Veröffentlicht am 2020-04-23 In Leben im Bündnis

Abbé Adelin Gacukuzi aus Burundi neuer Rektor des Heiligtums in Cambrai

FRANKREICH, Maria Fischer •

Google sei Dank, sonst hätten wir es vielleicht gar nicht erfahren: Am 22. April veröffentlichten die französische Zeitung La Voix du Nord ebenso wie Mondafrique, ein Informationsportal zum französischsprachigen Afrika, eine Meldung, die für die Schönstatt-Bewegung weltweit von großem Interesse ist. Seit dem 17. März ist Abbé Adelin Gacukuzi aus Burundi, ehemaliger oberster Militärseelsorger der burundischen Verteidigungskräfte (FDNB) im Rang eines Generals, Rektor des „Heiligtums der Einheit“ in der Nähe von Cambrai, dort, wo Joseph Engling gegen Ende des Ersten Weltkrieges, am 4. Oktober 1918, ums Leben gekommen ist. Abbé Adelin Gacukuzi gehört zur Gründergeneration des Institutes der Schönstatt-Diözesanpriester in Burundi.—

 

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Bildstock beim Heiligtum der Einheit. Foto: Javier Lucin

Nach fünf Jahren engagierten Einsatzes wurde Abbé Jean-Marie Moura aus dem Diözesanklerus des Bistums Cambrai als Rektor abgelöst und Abbé Adelin Gacukuzi am 17. März 2020 zum Rektor des Marienheiligtums der Gottesmutter von Schönstatt in der Nähe von Cambrai ernannt. Abbé Jean-Marie wird weiterhin am Heiligtum tätig sein, wie der neue Rektor in seinem ersten Brief an die französische Schönstattfamilie schreibt.

Abbé Adelin Gacukuzi, so die Information bei Mondafrique,  war 26 Jahre lang Miltärseelsorger der burundischen Verteidigungskräfte (FDNB) im Rang eines Brigadegenerals und trat am 8. März 2020 nach einer Danksagungsmesse in Bujumbura im Beisein von zahlreichen zivilen und militärischen Persönlichkeiten, in den Ruhestand. Er traf am 16. März 2020, am Vorabend seiner Ernennung durch den Bischof von Cambrai, Vincent Dolmann, in Frankreich ein. Kurz vor dem Verhängen der Reisebeschränkungen und des Lockdown in Frankreich aufgrund der Pandemie hatte er es geschafft, den letzten Flug nach Paris zu erwischen.

Ein Priester an allen Fronten

Abbé Adelin  hat die oft tragischen Ereignisse in seinem Land aus nächster Nähe miterlebt, aber er hat auch an externen Operationen der UNO teilgenommen, bei denen das burundische Kontingent präsent ist, wie z.B. in Somalia und der Zentralafrikanischen Republik.

Nun also kommt er an das einzige Schönstatt-Heiligtum in Frankreich, das im September 1965 eingeweiht wurde. Damals gab es keine Schönstatt-Bewegung in Frankreich, und auch heute steht diese noch ganz am Anfang. Das Heiligtum der Einheit ist eines der wenigen Schönstatt-Heiligtümer, das bewusst an einem historischen Ort der Schönstattgeschichte errichtet wurde (immer in der Hoffnung, Bewegung nachzuziehen): am Ort des Lebensopfers von Joseph Engling, dessen Tod Pater Kentenich damals mit „Nun ist Schönstatt angenommen“ kommentierte.

In einem Artikel von Hermès Ntabiriho auf schoenstatt.org aus dem Jahr 2015 erfahren wir:

„Im Jahre 1989 wurden zwei Diakone aus Burundi als Kandidaten für das Schönstatt-Institut Diözesanpriester aufgenommen. Ein Jahr später wurden Denis Ndikumana und Adelin Gacukuzi von Papst Johannes Paul II. bei seinem historischen Besuch in Burundi zu Priestern geweiht. An diesem Freitag, 4. Dezember 2015, feierten die vielen Priester dieses Schönstatt-Institutes offiziell die Gründung, die Geburt einer neuen Regio.“

Gründung der Nazareth-Regio des Instituts der Schönstatt-Diözesanpriester 2015

„Ich war wieder holt bei ihm zu Hause, kenne seine Mutter und Geschwister“, sagt Mons. Dr. Peter Wolf, ehemaliger Generalrektor des Institutes. „Er war der oberste Militärpfarrer in Burundi und hat mich gut beschützt in den Zeiten des Kriegszustandes. Oft war ich in seinem Militätauto unterwegs und zwei Soldaten bewachten uns auf dem Rücksitz mit Maschinengewehren.“

