Veröffentlicht am 2019-12-06 In Leben im Bündnis

Das Heiligtum in Los Olmos war einmal nur ein Traum …

ARGENTINIEN, Claudia Echenique mit Schoenstatt.org.ar

An jenem Morgen im Mai 2016, als zwei Mitglieder der Redaktion von schoenstatt.org im Schönstattzentrum Los Olmos ankamen, begrüßte uns Federico Dumas mit zahlreichen Plänen und Entwürfen in Händen und vielen Projekten, von denen er uns erzählen konnte. Er erzählte uns von der Entstehung dieser Gemeinschaft in den 90er Jahren, er erzählte uns die Geschichte von der Suche und dem Kauf dieses Grundstückes und die Schritte, die unternommen wurden, um zu wachsen und ein großes Schönstattzentrum in Pilar zu werden. —

Es war ein herbstlicher Samstag, außergewöhnlich feucht und kalt für die Jahreszeit, und es war weit und breit keine Menschenseele zu sehen, denn zu dieser Zeit gab es nur die Messe am Sonntagmorgen und einige Augenblicke der Anbetung unter der Woche. Wir besichtigten das Innere des Hauses mit den verschiedenen Räumen für die bereits stattfindenden Aktivitäten, und dann besuchten wir den Park, bis wir den Bildstock erreichten. Während wir gingen, redete Federico sich und auch uns warm mit seinen Träumen und den Projekten, die sich zu verwirklichen begannen.

Dieses Zentrum in Pilar, 55 km nordwestlich von Buenos Aires gelegen, hat heute viel Schönstattleben mit Familiengruppen, Kampagne der Pilgernden Gottesmutter, Madrugdores, Jugendlichen und Anbetern. Am 2. November 2019 genehmigte das Landespräsidium von Argentinien den Antrag auf den Bau des Heiligtums in Los Olmos, dem zweiten Heiligtum (zusammen mit dem von Belén de Escobar) in der Diözese Zárate – Campana.

Federico Dumas beim Besuch im Mai 2016 mit den Plänen

„Schönstatt in Pilar hat seinen Ursprung im Herzen Gottes“

„Mit großer Freude feiern wir, dass das Landespräsidium von Argentinien am 2. November letzten Jahres den Antrag auf den Bau eines Heiligtums am Sitz der Bewegung der Olmos, Pilar, Diözese Zárate – Campana, angenommen hat.

Schönstatt in Pilar hat seinen Ursprung im Herzen Gottes, der durch Maria – sein treues und wirksames Werkzeug – viele zur nahen Erfahrung Christi führen will, um uns im Heiligen Geist sein barmherziges Vaterantlitz zu zeigen.

Maria, unsere geliebte Gottesmutter, benutzte treue Werkzeuge, um ihre Wohnung in Pilar zu errichten. Sie suchten einen Ort für Maria und Jesus, wie man in vielen Zeugnissen sehen kann.

Es war eine betende, geduldige und hartnäckige Arbeit, die viele Jahre lang durchgeführt wurde, um den Willen Gottes durch die Türen, die er öffnete und schloss, zu erfassen. Es ging darum, die Zeichen zu sehen, mit denen Maria angab, wo sie ihren Tabor gründen wollte, um ihre Herrlichkeit zu offenbaren, die nichts anderes ist als die Herrlichkeit Christi.

Heute, nach zwanzig Jahren, als junge Schönstattfamilie in Pilar, gehen wir den kühnen und glaubwürdigen Schritt, Maria zu bitten, ihr Heiligtum in unserem Zentrum „Los Olmos“ zu errichten und unser gelebtes und gebetetes Liebesbündnis anzunehmen, damit sie durch ihre Initiative und unsere Beiträge zum Gnadenkapital ihren Gnadenthron, ihre Werkstatt des neuen Menschen und die neue Familie in Pilar aufrichten kann.“

P. Marcelo Gallardo

Die Kapelle im Haus

Die Geschichte von Los Olmos

Pater Kentenich sagte, dass er ohne das Heiligtum nichts tun könne. 1997 gründete eine Gruppe von Laien, die in Pilar leben, eine bürgerliche Vereinigung, um die Suche nach einem Ort zu beginnen, an dem eines Tages ein Schönstattheiligtum errichtet werden kann. Wir nannten diese Trägergemeinschaft Servus Mariae nach dem Namen, der sichim Lichtrahmen des Bildes der Gottesmutter in den Heiligtümern befindet, und weil wir im „Nunquam Peribit“ darauf vertraut haben, dass sie sich um uns kümmern wird.

