Veröffentlicht am 29. April 2019 In Leben im Bündnis

Wenn Türen zufallen… und die Suche nach dem Platz fürs Heiligtum weitergeht

ARGENTINIEN, Rocío Galo und Griselda Pereyra •

Im  April 2017 hatte die Schönstatt-Bewegung der Provinz Chaco ein Kommodat für die Nutzung und den möglichen Kauf des Grundstücks und der Einrichtungen des ehemaligen Kleinen Seminars der Dehonianar-Patres in der Stadt Resistencia unterzeichnet und wirksam gemacht. Und jetzt: Es konnte keine Einigung über die Senkung des Verkaufspreises mit Ratenzahlung in Dollar erzielt werden,  das mit den Dehonianern nicht wie vorgesehen bis zum 31. März 2019 verlängert werden. So beginnt für die Familie von Resistencia eine neue Phase der Suche und Erarbeitung des für das Heiligtum so sehr erwarteten Geländes. —

 

Es waren zwei Jahre intensiver geistlicher Arbeit, um das Gelände zu einem Schönstattland zu machen. Wir erinnern uns an den 1. Mai 2017, an dem es einen erwartungsvolle Pilgerweg vom Haus der Mädchenjugend zum Gelände gab, mit dem dessen geistlicher Erwerb begonnen wurde, gefolgt von Messen jeden Dienstag, Bündnismessen, Hochzeiten, Taufen, Exerzitien, Regionaltagungen, Begegnungen, Besuchen und Gesprächen mit Patres und Beratern der Bewegung,  Anbetung des Allerheiligsten, die vom Berufungskreis Pater Kentenich koordiniert wurde, sowie die Nachbarschaftsmissionen der Schönstattjugend und der Familien, die das Liebesbündnis zu den Menschen in der Nähe des zukünftigen Heiligtums bringen sollten.  Dazu kam die konkrete Erarbeitung der ersten Symbole des Heiligtums, wie dem Bild der Gottesmutter und dem Kreuz der Einheit. Was für eine Zeit des Aufbruchs!

Ganz zu schweigen von der dadurch angeregten Neuordnung der inneren Struktur der Bewegung, der Bildung neuer Fundraising- und Kommunikationsteams, die es uns ermöglicht haben, ein besser organisiertes Schönstatt-Leben zu führen und neue Bindungen auf nationaler und internationaler Ebene (Danke schoenstatt.org!)  zu schaffen und zu stärken.

Wir danken den verschiedenen Diözesen und Gemeinschaften für ihre bedingungslose und leidenschaftliche Begleitung im Gebet, die das altbekannte und so aktuelle Wort „Nichts ohne dich, nichts ohne uns“ konkret gemacht haben.

Wir sind fest davon überzeugt, dass Maria uns leiten wird bei der neuen Suche nach einem Gelände;  was wir in den beiden letzten Jahren getan haben,  war ein großer Schritt nach vorne, und in diese Richtung werden wir im Glauben an die göttliche Vorsehung weitergehen: „Mit Maria hoffnungsfreudig und siegesgewiss in die neueste Zeit!“

Sich der Herausforderung stellen

Am Sonntag, den 24. März, versammelte sich die Familie von Resistencia zum letzten Mal auf dem Gelände, um ihre Aktivitäten für das Jahr zu beginnen, und ein paar Tage zuvor erging die Einladung zu einer Herausforderung namens „Die Gottesmutter auf deinem Weg“; die Gliederungen und Gruppen sollten Momente ihrer Begegnung mit der Gottesmutter teilen.

P. Martín Gómez, Berater der Bewegung im Chaco, erinnerte in seinem Vortrag an ein Motto aus den ersten Gründungszeiten in Südamerika: „Sie gingen durch die Nacht, den Glauben auf das Morgengrauen gerichtet“. Ein Satz, der die aktuelle Situation der Familie in Resistencia spiegelt. Er zitierte die bekannte Stelle aus dem 11. Kapitel des Hebräerbriefes: “Aufgrund des Glaubens gehorchte Abraham dem Ruf, wegzuziehen in ein Land, das er zum Erbe erhalten sollte; und er zog weg, ohne zu wissen, wohin er kommen würde. Aufgrund des Glaubens siedelte er im verheißenen Land wie in der Fremde und wohnte mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung, in Zelten; denn er erwartete die Stadt mit den festen Grundmauern, die Gott selbst geplant und gebaut hat.“

Er rief zum Nachdenken auf: „Möge Maria uns den Platz zeigen, den sie haben will. Vor Jahren haben wir die Gottesmutter zur Königin des Geländes, Zuflucht der Familie gekrönt und für den äußeren und inneren Bau unseres zukünftigen Heiligtums gebetet, bis wir an diesem Ort angekommen sind. Nichts war umsonst, und wir müssen uns fragen: Was will uns Gott in diesen Zeiten sagen, die im Moment nicht leicht zu verstehen und zu erkennen sind?

