Veröffentlicht am 2. November 2019 In Leben im Bündnis

Heiligtumspastoral und einige Herausforderungen des Wachstums

PARAGUAY, Fabiana Jimenez und Juan Cantero / Javier Cabral•


Es ist selbstverständlich, dass es im Laufe der Jahre Herausforderungen gibt für alle Heiligtümer und die Schönstattfamilien, die sie umgeben. Heute reden zwei junge Leute, Leiter der Heiligtumspastoral des Heiligtums in Ciudad del Este, über dieses Thema. —

 

Wir sind Fabiana Jiménez, 26 Jahre alt und Juan Cantero, 27 Jahre alt. Derzeit sind wir Leiter der Heiligtumspastoral des „Santuario del Terruño“, des Heimatland-Heiligtums, in Ciudad del Este, Paraguay.

Wir beide haben uns im Heiligtum kennengelernt, die Gottesmutter kümmerte sich darum, uns einander vorzustellen, uns ineinander zu verlieben und nach einer intensiven Zeit der Vorbereitung zu heiraten. Darum haben wir die Gottesmutter in unserer Geschichte immer sehr deutlich gesehen und jetzt war es unsere Aufgabe, von der Heiligtumspastoral aus die Feier des 19. Jahrestages der Weihe des Heiligtums am 01. Oktober und die Eröffnung des Festjahres zum 20. Jahrestag mitzugestalten.

Heute könnten wir einige Herausforderungen nennen.

Erste Herausforderung: Einheit der Familie

Da es in jeder Familie immer mehrere verschiedene Lebensströme gleichzeitig gibt und um die Einheit zu fördern, ist es notwendig, auf ein gemeinsames Ziel hinzuarbeiten.

Wir erinnerten uns an die Zeit, als wir weniger Leute waren und es immer reichte, dass einige aus dem Familienbund und den anderen Gliederungen eben da waren und alles unterstützten; und jetzt, da es so viele von uns gibt, ist es für uns etwas schwieriger, uns kennenzulernen und zusammenzuarbeiten. Darum versuchten wir, den göttlichen Willen zu interpretieren, und der Diözesan-Familienrat, in dem alle Gemeinschaften und Arbeitsgruppen vertreten sind, schlug vor, gemeinsam ein Symbol zu erarbeiten oder der Gottesmutter zum zwanzigsten Jahrestag der Weihe des Heiligtums etwas Besonderes zu schenken.

Nach einem gemeinsamen Denkprojekt, nachdem wir auf die Stimme Gottes hören konnten, entdeckten wir, dass er uns bat, diese Familiengemeinschaft zu stärken; wir alle erarbeiten gemeinsam die Statue der Heiligen Familie und geben es der Gottesmutter zur Feier von 20 Jahren Heiligtum.

So haben wir dieses Jahr damit angefangen; noch fehlt eine Menge!

Zweite Herausforderung: Das Charisma des Gründers bewahren

Die Erarbeitung der Statue der Heiligen Familie wird uns helfen, eine weitere Herausforderung zu bewältigen: das Charisma unseres Vaters zu bewahren.

In Ciudad del Este feiern wir jeden Sonntag um 10:00 Uhr und 19:00 Uhr heilige Messe im Heiligtum, aber wir haben hier weder Patres noch Schwestern dauerharft vor Ort. Wir haben erkannt, dass das Charisma Pater Kentenichs inmitten der verschiedenen Botschaften, die zu uns vermittelt werden und die uns ein wenig schwindlig machen können, verwässert werden kann.

