Veröffentlicht am 2. Dezember 2019 In Leben im Bündnis

„Folge mir“ – Priesterweihe von Francisco „Pancho“ Bosch

ARGENTINIEN, Claudia Echenique •

„Welche Arbeit hast du gerade getan, und was hat Jesus zu dir gesagt? Er fand dich an deinem Tisch, bei deinen Netzen, in deinen Sachen. Zu deiner Überraschung und zur Überraschung vieler erklang seine Stimme in deiner Seele: Pancho, folge mir; und da bist du nun“, so die Worte von Bischof Francisco Pistilli von Encarnación in der Predigt zur Priesterweihe von Francisco Maria Bosch am Samstag, den 23. November 2019 in Nuevo Schoenstatt, Florencio Varela.  —

Die Gott-Vater-Kirche in Nuevo Schoenstatt war bis auf den letzten Platz geefüllt mit Mitgliedern der Schönstattfamilie von San Isidro, aus der der Pancho hervorgegangen ist, und der anderen Gemeinschaften der Region Buenos Aires, der Marienschwestern und vieler anderer, die aus der Ferne kamen. Unter den mehr als zwanzig Priestern waren Pater Pablo Pol, der Rektor des Urheiligtums, der aus Deutschland gekommen war, sowie Seminaristen und Kursbrüder, die aus Chile angereist waren.

Viele erzählen ihnen von Christus, aber sie müssen Christus sehen

Bischof Pistilli war Panchos Novizenmeister und dann, während seiner Studienzeit, sein Oberer der Gemeinschaft. Wie bei der Priesterweihe von Cristian Rodríguez Robles Terán vor zwei Wochen hatte seine Predigt den Ton eines Hirten, der jedes seiner Schafe sehr gut kennt. In einem Moment sagte er: „Das „Folge mir“ verbindet sich mit dem „Geht“. Geht, verkündet das Evangelium, macht neue Jünger. (….) Wenn es nur wenige Berufungen gibt, dann nicht, weil junge Menschen den Ruf nicht suchen oder begehren. Sie sitzen an ihren Tischen oder verstrickt in ihren Netzen und warten auf diesen besonderen Ruf, diese Verbindung tiefen Mitgefühls, die sich mit ihren hungrigen Seelen verbindet. Viele erzählen ihnen von Christus in der dritten Person als vergangener Held oder setzen sie einer Lehre aus, der sie ihren Verstand und ihren Willen unterwerfen müssen. Ihnen wird ein Christus präsentiert, der manchmal institutionalisiert, steif, standardisiert, manchmal ideologisch gestimmt oder hermeneutisch in einer partiellen Christologie gerahmt, manchmal in Rubriken formatiert oder in emotionalen Montagen von übertriebener Sensitivität verfremdet ist. Aber sie müssen Christus sehen.

Denke daran, lieber Pancho. Man muss lehren wie Jesus, sein Wort muss in deinen Worten mit Authentizität widerhallen. Seine Botschaft muss in Demut und Wahrheit kommen, um die Herde in einem Herzen und einem Glauben zu vereinen. Wir verkünden uns nicht selbst, sondern den Einen, der Weg, Wahrheit und Leben ist.“

Handauflegung – wie seit den Zeiten der Apostel

Nach den Litaneien, die mit lateinamerikanischen Volksrhythmen und der Anrufung des Heiligen Geistes intoniert wurden, legte ihm Bischof Pistilli die Hände auf, und dann machten alle anwesenden Priester die gleiche Geste, die sich seit den ersten Aposteln in der Kirche wiederholt.

Nach dem Empfang der priesterlichen Gewänder konnte die Gemeinde dann endlich in einem langen, festen Beifall ihre Freude über einen neuen Priester Schönstatts und der Kirche ausdrücken.

Dann wurde Pater Francisco Maria Bosch mit an den Altar genommen, um zum ersten Mal Brot und Wein in Leib und Blut Christi zu verwandeln.

 

Dank für all die Gaben

Zum Ende der Weiehfeier machte Pater Pancho in seiner Danksagung eine Reise durch sein Leben, um all die Menschen zu erwähnen, die sein Leben auf dem Weg zum Priestertum berührt haben. „Gott gab mir viele Geschenke. Danke Gott, guter Vater, denn in meiner Familie war der Ort der ersten Begegnung mit dir.

Danke, guter Vater, für meine Freunde in der Schule. Durch sie lernte ich Schönstatt kennen. Indem ich den Glauben mit ihnen lebte, entdeckte ich die Einladung Jesu, ihm zu folgen.

Er dankte weiterhin der Mannesjugend, Pater Pablo Pol, und er tat es in besonderer Weise gegenüber Bischof Francisco, dem Paï, „dank dir bin ich heute Priester, danke, dass für uns so ein Vater gewesen bist.“ Er dankte auch seinen Kursbrüdern und den Schönstattpatres, dass sie ihn in der Gemeinschaft von Sion aufgenommen haben, und vielen anderen, die ihn in all den Jahren der Vorbereitung auf das Priestertum begleitet haben.

Primiz im Heiligtum von San Isidro. Die Predigt hielt P. Pablo Pol, sein Standesleiter aus der Zeit der Mannesjugend

Maria, die beste Priesterlehrerin

Am Ende seiner Botschaft sprach Bischof Pistilli persönlicher mit Pater Francisco: „Lieber Pancho: Wie im Rugby bilden wir ein Team. Gute Spieler bewundern einander und werden inspiriert, indem sie das gute Beispiel anderer Spieler nachahmen. In Ihrem Novizenbericht schrieb ich: ‚Ich bewundere seine Einfachheit, seine Sportlichkeit, seine klare und positive Einstellung zum Leben, ich bewundere die Demut, die die Gottesmutter in ihm weckt und wachsen lässt. Er hat Freude in seinem Herzen‘. Wachse weiter, um viele zu ermutigen, Christus nachzufolgen. Wir sind unser ganzes Leben lang Akolythen, Diener, im selben Team, (….) immer gut, fröhlich, bescheiden, frei, einfach und stark, wie uns der beste Lehrer der heiligen Priester lehrt: Maria“.

Zu ihr, der Königin seines Herzens, ging P. Francisco dann, um ihr, Maria, im frisch renovierten Vater-Heiligtum sein Priestertum zu weihen. Dann konnte ihn jeder begrüßen und ein Agape in der Halle unter der Kirche teilen.

Am nächsten Tag feierte Pater Francisco María Bosch seine erste Messe im Heiligtum von San Isidro, dem Ort, an dem diese ganze Priestergeschichte begann. Pater Pablo Pol, Rektor des Urheiligtums, predigte und betonte die Schlüsselmomente auf dem Weg des neuen Priesters:

„Als ich letztes Jahr gebeten wurde, zum Dienst in Deutschland zu gehen, hatte ich viele offene Fragen, aber nur eine große Gewissheit: Heute wollte ich hier sein und Gott (und die Gemeinschaft) erlaubten mir, hier zu sein.
Es ist nicht das erste Mal, dass ich gebeten werde, bei einer Primiz zu predigen. Das macht es nicht einfacher, noch nimmt es all die inneren Emotionen und Verantwortlichkeiten weg, die das bedeutet. Jeder dieser Anlässe war für mich eine Gelegenheit, Gott für den zurückgelegten Weg zu danken und mir diese Gnade des „Zeugnisses“ gegeben zu haben: die Wunder zu sehen, die im Herzen des Menschen vor dem Ruf Jesu: „Pancho: Folge mir“ geschehen sind.

 

 

Fotos: P. Pablo Pol, Claudia Echenique

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

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