Veröffentlicht am 12. Juni 2019 In Leben im Bündnis

Der Blumenstrauß für die Gottesmutter im Heiligtum von Nueva Helvecia

URUGUAY, Maria Fischer •

Wie jedes Jahr sind wir mit einigen argentinischen Freundinnen, Missionarinnen der Kampagne der Pilgernden Gottesmutter, von Buenos Aires zum ersten Filialheiligtum der Welt  in Nueva Helvecia, Uruguay, gepilgert. Dieses Jahr war der gewählte Tag ein ganz besonderes Datum und ein ganz besonderer Moment für einen lieben Menschen, und spontan versprach ich, einen Blumenstrauß in seinem Namen zum Heiligtum zu bringen. Groß war die Freude über das Zusammentreffen – und erst dann wurde mir klar, dass es zu spät war, um vor Ort noch Blumen zu kaufen. —

Wir fuhren früh los, an einem Samstag, ohne Blumen kaufen zu können. Einen Blumenladen in Nueva Helvecia zu finden und noch weniger einen, der an einem Samstagnachmittag geöffnet wäre, wäre zu viel des Vertrauiens gewesen. Wir suchten über Google Maps nach Blumenläden in Colonia del Sacramento , und landeten schließlich vor dem einzigen, der auch real existierte, nämlich dem der Friedhofsgärtnerei.

Während meine Freundinnen im Auto blieben und bereits unter kräftigen Gelächter die Geschichte dieser Blumensuche an einem Samstagmorgen im Friedhofsblumenladen verfassten,betrat ich den Laden und dachte (natürlich erst jetzt), dass ich auch eine Vase brauchen würde. Im selben Moment wurde mir klar, dass ich nur wenig uruguayisches Geld hatte und dass der Blumenladen keine Kreditkarten akzeptieren würde…. Wie peinlich!

Ist das ein Versprechen?

„Ich will einen Blumenstrauß für diesen Geldbetrag“, sagte ich, „und wenn möglich auch eine einfache Vase.“

„Ist es ein Geschenk für jemanden?“ fragte die Besitzerin des Ladens, eine freundliche Dame um die sechzig. „Ja, es ist ein Geschenk für jemanden“, antwortete ich, „aber….“

– „Wollen Sie eine Karte dazu, eine Geburtstagskarte oder…?“ – „Nein, es ist nicht so direkt zum Schenken…“

Der Besitzer sah mich an. „Ist das ein Versprechen?“ – „Ja, ein Versprechen, für die Gottesmutter, für jemanden….“

„Dann schenke ich Ihnen die Blumen“, sagte sie. „Ich erinnere mich, als ich ein Kind war, ging ich immer in eine kleine Kapelle, in meiner Heimatstadt, eine schöne Kapelle, mit einem Bild der Mutter Gottes mit dem Kind in den Armen. Einmal waren wir in einer sehr schwierigen Situation in der Familie, und meine Mutter schickte mich mit einem Blumenstrauß für die Mutter Gottes in meiner Kapelle, um ihr ein Versprechen zu geben…. Sie hat uns geholfen! Ah, wie sehr ich dieseGottesmutter liebe….“.

Die Jungfrau der kleinen Kapelle

„Wo war das?“ fragte ich, obwohl ich es schon ahnte. „In New Helvetia“, antwortete sie.

„Ich bringe diese Blumen zu dieser Kapelle, zu diesem Heiligtum von Nueva Helvecia“, sagte ich ihr, und während sie anfing zu weinen, bat sie mich: „Grüße an meine Gottesmutter aus meiner kleinen Kapelle, bitte….“.

Der Mann, der im Blumenladen wartete, um an die Reihe zu kommen, räusperte sich und sagte: „Ich kenne Nueva Helvecia, wir waren dort immer und haben Käse und Milch gekauft; auch heute fahren wir noch manchmal dahin, und ich kenne diese Kapelle, da gehe ich immer vorbei und bete.“

Da stand ich mit meinem Blumenstrauß und diesen beiden Leute, die über das Heiligtum von Nueva Helvecia sprachen und versprach, für sie und ihre Familien zu beten. Als ich zum Auto zurückkehrte, konnte ich sehen, wie diese beiden Menschen weiterredeten, sicherlich über diese gemeinsame Erfahrung des Heiligtums von Nueva Helvecia, zu dem wir üilgerten, wie jedes Jahr, aber diesmal mit einem Blumenstrauß, Symbol des Liebesbündnisses.

Ein Versprechen. Und die Gottesmutter der kleinen Kapelle der Blumenladenbesitzerin aus Colonia del Sacramento hat das Versprechen angenommen und ihren Teil erfüllt.

Nueva Helvecia ramo de flores

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