Veröffentlicht am 2020-11-01 In Leben im Bündnis

Die Mütterbewegung in Costa Rica reagiert auf die veränderte Realität der Frauen

COSTA RICA, Marta Herrera •

Die Schönstatt-Bewegung in Costa Rica ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Erst recht dank der großen Chance, im Schatten unseres Filialheiligtums „Familie der Hoffnung“ zu wachsen und uns zu binden, nicht nur unter den Mitgliedern der verschiedenen Gliederungen, die es innerhalb der Bewegung in Costa Rica gibt, sondern auch mit Menschen aus der Gemeinde und darüber hinaus, die es gewohnt sind, diesen Gnadenort physisch und virtuell zu besuchen. Sie tun dies, indem sie nicht nur an den verschiedenen organisierten Aktivitäten wie Vorträgen usw. teilnehmen, die für alle offen sind, sondern auch an den täglichen Eucharistiefeiern. —

Die verschiedenen Gliederungen der Bewegung sind an Zahl gewachsen, und die Frauen-(Mütter-)Gliederung bildet dabei keine Ausnahme. Es war ungefähr im Jahr 2000, als diese ihre ersten Schritte unternahm, und ich gehöre seit dem 6. August 2008 mit großem Stolz und Glück dazu. Etwa 18 Jahre lang arbeitete diese Gliederung vormittags, wo wir von der MTA empfangen, ausgebildet und erzogen wurden, um unser tägliches Leben in den verschiedenen Lebensbereichen als Ehefrauen, Mütter, Töchter, Schwestern usw. großmütig zu gestalten und nicht nur unser geistliches Wachstum zu fördern, sondern auch unsere Umgebung so gut wie möglich zu gestalten.

Abendgruppen

Im Laufe der Zeit hat die Welt Veränderungen durchgemacht, die sich auf die eine oder andere Weise auf unser Leben und das unserer Familien ausgewirkt haben. Die massive Eingliederung von Frauen in die Arbeitswelt, sei es in der Wirtschaft, in der Regierung oder in anderen Bereichen, war eine davon, wodurch sich ihre tägliche Arbeit verdoppelt hat, weil sie als Mutter und Ehefrau weiterhin „sehr wichtige Figuren“ sind und bleiben werden, es ihnen aber gleichzeitig gelingt, ihre unvergleichlichen weiblichen Qualitäten und von Gott gegebenen Talente in ein Arbeitsumfeld innerhalb der Gesellschaft einzubringen, in die sie eingetaucht sind.

So haben sich in Costa Rica die damaligen Leiterinnen der Mütterbewegung sehr treffsicher die Aufgabe gestellt, Gruppen in die Abendstunden zu legen, als Antwort auf die Stimmen der Zeit und die Bitten der Frauen, die gerne mitmachen wollten, aber tagsüber arbeiteten. Mit der Unterstützung unseres Beraters, Pater José Luis Correa, war es möglich, diese neue Nische zu öffnen, um den Bedürfnissen gerecht zu werden. Der 21. März 2018 ist ein denkwürdiger Tag, denn wir konnten junge Frauen (im Alter), mit wenigen Ehejahren, mit kleinen Kindern, in Schwangerschaft oder mit der Hoffnung auf eine Schwangerschaft zusammenbringen.

Es war ein wahrer Segen, dass sie auf diese Weise die Möglichkeit haben, die asketischen Mittel unserer Bewegung kennenzulernen, und vor allem ihre Kommentare, Geschichten und Zeugnisse austauschen. Ich habe daran teilgenommen und kann garantieren, dass die Schwierigkeiten, Unterschiede und „Steinchen“, die wir alle in unserem täglichen Leben, in den verschiedenen Rollen, durchmachen müssen, ohne die Hilfe des zurückgelegten Weges und die Erfahrungen unserer Bewegung nicht auf die gleiche Weise überwunden würden.

Über Grenzen hinweg

Es spielt keine Rolle, ob innerhalb derselben Gruppe einige aufgrund ihrer Persönlichkeitsmerkmale, andere aufgrund ihrer Verfügbarkeit, ihrer Talente oder ihres Engagements die Vorteile schneller oder langsamer erfahren werden. Wichtig ist, dass ich bezeugen kann, dass alle nicht nur in ihrem persönlichen Leben, sondern auch in ihrem Familien- und Berufsleben davon profitiert haben. Diese erste Gruppe -Rosario de Estrellas, Sternen-Rosenkranz-, insgesamt dreizehn Mitglieder, ist erwähnenswert, da sie nicht nur aus Costa Rica stammen, sondern auch aus anderen Ländern unseres Kontinents, wie: Argentinien, Kanada, El Salvador und Venezuela. Diese Gruppe wird ein sehr wichtiger Teil in der Geschichte unserer Gliederung und unseres Landes sein, da sie die Pioniere eines neuen Weges sind. Mit großem Glauben und hohen Erwartungen hoffen wir, dass sich daraus eine Chance für viele Frauen ergibt, die wie sie wünschen, in der Schönstatt-Bewegung mitzumachen, aber eben zu Zeiten, die sich mit ihrem Familien- und Berufsleben vereinbaren lassen.

Covid-19: ein echter Ansporn

Diese Pioniere, von denen ich gesprochen habe, haben am 20. Oktober 2020 den so ersehnten Momen erreicht: das Schließen ihres Liebesbündnisses, das bei verschiedenen Gelegenheiten und aus verschiedenen Gründen immer wieder verschoben werden musste. Auf die eine oder andere Weise waren sie alle involviert (und das werden wir nie vergessen). Covid-19 war jedoch weit davon entfernt, ein Grund für Enttäuschung, Desinteresse oder Verzicht zu sein, sondern genau das Gegenteil: Stärke, Engagement und ein viel größerer Wunsch. Sie nutzten jede Minute des Wartens darauf, sich zu erziehen, ihre Bindungen zu stärken, Beiträge zum Gnadenkapital zu sammeln und eine umfassendere Vorbereitung zu haben, und das sowohl persönlich wie auch als Gruppe. Im Moment des Bündnisschlusses waren dann einige von ihnen persönlich und andere virtuell, aber alle mit offenem Herzen, in dem Wissen, dass dieses große Ereignis ihr Leben für immer und zum Besseren verändern würde, dabei.  Es war schön, das individuelle Siegel zu erleben, das jeder einzelne in seinem Moment aufsetzen konnte, was es sehr emotional und schön machte.

Eine Aufgabe

Sie wissen, dass es jetzt erst losgeht, dass sie ihr Liebesbündnis praktisch umsetzen müssen, und jeden Augenblick – egal was es ist – mit einem Blick des Glaubens und der Hoffnung zu leben. Wie viele andere aus der Gemeinschaft werde ich jeden Tag darum bitten, dass sie alle in ihrer Zeit auch anderen die Möglichkeit geben können, das, was sie mit der Gnade Gottes erlebt haben, zu leben und zu fühlen.

Und es beginnt. Eine von ihnen, in Costa Rica lebende Venezolanerin, hat als Apostolat die Gründung der Schönstatt-Mütterbewegung in Venezuela übernommen. Die erste Gruppe dort hat bereits begonnen.

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