Eine Botschaft auch für heute: „Sie will Menschen schaffen, die so gewandelt sind, dass sie fähig sind, auch die heutige und die kommende Zeit zu meistern.“

In seinem ersten Brief (vom 04.04.2020) greift der neue Rektor die letzte öffentliche Ansprache von Pater Kentenich auf – an die Wallfahrer aus Cambrai, die am 7. September nach Schönstatt gekommen waren:

„Ich nehme zunächst einmal an, dass Sie mit großen Erwartungen hergekommen sind. Und wenn ich mich so frage: weshalb sind Sie hergekommen, dann meine ich sagen zu dürfen: Nachdem die Gottesmutter drüben in Cambrai ein Heiligtum sich hat errichten lassen, ist sie es gewesen, die in geheimnisvoller Weise Sie angezogen hat. Sie kommen also vom Heiligtum der Einheit zum Urheiligtum in Schönstatt.

Sie haben natürlich auch eine Menge Erwartungen mitgebracht. Ja, was mögen das denn für Erwartungen sein? Ich habe mir eben sagen lassen dürfen, Sie seien hergekommen, um die Gottesmutter besser kennen und lieben zu lernen. Ja, was heißt das nun? Oder darf ich besser fragen: Haben Sie denn nun auch die Gottesmutter besser kennen und lieben gelernt?

Ich weiß ja nicht, ob und wie weit Sie einigermaßen jetzt verstehen den Unterschied zwischen dem Heiligtum in Schönstatt und den anderen Wallfahrtsorten. Das ist so: In Schönstatt hat die Gottesmutter sich niedergelassen einerseits als die große Erzieherin der heutigen Völker und andererseits als die große Führerin derer, die sie erzogen, hinein in die heutige Welt, um die Auseinandersetzungen geistiger Art zugunsten Gottes wirksam werden zu lassen. Sie dürfen nicht übersehen, dass die Gottesmutter sich hier hat niedergelassen 1914, also am Anfange des Weltkrieges, des Ersten Weltkrieges; und mit 1914 beginnt an sich die neueste Zeit, die moderne Zeit mit ihren ungeheuren Wirren im Raume der Kirche und außerhalb des Raumes der Kirche. Und die Gottesmutter hat sich deshalb hier niedergelassen, um echte Führerpersönlichkeiten zu erziehen für diese neue, revolutionierte und revolutionierende Zeit.“

Pater Kentenich weist dann darauf hin, dass „die Gottesmutter von hier aus in eigenartiger Weise ihre Herrlichkeiten der Welt offenbaren will. Und was ist das für eine Herrlichkeit, die sie offenbaren will? Das ist nicht zunächst ihre Macht, kranke Körper zu heilen – auch das kann sie natürlich von hier aus, wenn sie will -, also sie will hier ihre Herrlichkeiten nicht dadurch offenbaren, dass sie Wunder in der physischen Ordnung wirkt, sondern sie möchte hier Wunder in der moralischen Ordnung wirken. Was sind das für Gnaden? Das ist die Gnade der seelischen Wandlung, der seelischen Beheimatung und der seelischen Fruchtbarkeit. (…) Sie will Menschen schaffen, die so gewandelt sind, dass sie fähig sind, auch die heutige und die kommende Zeit zu meistern. Wir hören das ja heute von allen Dächern pfeifen, singen und sagen, die neue Zeit verlange eine neue Art des Christentums und eine neue Art von christlichen, von katholischen Menschen. Sehen Sie, diesen neuen Menschen wollte sie schaffen helfen und will sie schaffen helfen von ihren Heiligtümern aus.

Sehen Sie, und eines dieser Gnadenwunder der seelischen Wandlung hat sie in glänzender Weise vollzogen an Josef Engling. Sie dürfen nicht übersehen, ich habe eben gesagt, dass die neueste Zeit 1914 begonnen (hat). Sehen Sie, 1914 – überlegen wir – Josef Engling ist also am Anfang der neuesten Zeit von der Gottesmutter erzogen und geformt worden. Sie wollen ja die Gottesmutter besser kennenlernen – sie wird hier und ist hier wirksam als die große Erzieherin des neuen Menschen und der neuen Gemeinschaft.“

Herzlichen Glückwunsch, Abbé Adelin, und Gottes Segen für Ihre Arbeit am Heiligtum der Einheit!

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Foto: Javier Lucin


 

Webseite: www.sanctuairedelunite.fr

Mit Information aus den folgenden Medien:

https://mondafrique.com

https://www.lavoixdunord.fr

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