Liebfrauenmünster Ingolstadt MTA

Veröffentlicht am 2021-04-24 In Leben im Bündnis

Die MTA gibt es schon viel länger als Schönstatt

DEUTSCHLAND, Schw. M. Elinor Grimm / Maria Fischer •

Beim „Paralleleheiligtum“ laufen unter Corona-Bedingungen die Vorbereitungen zur Krönungserneuerung nach 50 Jahren, am 1. Mai. —

Am 6. April in Ingolstadt

Auftakt war am 6.4. eine Feier „bei der MTA in Ingolstadt“. Das heißt, in der Gnadenkapelle des  Ingolstädter Münsters (Foto oben und links).

Was geschichtsbewussten und natürlich lokalen Schönstättern sofort verständlich ist, kurz erläutert: Die „MTA“ in Ingolstadt ist vielleicht der Ort, an dem sich Jesuiten und Schönstatt am tiefsten berühren.

Die MTA von Ingolstadt kommt eigentlich aus Rom, sieht der MTA von Schönstatt kaum ähnlich und hat doch viel mit ihr zu tun

Wir zitieren Karl Batz (zur Ausstellung: Die Jesuiten in Ingolstadt)

Eine Gruppe von Muttergottesbildern geht auf jenes Gnadenbild in Santa Maria Maggiore zu Rom zurück, das den Namen »Maria-Schnee-Bild« [ oder: Salus Populi Romani, Anm. d. R.] führt. Nach der Legende wurde der Bauplatz der größten Marienkirche Roms (daher der Name Maria die größere) wunderbarerweise dadurch gekennzeichnet, dass am 5. August des Jahres 352, also im Hochsommer, auf diesem Platz Schnee lag. Man hat deshalb früher auch in Bayern den 5. August als das Fest »Maria Schnee« gefeiert.

Dieses römische Maria-Schnee-Bild soll nach der Tradition eine Kopie des »Lukas-Bildes« in der Hodegonkirche in Konstantinopel sein. Die Legende erzählt, dass der hl. Evangelist Lukas dieses Hodegonbild nach dem Leben gemalt habe; deshalb ist der Hl. Lukas der Patron der Maler. Die römische Kopie des Lukasbildes aber sei durch die Kaiserin Pulcheria (414-453) dem Papst übersandt worden.

Es ist aber erwiesen, dass das heute in Rom vorhandene Bild dieses hohe Alter nicht besitzt, sondern wahrscheinlich eine römische Arbeit aus der Mitte des 13. Jahrhunderts ist, das alle Zeichen einer Kopie eines älteren Ikons an sich trägt. Von dem römischen Maria-Schnee-Bild wird nun behauptet, dass es nie kopiert werden durfte. Nur einmal habe ein Papst die Erlaubnis dazu erteilt, als sich nämlich Kardinal Karl Borromäus bei Papst Pius V. dafür verwandte, dass es dem Jesuiten-General Franz Borgias gestattet werde, eine Kopie für eine Mission der Gesellschaft Jesu in Brasilien anzufertigen. Damals seien gleich mehrere Kopien entstanden, wovon eine der hl. Franz Borgias 1571 dem Jesuiten-Kolleg in Ingolstadt schenkte.

Dieses Bild erhielt seine besondere Weihe durch die Verehrung, die Pater Jakob Rem ihm zuwendete. Da im Ingolstädter Konvikt Söhne der ersten Familien Bayerns erzogen wurden, gelangte das Gnadenbild sehr schnell zu besonderer Verehrung, um so mehr, nachdem Pater Rem 1604 in einer Stunde der Offenbarung für das Bild den Ehrentitel einer »Mater ter admirabilis« (dreimal wunderbare Mutter) empfangen hatte, den er von den Kolloquisten bei der Litanei dreimal wiederholen ließ. Unter diesem Namen der »Mater ter admirabilis« war es im 17. und 18. Jahrhundert eines der berühmtesten Gnadenbilder Bayerns. Durch die Aufstellung in der Konviktkapelle blieb die Verehrung des Bildes besonders mit den Mitgliedern der Ingolstädter Universität, sowie dem Kreis der Fürstlichkeiten und Gelehrten, die durch die Hohe Schule gingen, verbunden.

Im Jahre 1881, am Feste Maria Himmelfahrt, erfolgte die Übertragung in die Stadtpfarrkirche Unserer Lieben Frau, wo seither die Gnadenkapelle zu einem beliebten Andachtsort Ingolstädter wie auswärtiger Marienverehrer geworden ist.

Nachbildung des Bildes in der Konviktkapelle Ingolstadt

Nachbildung des Bildes in der Konviktkapelle Ingolstadt.

Die (gar nicht so) geheimnisvolle Parallele Ingoldstadt – Schönstatt

Hunderte Jahre später griffen ein junger Pallottinerpater und eine kleine Gruppe von Pallottinerstudenten im Teenageralter die Geschichte der Studenten um Pater Rem auf mit dem Wunsch, für Deutschland „und vielleicht noch darüber hinaus“ das zu sein und zu tun, was die jungen Leute des 1595 von Pater Rem gegründeten Colloquium Marianum damals waren und taten: Erneuerung und neuer Aufbruch, Apostel aus Leidenschaft. Mit der Idee jugendlicher Apostel übernahmen sie auch den Titel „Mater ter admirabilis“, und verbanden ihn mit ihrem Marienbild; und das alles unter dem jugendtypischen Geheimcode: „Parallele Ingolstadt – Schönstatt“.

Zurück zum Thema:

Aus der Kapelle der MTA in Ingolstadt sind seit diesem 6. April zwei Kronen als Leihgabe im Heiligtum in Kösching. 1971 haben sich die Schönstatt-Bewegungen aller bayerischen Diözesen in die Krönung eingeschaltet und die MTA zur Landesherrin für Bayern erwählt. Nun erneuern wir dies.

Es gibt jetzt ein neues, hoffentlich ansprechendes kurzes Krönungsgebet, auch ein schönes Gebetsbild ist im Druck. Sobald alles fertig ist, kommt es auf der Homepage von Schönstatt Eichstätt (www.schoenstatt-ei.de) vor allem für alle, die von zuhause aus mitfeiern.

Das Paralleleheiligtum hat ja auch internationale Bedeutung. Bei Dachaufahrten kommen immer wieder Gruppen dort vorbei.

Mehr (in Deutsch):
Jesuiten in Ingolstadt
Seite der Schönstatt-Bewegung im Bistum Eichstätt

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