Fiesta de Sión

Veröffentlicht am 2020-03-02 In Leben im Bündnis

Das „Sionsfest“, eine Tradition zum Beginn des Jahres

ARGENTINIEN, Claudia Echenique •

Es war 20 Minuten vor 11 Uhr, dem Zeitpunkt, an dem die Messe beginnen sollte, und es waren nur etwa 30 Personen anwesend. Karneval, langes Wochenende, manche noch im Sommerurlaub… Würden überhaupt noch Besucher kommen? Wenige Minuten danach kommen zwei Busse an, und alle Stühle sind besetzt. Das Sionsfest könnte man auch als „Fest der Treue“ bezeichnen, denn Jahr für Jahr begleiten viele die Schönstatt-Patres aus der Vater-Regio in Florencio Varela zum Jahrestagder Weihe ihres Heiligtums. In den Wochen und Tagen zuvor hieß es in den Botschaften von Whatsapp immer wieder: „Fährst du nach Sion?“, „Wir sehen uns in Sion, ja“, „Wer braucht einen Platz im Auto/Bus, um nach Sion zu fahren?“ Es ist fast schon eine Tradition, das Schönstattjahr mit dem Sionsfest zu beginnen.—

Wie jedes Jahr fand sich die regionale Gemeinschaft auch zu diesem 26. Jahrestag der Weihe des Heiligtums zusammen. Diesmal trafen auch fast alle Patres der paraguayischen Delegation ein, dazu kamen Pater Facundo Bernabei, der aus Rom angereist war, und Pater Juan Pablo Catoggio, Generaloberer der Schönstatt-Patres, der aus Schönstatt gekommen war und Hauptzelebrant der heiligen Messe war. Der Tag war sonnig, ohne übermäßige Hitze, und der Baumhain um das Heiligtum bildet bereits eine natürliche Kapelle mit wohltuendem Schatten.

02 Sion 2020

Während der Messe

Ein Schrecken, der alle im Gebet vereint

Viele Marienschwestern aus Nuevo Schoenstatt (12 Blocks von Sion entfernt) waren bei der Versammlung anwesend. Während des Einzugs der Priester gab es einen großen Schrecken. Sr. M. Alejandra wurde ohnmächtig, und ein Krankenwagen musste gerufen werden, um sie ins Krankenhaus zu bringen. Der Beginn der Messe wurde verschoben, und etwa 15 Minuten lang beteten alle in einer angespannten Ruhe für die Schwester, während ihr die anwesenden Ärzte zur Seite standen. Während ich diesen Artikel schreibe, habe ich die Nachricht erhalten, dass Schwester Alejandra schon wieder aus dem Krankenhaus Mater Dei entlassen worden ist.

Als alles vorbei war, begrüßte P. Tommy Nin Mitchel, der Regionalobere, die anwesenden Gemeinschaften: Mar del Plata, Escobar, Villa Ballester, Buenos Aires, Adrogué, Pilar, San Isidro und zwei Ehepaare aus Paraguay.

Dann betonte Pater Juan Pablo in der ersten Begrüßung der Messe die Anwesenheit von P. Claudio Giménez, emeritierter Bischof von Caacupé, „den wir jetzt für Tuparenda zurückgewonnen haben,wo er wieder in der Gemeinschaft lebt.“ Auch die beiden Priester, die 2019 geweiht wurden, die Patres Pancho Bosch und Cristián Rodríguez Robles Terán, wurden der Versammlung vorgestellt. Interessantes Detail am Rand: en konzelebrierten 26 Patres, einer für jedes Jahr des Heiligtums!