Das erste, was wir gemacht haben, als wir die Pastoral übernahmen, war also, Pater Kentenich präsent zu machen, einige seiner Aussagen wieder und wieder zu Gehör zu bringen und Himmelwärts zu lesen und zu beten. Das heißt, alle Gottesdienste und heiligen Messen im Heiligtum beginnen mit einem Wort von Pater Kentenich. Wir haben auch eine kleine Auswahl an kurzen Gebeten aus Himmelwärts gedruckt und im Heiligtum ausgelegt. Wenn also jemand hereinkommt und nicht weiß, was und wie man betet, hat er Gebete aus Himmelwärts zur Verfügung. Auf diese Weise geben wir den Pilgern, die das Heiligtum besuchen, etwas von seinem, unserem Charisma.

Dritte Herausforderung: Gefühl der Zugehörigkeit

Wir sind so viele, doch manchmal engagieren wir uns nicht genug, vielleicht denken wir, dass das Heiligtum sich wirtschaftlich von selbst unterhält oder dass unser Beitrag zum Gnadenkapital zum geistigen Unterhalt des Heiligtums nicht notwendig ist.

Deshalb will die Pastoral des Heiligtums mit dem Diözesan-Familienrat das Gefühl der Zugehörigkeit pflegen, um uns bewusst zu machen, dass wir alle wirklich Mauern und Säulen dieses Heiligtums sind, das unsere Heimat ist.

Und so fühlen wir uns als Teil und Beteiligte, damit dieser Ort auch weiterhin das ist, was er sein soll, ein Wallfahrtsort, ein heiliger Ort, ein Ort, an dem uns die Gottesmutter ihre Gnaden schenken, uns tief beheimaten, uns verwandeln, uns bis ins Innerste berühren, uns senden und die Türen des Heiligtums öffnen kann, damit sie jene jungen Herzen empfangen kann, die sie so sehr brauchen, umsomehr in der heutigen Welt.

Vierte Herausforderung: Die Leidenschaft der Ersten bewahren

In Quantität zu wachsen birgt auch das Risiko, zu vergessen, wie die Geschichte der Schönstattfamilie in Ciudad del Este begonnen hat. Deshalb ist es von grundlegender Bedeutung, die Leidenschaft der Ersten zu bewahren und wiederzubeleben, etwas, das uns immer wieder so positiv aufgefallen ist.

Zu diesem Zweck haben wir das vorbereitet, was wir „Gründer-Podien“ genannt haben, damit die ersten, die hierher kamen, uns von der Anfangszeit erzählen konnten, wie sie sich fühlten, wie die Gottesmutter wirkte und wie sie die Hand Gottes sahen. In den kleinen Dingen, mit denen die Gottesmutter gearbeitet hat und die uns heute zu einer übergroßen Familie machen. Aus verschiedenen Teilen des Landes, aus verschiedenen Nationalitäten.

Wir wollen, dass wir, wenn wir diese Geschichte noch einmal erleben, dieses Ideal „Portal der Dreifaltikeit – Garten des Vaters“, verkörpern wollen, um diese schöne Sendung zu verbreiten, die unser Heiligtum hat und die wirklich unser Leben und das Leben aller Menschen um uns herum erfüllt.

Und nun?

Wenn unser Heiligtum im Jahr 2020 zwanzig Jahre alt wird, wenn wir 20 Jahre der Gnaden, des unendlichen Segens, des verwandelten Lebens ganzer Familien, die um das Heiligtum herum geistig genährt werden, feiern, wollen wir uns fragen: Ja gut und jetzt, was tun wir? Wie sollen die nächsten 20 Jahre sein? Haben wir die gleichen Ziele wie die Gründergeneration? Denn unsere Gesellschaft, unsere Familie und wir selbst verändern sich ständig.

Es liegt an uns, jeden Moment und jeden Tag aufs Neue den Willen Gottes zu erkennen und zu sehen, was er von uns für die kommenden Jahre verlangt. Wie der Vater und Gründer sagte: „Mögen zukünftige Generationen uns richten“. Dann liegt es jetzt an uns, die Unterschrift unter den Blankoscheck, die Blankovollmacht zu setzen; Gott möge durch uns für die nächsten 20 Jahre und mehr wirken.

 

 

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

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