Veröffentlicht am 2021-03-07 In Leben im Bündnis

Wir wollen lebendige Heiligtümer in der Uni sein

COSTA RICA, Giuliana Lanzoni Domian •

Gerade noch rechtzeitig, um den Monat März mit vollem Schwung zu beginnen, traf sich der Hochschulzweig der Mädchenjugend von Costa Rica, um mit neuer Kraft ins Jahr 2021 zu starten. Das Treffen fand im Haus der Schönstatt-Bewegung der Region Ost statt, einem wunderschönen Ort auf der Spitze eines Berges mit kühlem Klima und umgeben von üppiger Vegetation.  —

Der Zweck des Kick-Off-Tages war es, das neue Jahresmotto für die Studentinnen zu enthüllen und die Türen für neue Studentinnen zu öffnen, die sich den Lebensgruppen anschließen möchten. Es kamen gut 30 junge Frauen zusammen, eine gute Zahl im Kontext der Covid-19-Situation.

In früheren Jahren war es üblich, dass wir bei diesem ersten Treffen alle zusammenkamen, um unser Motto zu formulieren, das die Jahreslinie unserer apostolischen Arbeit als Studentinnen inspirieren sollte; das heißt, als ein Licht, das unseren Weg als junge Schönstätterinnen, Studentinnen, Töchter, Freundinnen, Verlobte usw. erleuchten sollte. Dieses Jahr war jedoch ein wenig anders. Jede Lebensgruppe führte im Vorfeld einen Workshop zu den Stimmen des Seins, der Seele und der Zeit durch, um Schlüsselwörter zu erhalten, aus denen die Mitglieder mit Hilfe des Heiligen Geistes ein Motto formulierten, das den Wunsch aller repräsentieren und das sie bei diesem Treffen bekanntgeben würden. So kam das Motto zustande: „Töchter des Heiligtums, Werkzeuge deiner Liebe“.

Das Heiligtum ist unsere Lebensquelle

In dem Wort „Töchter“  klingt an, dass viele unserer Probleme in der heutigen Welt daraus entstehen, dass Menschen sich nicht geliebt erleben, nicht das Gefühl haben, Gottes Tochter oder Gottes Sohn zu sein, Gottes Kind. Wir wollen Kindlichkeit pflegen, uns in unserer Zerbrechlichkeit und Kleinheit lieben lassen als Töchter Gottes, die zu einer besonderen und ursprünglichen Mission berufen sind. Vor vier Jahren,  bei der Kick-Off-Tagung 2017  am Vorabend der Einweihung unseres Heiligtums Familie der Hoffnung, war das Feuer der Mädchenjugend eine einzige Glut, weil wir endlich ein Heiligtum hatten. In diesem Moment gab uns der Heilige Geist das Motto: „Töchter des Heiligtums, Licht für die Welt“. Heute wird uns wieder dieser Anfang geschenkt, „Töchter des Heiligtums…“, wir wollen zurück zum Heiligtum, zu unserem Fundament, es zurückerobern. Wir wissen, dass dieser heilige, gnadenreiche Ort unsere Lebensquelle ist. Und wir wollen lebendige Heiligtümer sein!

Uns für das Schicksal der anderen einsetzen

Aus der Vertrautheit mit Gott und der Einheit, die aus dem Heiligtum Familie der Hoffnung geboren wird, haben wir den Wunsch, hinauszugehen, um anderen zu begegnen und uns mit ihrem Schicksal zu verbinden. Wir wünschen uns, Werkzeuge der Liebe Gottes zu sein und unsere Herzen immer mehr zu bekehren. Töchter zu sein, und deshalb als sein Werkzeug immer das tun zu wollen, was Gott gefällt. Wir kehren zum Durst nach Gott in unserem Herzen zurück, um alles von Ihm zu empfangen und es anderen geben zu können.

 

 

Un-bequeme Frauen

Auf der anderen Seite debütierte Maricruz Garcia, die neue Beraterin der Mädchenjugend, mit ihrem Vortrag: „Frauen, die un-bequem sind, wie Maria“ über die Wichtigkeit, aus unserer Komfortzone in die Lernzone zu gehen, um JA zum Willen Gottes des Vaters zu sagen, wie Maria. Sie führte aus, dass Angst einer der Hauptfeinde der Freiheit ist, weil sie die Realität verzerrt und uns unfähig macht, Werkzeuge der Liebe Gottes zu sein. Aus dieser Reflexion heraus begannen wir einen persönlichen Workshop aus den Stimmen von Sein-Zeit-Seele und der offenen Türen, um uns selbst zu fragen: Was würden wir tun, wenn wir nicht solche Ängste hätten. Was schlägt Gott uns vor und was trauen wir uns nicht, es anzugehen?

