahren waren es am 1. Mai immer um die 2.000 Pilger, aber die Pandemie hat eine Null gestrichen! Nur 200 waren im Freien rund ums Heiligtum zugelassen. Nummern und Texte reichten nicht aus. „Zaungäste“ verteilten sich noch auf Wald und Wiese. So hatten die kleinen Kinder wenigstens eine gute Gelegenheit zum Spielen.

Kein Gesang, aber viel Musik

Sieben Priester zelebrierten mit Domprobst Alfred Rottler und dem Leiter der Schönstatt-Bewegung in Deutschland, Pater Ludwig Güthlein, der es sich nicht nehmen ließ zu dieser Feier in seine Heimatdiözese zu kommen.

Zwar durfte man nicht singen, aber die KoLan-Band aus Kösching hat die Festmesse mit rhythmischen Liedern gestaltet zu ihrer eigenen und unserer Freude. Die Krönungsmesse war zwar nicht von Mozart, aber von einem wunderschönen Vogelkonzert begleitet. Wir waren ja mitten im Wald unter Buchen. Für die anschließende Krönungsfeier gab es ein eigenes Ensemble aus zwei Marienschwestern und einem ehemaligen SMJler, inzwischen Vater von drei Kindern. Mit viel Schwung hat er am E-Piano die Musikeinlagen gespielt, begleitet von Sr. M. Bernadette mit ihrer Querflöte.

Bei der Gabenbereitung brachten Vertreter der Gliederungen ihre Geschenke. Wie mag sich da die Königin gefreut haben? Und noch mehr die Kinder, als die Familien ihr Geschenk brachten: einen kleinen Sandkasten. Nahe beim Tagungshaus ist der neue Spielplatz geplant.

Nochmals wurden Krone und Zepter überreicht, Symbole, die früher in der Jugendbildungsstätte Haus Sonnenau im Eingangsbereich angebracht waren. Nach einem „Dornröschenschlaf“ werden sie bald wieder einen würdigen Platz im Jugendhaus finden. So versprach es Elisabeth von der MJF (Mädchen/junge Frauen). Eine „Feuerkrone“ brachte Lukas von der SMJ (Schönstatt-Mannesjugend); dieses feurige Geschenk der JM (Juventud Masculina) Mexiko wandert bei den jungen Burschen. Sie verbinden damit die Bitte um eine brennende Beziehung zu Maria.

Auch ein ansprechendes kurzes Krönungsgebet waren in der Vorbereitungszeit entstanden und ein zeitgemäßes Krönungslied.

Die „Beiträge-Krone“

Krönender Abschluss war die „Beiträgekrone“, die seit Wochen im Heiligtum mit kostbaren Gaben – glitzernden Steinen (Gnadenkapital) – gefüllt und geschmückt wurde. Auf einem „Kronenblatt“ konnte man sein Geschenk für die Königin, aber auch die Bitten aufschreiben. Das landete dann im Krug.

Und noch ein zwar unscheinbares, aber wichtiges Geschenk muss erwähnt werden, das Signet mit Symbolen für jede Teilgemeinschaft in der Diözese, das seinen Platz an der Wand des Heiligtums hat. Der Sprecher brachte zum Ausdruck, was Anliegen aller ist: „Stärke unser Miteinander! Nimm unsere Hingabe und unser Engagement. Erwähle dir gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen Generationen!“

 

Parallele-Heiligtum

Dank, Vertrauen, Hingabe

Bei der Krönungsfeier, die von den Stichworten Dank, Vertrauen und Hingabe geprägt war, kamen auch Vertreter aus anderen bayerischen Diözesen zu Wort, ähnlich wie vor 50 Jahren. Damals haben diese sich erstmals eingeschaltet in die Krönung.

Domkapitular Pfarrer Martin Emge, Präses der Bamberger Schönstattfamilie, gestand, dass er von den Eichstättern gelernt habe, die Dreimal Wunderbare Mutter zur Schutzfrau und Landesherrin zu erwählen!

Der Bewegungsleiter, Pater Ludwig Güthlein, ließ sich in der Predigt von den drei Kronen zu drei geistlichen Impulsen inspirieren. Er regte an, nachzuspüren, was der Hl. Geist heute unter uns wirken möchte. Er ist mitten unter uns, dessen dürften wir sicher sein. Es gelte, einen Neuanfang zu wagen im Vertrauen auf die Königin. Ihr stellten wir uns zur Verfügung, so wie wir sind, auch in unserer Ohnmacht. Durch die Pandemie hätten wir neue Erfahrungen von Kirche gemacht, Hauskirche gestaltet. Das gelte es zu vertiefen.

Durch die digitalen Möglichkeiten könnten wir zwar weltweit einander begegnen. Aber haben wir auch gelernt, einander wirklich, real zu begegnen? Dies stellte er als Frage in den Raum. Die Gottesmutter könne uns helfen zu größerer Wertschätzung von realen Begegnungen. Sie könne auch die Vision des Ursprungs neu in uns lebendig werden lassen, die Begeisterung der Anfangszeit in der Aufbauphase.

