Veröffentlicht am 2019-08-03 In Leben im Bündnis

Frauen von Schönstatt: International gemeinsam Schritte gehen

SCHÖNSTATT-GEMEINSCHAFTEN, Dr. Gertrud Pollak im Gespräch mit schoenstatt.org •

Am kommenden Sonntag, dem 4. August, enden drei intensive Wochen des Generalkongresses des Institutes der Frauen von Schönstatt, dessen erster Teil im Januar dieses Jahrs stattgefunden hatte. gewählt. Die neue Generaloberin Dr. Gertrud Pollak hat sich Zeit genommen für ein Gespräch mit schoenstatt.org über die Erfahrung  des Kongresses. —

Am Freitag, 02. August 2019, kam es zur ersten Begegnung mit dem neuen Geistlichen Direktor P. José Melo, bisher Leiter der Schönstatt-Bewegung in Portugal. Ein Austausch in der Kongressgemeinschaft und ein gemeinsamer Gottesdienst in Konzelebration mit P. Alejandro Martínez, der 12 Jahre diesen priesterlichen Dienst unserer Gemeinschaft geschenkt hat, prägten diese Begegnung.

Am 21./22. September 2019 ist die ganze Gemeinschaft nach Haus Regina eingeladen,  um der bisherigen Leitung   zu danken und die neue Leitung willkommen zu heißen.

Drei intensive Wochen

Es waren drei intensive Wochen, bei beiden Kongressen, so Dr. Gertrud Pollak: „Aufgrund der internationalen Zusammensetzung und unserer Lebensform sind viele Gespräche nötig, um einander wirklich gut kennenzulernen und international gemeinsam Schritte zu gehen.“

Alle Verhandlungen fanden simultan in Spanisch und Deutsch statt, die Gottesdienste unterschiedlich in fünf Sprachen.

„Besonders intensiv war die gemeinsame Gebetserfahrung, für die wir uns viel Zeit gelassen haben“, so Dr. Pollak.

Um was ging es inhaltlich?

„Es gab sehr unterschiedliche Themen zum Charisma der Gemeinschaft, zur Erziehung, Berufungen und mehr immer auch unter der Frage, wie der Gründer, P. Kentenich diese Gemeinschaft gedacht hat.

Viele Themenaspekte sind als Bitte um Umsetzung an die neue Leitung beschlossen worden. Die meisten Themen sind in den nächsten Jahren fortzusetzen. Es geht darum, Akzente zu setzen, die auf das Jubiläum zum 75jährigen Bestehen der Gemeinschaft (2021) vorbereiten.“

Maria Laufenberg und Lotte Holubars

An einem Sonntagnachmittag wurde des 75. Todestages von Maria Laufenberg gedacht, die im  Nationalsozialismus verfolgt wurde und des 75. Todestags von Lotte Holubars, einer Frau von Schönstatt, die im KZ Ravensbrück zu Tode kam.

Charlotte („Lotte“) Holubars gehörte zum Institut der Frauen von Schönstatt und starb 1944 im Konzentrationslager Ravensbrück. Lotte Holubars, lange Jahre Lehrerin in Heusweiler, leistete offenen Widerstand gegen die Schulpläne der Nationalsozialisten und widmete sich mit großem Engagement der christlichen Erziehung in der Schule angesichts rassistischer und ideologisch ausgerichteter Pädagogik des 3. Reiches. Als Mitglied des Säkularinstituts „Frauen von Schönstatt“ organisierte sie ein reiches Gruppenleben in Heusweiler und versuchte den jungen Mädchen christliche Grundwerte zu vermitteln und sie nach dem Vorbild Mariens zu erziehen.

Maria Laufenberg (1910-1944), Lehrerin in Osnabrück, wurde nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wegen ihrer religiösen Einstellung in eine abgelegene und ungesunde Gegend des Emslands strafversetzt. Dies hatte eine gesundheitliche Schädigung zur Folge. Trotzdem setzte sie ihre ganzen Kräfte für die Schönstatt-Studentinnengemeinschaft ein. Das Bemühen, in der Schule Schönstatts beruflichen Alltag und christliches Leben möglichst eng miteinander zu verbinden, führte sie in das entstehende Säkularinstitut der „Frauen von Schönstatt“. Im Ringen um die vorbehaltlose Hingabe an Gott reifte sie von der Betonung des Tun-Wollens zur totalen Übereignung an den Willen Gottes, die von ihr auf dem Krankenbett in die Form „Vaters Wille – meine Freude“ gegossen wurde.

Blick in eine verwandte Spiritualität

Ein Nachmittag galt der Beschäftigung mit einer sehr verwandten Spiritualität. Interessante Einblicke gab uns Frau Dr. Annette Schleinzer, die sich seit Jahren mit Madeleine Debrel beschäftigt. Eine Frau, die mitten in der Welt ein christliches Leben im Engagement für die Armen lebte und durch ihr Beispiel, durch viele Vorträge und Referate, durch Vorlagen bei der Vorbereitung des Zweiten Vatikanischen Konzils und durch vielfältige Kontakte mit Bischöfen Weichen stellen und Impulse zu einem christlichen Leben mitten in der Welt vermitteln konnte. Für sie gibt es keine Aufteilung in „sakral“ und „profan“ bzw. „geistlich“ und „weltlich“. Sie sucht Gott überall, in allem, was ihr begegnet. Der Alltag wird für sie zum Ort der Gotteserfahrung. Es gibt für sie kein religiöses Leben, das noch zusätzlich zum Alltagsleben dazukäme. Dieses Leben selbst und vor allem die Menschen darin sind transparent auf Gott hin Anregende Gespräche entstanden. (vgl. Otto Georgens, Lebendiges Zeugnis, 2010).

Verbundenheit, die weitergehen soll

„Den vielen in der Schönstattfamilie und darüber hinaus, die für uns in diesen Wochen gebetet und auch innerlich manches geschenkt haben, möchten wir sehr herzlich danken“, so Dr. Gertrud Pollak abschließend. „Der Dank gilt auch für die vielen Glückwünsche und Grüße, die uns aus vielen Ländern erreicht haben. Die herzliche Verbundenheit im Liebesbündnis war eine schöne Erfahrung, die weitergehen soll.

Dr. Gertrud Pollak im Gespräch mit P. Juan Pablo Cattogio, Generaloberer der Schönstatt-Patres

Fotos: Hanna Grabowska

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