Mit Claudio Aguirre fuhren wir 4 Jahre lang mit einer Katasterkarte,auf der sich alle Grundstücke mit den entsprechenden Eigentümerangaben befanden, durch Pilar, auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück. Wir hatten noch keine einzige Spende, aber wir hatten viel Glauben daran, dass, wenn die Gottesmutter sich niederlassen wollte, sie uns den Weg zeigen würde.

Wir hatten mehrere Möglichkeiten. Das erste war das drei Hektar große Dreieck vor dem Pilará Tennis. Einer der Spender verhandelte mit den Besitzern und erhielt eine mündliche Zusage, aber bald machte eine andere Gruppe ein höheres Angebot und das war es gewesen. Die zweite war ein weiteres Grundstück direkt vor Los Olmos. Es wurde eine Einigung erzielt und ein Schild aufgestellt. Es war der Geburtstag von Pater Kentenich und wir dachten: „Das ist es, Pater Kentenich hat gewählt, wo er das Heiligtum haben wollte“. Nach kurzer Zeit gign es auch hier nicht weiter, und sie gaben uns das Schild zurück.

Und dann war da Los Olmos, ein wunderbarer Ort, mit viel mehr Fläche, aber zu einem Preis, den wir nicht erreichen konnten. Ohne uns zu entmutigen, suchten wir die Besitzerin auf, und sie bestätigte den Verkauf, obwohl wir nur 10% des Wertes der Immobilie hatten. Es schien unmöglich, nur die Gottesmutter konnte den gewaltigen Unterschied ausgleichen. Ein weiterer Spender erschien vor Ort und versprach, das Notwendige zu tun, um die 3,4 Hektar von Los Olmos zu kaufen und an Schönstatt zu geben. In diesen Tagen sahen wir bei einem Besuch von Los Olmos einen doppelten Regenbogen!

Los Olmos ist ein wunderbarer Ort, nahe dem Zentrum von Pilar, in der Nähe von großen Bauernhöfen, die das Gefühl vermitteln, mitten auf dem Land zu sein. Viel Ruhe und Frieden und eine gute Nachbarschaft.

Die Einweihung von Los Olmos fand mit einer Messe unter dem Vorsitz von Pater Juan Pablo Catoggio statt, zusammen mit Pater Ángel Strada und dem Pfarrer von Pilar, an der etwa 600 Personen teilnahmen.

 

Große Anstregungen, große Probleme…

Eines Sonntags kam Pater Francisco Pistilli, damals Oberer der Patres, zur Messe und wir besichtigten das Gelände. Die Idee war, mit einer Mehrzweckhalle zu beginnen, aber er schlug vor, dass wir in der Bauanfrage an die Gemeinde auch gleich die für das Heiligtum vor der Araukarie hinzufügen sollten. Wir haben das getan, weil wir wollten, dass es irgendwann einmal passiert. Die Pläne wurden zur Genehmigung vorgelegt, die im Dezember 2015 erfolgte.

Ein Entwurf des Parks wurde erstellt, unter anderem mit 18 Eschen vor dem Ort des zukünftigen Heiligtums. Die Gläubigen, die zur Messe gekommen sind, wurden gebeten, einen wirtschaftlichen Beitrag zur Deckung der Kosten zu leisten, und dann pflanzte die gesamte Gemeinde die Bäume. Sie haben auch ein Paar Amberbäume im Freien auf der anderen Seite von Los Olmos gepflanzt.

Eine Gruppe von Paaren, Mitglieder von Servus Mariae, gründete den Ausschuss Pro Santuario Los Olmos, um Gnadenkapital zur Erarbeitung des Heiligtums zu machen. So wurden jeden 18. des Monats 1.000 Ave-Maria gebetet, jeden Donnerstag Anbetung und die samstäglichen Gebetsstunden der Madrugadores.