Bis an die Enden der Erde

Den Abschluss bildete am Abend ein gemeinsames Gebet im Garten des Hauses rund um das neue Motto, begleitet von Liedern, die von einigen der jungen Frauen gesungen wurden. Dazwischen war eine besondere Zeit für den Wechsel der Leiterinnen der Gliederung für das Jahr 2021 vorgesehen. Wir gratulieren Sofia Brenes und Ana Lucia Piza zu ihrem Engagement und ihrer Hingabe in einer Zeit großer Herausforderungen, aber auch großer Fruchtbarkeit. Wir sind dankbar für das JA der neuen Leiterinnen: Gloriana Figueroa (Leiterin von Cartago), Mariana Ramos (Leiterin der Region Ost) und Giuliana Lanzoni (Leiterin der Region West).Pater Kentenich spricht einmal davon, dass sich die Mauern des Heiligtums weiten und erweitern. Das ist es, was alles zusammenfasst.

 

Strömungen entstehen von unten, sie werden nicht von oben geplant

Pater José Luis Correa, der nicht an dem Treffen teilnehmen konnte, schrieb in einem Brief an die Teilnehmerinnen:

Auf jeden Fall gilt, was Pater Kentenich einmal zur Mädchenjugend in Argentinien sagte: Es ist nicht die äußere Organisation, die euch zu Töchtern Schönstatts macht. Die Organisation ist nur ein Skelett: Sie hat sicherlich ihre Daseinsberechtigung, aber zu dem Skelett muss man ‚Fleisch‘ hinzufügen, also Leben.
Die Struktur steht im Dienst des Lebens und soll es nicht ersticken, sondern es kanalisieren, es in das Notwendige und Angemessene „einordnen“. Das Wichtigste ist, ich wiederhole es, das Leben, und das spielt sich auf lokaler Ebene ab, in jeder Gruppe und in jeder diözesanen/lokalen Gliederung. Wenn weitere Makro-Strömungen des Lebens auftauchen, wie es zum Teil inmitten der Pandemie mit der Erarbeitung und Einweihung vieler Ihrer Hausheiligtümer geschah (und ich gratuliere Ihnen dazu!), sind sie willkommen. Sie entstehen, von unten, aber Strömungen sind nie geplant, sie sind nicht künstlich erfunden oder autoritativ auferlegt.

Raus der Annehmlichkeit

Wie Maricruz sagte, ist es an der Zeit, aus einer gewissen Lethargie herauszukommen, in der man in die Komfortzone fallen kann, in der es bequemer ist, a la carte zu wählen, was für mich funktioniert und was ich mag, und sich hinter den Bildschirmen zu verstecken (manchmal). Vielleicht hat die Routine dieser Pandemie-Monate unseren Eifer abgekühlt (hoffentlich nicht ausgelöscht). Dem Gesetz der Schwerkraft müssen wir einen neuen Impuls in Richtung des Höchsten, des Edelsten und Heiligsten geben (oder setzen).

Aus unserer Bequemlichkeit (und Mittelmäßigkeit) herauszukommen, um zu stören, indem wir „Durcheinander machen“, wie Papst Franziskus bat. Nicht um zu zerstören (hüten Sie sich davor, sich direkt oder indirekt an Vandalismusakten und blasphemischen Parolen am Internationalen Frauentag zu beteiligen und zu Komplizen zu werden. Das ist nichts für uns)!

Wir nehmen teil an der Revolution der Zärtlichkeit, zu der der Papst aufruft.

Ich schließe mit Worten unseres Gründers:

„Im Schönstatt-Heiligtum schenkt uns die Gottesmutter die Gnade, lieben zu lernen. Kommt also an diesen Ort, wenn ihr eine echte Schönstatt-Mädchenjugend werden wollt (…) Nur Leute, die sich erziehen lassen wollen, sollen hierher kommen (…) Wir wollen hier keine Massen (…) Vielleicht werden später Massen kommen, wenn die Gottesmutter von hier aus genügend Apostel bildet, die fähig sind, diese ‚Massen‘ zu erziehen und zu führen.“ (Anm. d. Übersetzers: Frei rück-übersetzt, Originalzitat nicht identifizierbar).

Schönstatt ist eine Erziehungs- und Erneuerungsbewegung. Schönstatt ist kein Zeitvertreib, keine Tätigkeit neben vielen anderen.

„Ich würde nicht wollen, dass ein Schönstätter sich damit zufrieden gibt, ‚von Tag zu Tag zu leben'“, so Pater Kentenich. Niemals, denn wer im Leben nicht vorangeht, stagniert nicht nur, sondern geht rückwärts.“ (Anm. d. Übersetzers: Frei rück-übersetzt, Originalzitat nicht identifizierbar).

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

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