Schauen wir auch auf das, was unerfüllt geblieben ist

Im Liebesbündnis mit der Gottesmutter könnten wir sowohl auf die Tradition blicken, aber auch mit der Sensibilität der Jugend Neues wagen: „Lebendige Krone sein“ sagt dafür die MJF. Bei der SMJ gibt es eine Krönungsrunde, erklärte er uns, das Treffen der Verantwortlichen. Die Familien nannte unser Gründer „Fundament und Krone“ des Schönstattwerkes, ein hoher Anspruch, aber auch ein großes Vertrauen. Wichtig sei, dass wir uns an diesem Krönungstag ganz persönlich anregen ließen zum Neuanfang im Hl. Geist.

Als Geschenk brachte Pater Güthlein die „Pfingstnovenenfahne“ mit. Sie trägt als Motiv die Pfingst-Szene von der Innenseite des Tabernakels in den Schönstatt-Heiligtümern.

Am Ende der Feier konnte man weitere Kronen bestaunen. Beim Malwettbewerb haben teilweise Drei- oder Vierjährige wahre Kunstwerke angefertigt. Großartige Kronen sind entstanden, manche mit bunten Steinchen verziert. Im Heiligtum kann man sie noch bewundern.

Patrona Bavariae

„Die Pilgergemeinschaft beendete die von der KoLan-Band herrlich umrahmte Feier mit einem Weihegebet an die Patrona Bavariae, die instrumental gespielte Bayernhymne rundete – wie jedes Jahr – das Fest ab. Leider konnte man sich wegen der Pandemie nicht zusammensetzen“, meint jemand aus dem Vorbereitungsteam. „Aber alle waren froh, dass das Jubiläum zumindest in dieser Form möglich war, und alle freuen sich, wenn man sich nach Corona wieder ohne Abstand und auch zum Essen und Ratschen beim Schönstattzentrum treffen kann.“

Nicht ohne den traditionellen Regen

Erst ganz am Ende der Krönungsfeier fing es an zu tröpfeln. Wie könnte es auch anders sein – so der Bewegungsleiter – denn sowohl vor 50 Jahren als auch bei sonstigen wichtigen Ereignissen beim Parallele-Heiligtum habe es bisher immer geregnet. Der Regen habe aber nie die Menschen abgehalten, zu Maria zu kommen, besonders am Fest der Patrona Bavariae. Und schmunzelnd fügte er bei: „Sonst wäre die Feier ja nicht gültig gewesen in der Tradition beim Parallele-Heiligtum.“

Ein wunderschöner, königlicher Blumenstrauß für die Königin war das I-Tüpfelchen auf den Krönungstag. Er wurde von einem Herrn aus Kösching im Schwesternhaus abgegeben. All das sind Zeugnisse der Liebe zur Gottesmutter, der Maienkönigin!

Parallele-Heiligtum

Eine intensive Vorbereitung    

Seit Advent hat sich die Schönstattfamilie rund ums Parallele-Heiligtum auf diesen Tag vorbereitet. Am 6. April 2021 begann die Intensivphase mit einer Wallfahrt zum Liebfrauenmünster in Ingolstadt zum Gnadenbild der Dreimal wunderbaren Mutter – nicht wegen Corona, sondern wegen der zwei Kronen, die seit dem Marianischen Jahr 1954 beim Gnadenbild in Ingolstadt angebracht waren. Nachdem Künstler sie nicht zum ikonenmäßigen Bild passend fanden, landeten sie im Tresor im Münsterschatz.

Monsignore Maurer hat sie vor 50 Jahren als Dauer-Leihgabe erhalten. So kommt sehr schön die Beziehung der Schönstattkapelle zum Gnadenbild in Ingolstadt zum Ausdruck.

Auf dem neuen Krönungsbildchen wird der historische Zusammenhang erklärt:

Die beiden Kronen „sind … Symbol für ein geschichtliches Erbe. Im 17. Jahrhundert ging von Ingolstadt durch Pater Rem eine große Erneuerungsbewegung aus. Pater Kentenich erfuhr 1915 davon und war überzeugt, dass eine ähnliche religiöse Erneuerungsbewegung heute von den Schönstattheiligtümern ausgehen könne. Im Lichtrahmen um das Marienbild erinnert ‚Ingolstadt‘ an diese Parallele. Auch der Titel ‚Mater ter admirabilis‘ (Dreimal wunderbare Mutter) wurde für das Gnadenbild in Schönstatt übernommen.“

Dankbar können sicher alle dem Refrain des neuen Krönungsliedes zustimmen: „Maria, Himmel und Erde berühren sich im Heiligtum. Maria, Segen in Fülle schenkst du uns im Heiligtum. Sende uns, wir sind bereit. Bitte du den Heil‘gen Geist!“

Parallele-Heiligtum

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