Die Aufgabe war schwierig, denn die Patres Benjamin Pereira und Pablo Pol kamen nur, um samstags um 19:30 Uhr die Messe zu feiern, kehrten dann aber in ihre jeweiligen Diözesen zurück, und es gab relativ wenige Gläubige, die an der Messe teilnahmen. Jeden Monat haben wir uns sehr anstrengen müssen, Los Olmos zu erhalten, vor allem wegen der Gehälter und Sozialabgaben des Hausmeister-Ehepaares. Am Anfang konnten wir es mit Spenden bezahlen, was dank der Großzügigkeit vieler Menschen möglich war. Aber der Aufwand war sehr groß und es war schwierig, das alles aufrechtzuerhalten.

Bildstock

Und dann begann der so lange gehegte Samen zu keimen…

Nach einiger Zeit versetzten die Patres Pater Marcelo Gallardo, um in der Nuntiatur zu arbieten; Freitag – Sonntag sollte er für Los Olmos zur Verfügung stehen. Das war der Beginn der Verpflichtung der Patres, auf die wir gewartet hatten. Der Samen, den wir 4 Jahre lang als Laien mit viel Mühe gepflegt hatten, begann mit neuem Leben zu keimen. Im Laufe der Jahre nahm die Teilnahme der Gläubigen an den verschiedenen Aktivitäten zu. Wir hatten mit dem Aufbau der Schönstattfamilie von Pilar von Los Olmos begonnen.

Die Laien baten den Oberen der Patres schriftlich, die Erarbeitung des Heiligtums voranzutreiben und vertrauten darauf, dass die Gottesmutter sich um den Rest kümmern würde. Es gab Gespräche und im Rat der Schönstattfamilie von Pilar wurde beschlossen, die geistliche Erarbeitung und den Bau des Heiligtums in Los Olmos voranzutreiben. Es wurde als Gnadenkapital vorgeschlagen, 18 Millionen Ave Maria für diese Absicht zu beten.

Die Genehmigung der Gemeinde für den Bau des Heiligtums wurde am 12.11.2015 erteilt. Uns wurde gesagt, dass sie 12 Monate lang gültig sei, um mit dem Bau zu beginnen. Wir besuchten den Unterstaatssekretär für Planung und Stadtentwicklung. Die Antworten waren, dass die Genehmigung noch gültig bleibe, und dass ein neuer Kataster erstellt würde, dieser Bereich aber mit der gleichen Kategorie fortgesetzt werde, so dass es keine Schwierigkeiten gebe, das Heiligtum, eine Mehrzweckhalle, eine Kirche, ein Haus für die Patres und ein Exerzitienhaus zu bauen.

In Blick auf die Zukunft erwarben die Schönstattpatres zwei Grundstücke mit einer Gesamtfläche von 1 Hektar, die zu den 3,4 Hektar der ursprünglichen Spende hinzukommen, was insgesamt 4,4 Hektar ergibt, um das Projekt eines Geistlichen Zentrums für Pilar zu entwickeln, dessen Herz das Heiligtum ist.

Schon heute: reiches geistliches Leben

Heute schon gibt es in Los Olmos auf ein intensives und reiches pastorales Leben. Neben der Eucharistie, die jeden Sonntag zwischen Februar und Dezember um 11:30 Uhr gefeiert wird, gibt es Beichten und Taufen, offene Einkehrtage für Ehepaare und für Priester. Die Familie von Pilar organisiert regelmäßig Bündnisrunden, die die Gemeinschaft einladen, Teil Schönstatts zu sein. In Los Olmos gibt es bereits zahlreiche Familienkreise, die zu Familienbewegung Schönstatt gehören, sowie Aktionen wie die Kampagne der Pilgernden Gottesmutter, die Anbetungsgruppen und die Strömung der Madrugadores.

Federico Dumas

Federico Dumas mit Maria Fischer am 21. Mai 2016 in Los Olmos

Fotos: Claudia Echenique

Original: Spanisch, 02.12.2019. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

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