26 Konzelebranten

Die Seligen des Evangeliums sind nicht die Seligen der heutigen Welt

In seiner Predigt bezog sich Pater Juan Pablo auf das Evangelium (Matthäus 5,38-48), das in der Sprache der heutigen Welt „wir wie folgt übersetzen könnten:  ‚Ihr hört sagen, glücklich sind die Reichen, ich aber sage euch: Glücklich sind die Armen; ihr hört sagen: Glücklich, die immer Spaß haben; ich aber sage euch: Glücklich, die ein reines Herz haben und sich nicht nur von ihren Wünschen mitreißen lassen. Glücklich die Mächtigen, sagt man heute, ich aber sage euch: Glücklich die Sanftmütigen. Die Glücklichen des Evangeliums, die wirklich Glücklichen, Seligen, sind nicht die Glücklichen der heutigen Welt.“

Er erklärte weiter: „Jesus spricht zu uns von einer größeren Liebe, die über das Gesetz hinausgeht. Er begnügt sich nicht mit dem Minimum, sondern versucht, das Maximum zu geben. Es ist eine Liebe, die über die Verpflichtung hinausgeht, die frei ist. Sie geht über das Notwendige hinaus, denn sie fragt nicht, was ich zu tun habe, sondern was ich noch tun kann. Dann geht es nicht mehr um „was muss ich tun“, sondern um „was kann und will ich jeden Tag tun“.

Eine Liebe über alle Spaltungen hinaus und jenseits des Beifallheischens

Es ist eine Liebe jenseits aller Unterschiede, aller Risse, aller Ideologien, die uns unterscheiden können, aller Ängste, die wir haben können. Es ist eine Liebe, die über Anerkennung, Applaus oder Belohnung hinausgeht, denn sie erwartet das nicht.

Er betonte auch: „In Schönstatt kennen wir diese Sprache, wenn wir von einer hochherzigen Liebe sprechen. Pater Josef Kentenich spricht bereits in der ersten Gründungsurkunde davon. Es ist die Liebe, die wir leben wollen, wenn wir das Liebesbündnis leben. „Nicht schlechthin das Große und Größere, sondern geradezu das Größte soll Gegenstand unseres gesteigerten Streben sein.“ Das ist die Heiligkeit, die unser Land und unsere Gesellschaft heute braucht. Die Gottesmutter erwartet von uns Heiligkeit im Heiligtum, alltägliche Heiligkeit“.

 

Mittendrin im Nationalen Marianischen Jahr in Argentinien

Dieses Jahr feiert Argentinien das Marianische Jahr, und „wir freuen uns darüber, obwohl wir Schönstätter immer in einem ‚Marianischen Jahr‘ leben“. Jeder Tag ist marianisch und jeder Augenblick gehört der Gottesmutter. Dieses Jahr leben wir es also doppelt und müssen sehen, wie wir unser Liebesbündnis intensiver leben können, über unsere Selbsthingabe, unseren Dienst, unsere Großzügigkeit, unser Gnadenkapital hinaus“, so Pater Catoggio.

Er schloss mit der Bitte: „Maria, die Muttergottes der Seligpreisungen, lehrt uns, diese größere, großzügigere, radikalere und großmütigere Liebe zu leben und, wie das Motto des Marianischen Kongresses sagt, Mutter des Volkes und unserer Hoffnung zu sein.“

 

Die beiden Neupriester

Begegnungen, Gespräche, Wiedersehen

Vor dem Schlusssegen beteten alle das Gebet des Marianischen Jahres, und P. Juan Pablo erwähnte die Nachricht, dass Papst Franziskus am Tag zuvor , das Dekret der heroischen Tugenden verabschiedet hat, mit dem der chilenische Ingenieur Mario Hiriart jetzt als „verehrungswürdig“ gilt.

Am Ende der Messe blieben alle Patres zwischen den Bäumen stehen, um alle Anwesenden zu begrüßen und sich mit ihnen zu unterhalten. Es war eine Gelegenheit zum Dialog, vor allem mit denjenigen, die in den Niederlassungen von Córdoba, Tucumán, Paraguay und Rom leben, die man im Laufe des Jahres im Großraum Buenos Aires nicht so oft sieht.

Das Mittagessen fand rund um den Josef-Engling-Saal statt, wo Gespräche und Begrüen fortgesetzt wurden. Die Gemeinschaft von La Plata war damit beauftragt, die Patres bei der Organisation der Feier zu unterstützen. Es war sehr schön zu sehen, wie die Paare die Sandwiches vorbereiteten, die Hamburger und Würstchen grillten, während einige ihrer Kinder im Chor sangen, der die Liturgie der Messe und die Anbetung am Nachmittag musikalisch gestaltete.

Jugendchor

Fotoalbum (Claudia Echenique):

2020 Fiesta Sion del Padre

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