Wir dürfen sicher sein, dass Maria alles ernst- und ihr Herz aufgenommen hat.  All dieses Engagement der Familie von Resistencia.Die Gottesmutter ist großzügig. Sie führt uns und hat mit allem, was sich in den beiden vergangenen Jahren gezeigt hat durch die einfache Tatsache, dass es einen eigenen Ort gab für die Begegnung als Familie, dass es einen Ort gab, wo Maria unter uns gewirkt hat. Dafür dürfen wir dankbar sein. Und dann müssen wir eben denken, gut, vermutlich war dies doch nicht der Ort, den sie wählen wollte. Sie ist die große Erzieherin, sie fordert von uns mehr Geduld, fordert von uns, die Hoffnung auf das Morgengrauen zu setzen, uns nicht von den Tiefschlägen des Augenblicks umwerfen zu lassen und sie zu bitten, unseren zitternden Knien Kraft zu geben.

Vor verschlossenen Türen

Als Familie, als Werkzeuge bleibt uns jetzt nur, den Vorsehungsglauben, das Gesetz der geöffneten Tür in die Praxis umzusetzen. Wie Pater Kentenich sagte, den Plänen Gottes sorgsam nachtasten und uns ganz im überlassen. Als Pater Kentenich in Dachau war, ist sein Glaube in aller Dunkelheit. Wir müssen die Gottesmutter mit unserem Leben im Bündnis verherrlichen und zulassen, dass alles ihr Werk ist.

Beispielhaft erinnerte P. Martín Gómez an Pater Kentenich nach seiner Freilassung aus Dachau und seinem Plan, weltweit Heiligtümer errichten zu lassen. Im Jahr 1949 sei er nach Argentinien gekommen und habe auf einem Gelände, das den Schwestern für ein zukünftiges Heiligtum zugesagt worden war, den Grundstein gesegnet. Der Ort hieß „Los Patos“, und an dem Tag war er menschenleer und von kaltem Wind aus der Pampa durchweht. Zwei Jahre später, 1951, kam Pater Kentenich wieder nach Buenos Aires und Schwester Ursula sagte ihm voller Angst, dass der Ort, an dem der Grundstein gesegnet worden war, nicht mehr zur Verfügung stehe,  weil der Stifter des Geländes dieses eben nicht mehr stiften wolle. Die Antwort von Pater Kentenich habe gelautet: Sie haben den Segen von Dachau erhalten, alles was Sie empfangen haben, alles was Sie geopfert haben, hat das Liebesbündnis wachsen lassen.“ Das ist auch das, was die Familie von Resistencia heute erlebt, sie ist in den letzten beiden Jahren tatsächlich gewachsen, uns zwar sowohl im geistlichen wie im materiellen Engagement, durch konkretes Tun.

Auf diesem Weg gelte es, weiterzugehen, verbunden im Gebet, im Liebesbündnis, in Hochherzigkeit und Einsatz; nicht mit verschränkten Armen stehenbleiben und abwarten und den Text der zweiten Gründungsurkunde, diesen dreifachen Imperativ, präsent haben:

1. Pflege mit großer Sorgfalt das göttliche Sendungs- und Werkzeugsbewußtsein!

2. Halte unerschütterlich fest an deinem ausgeprägt marianischen Charakter!

3. Stelle die Beiträge zum Gnadenkapital der Mater ter admirabilis wieder stärker in den Vordergrund!

Damit steht und fällt die Fruchtbarkeit der Familie, mit ernstem täglichem, echten Mühen um Heiligkeit im marianischen Apostolat.

 

Türen öffnen

Er fügte hinzu, dass die Familie gleichzeitig das Herzens- und Hausheuligtum wie das Heiligtum an dem noch zu findenden Ort bauen müsse. Wir müssten auf die Zeichen achten, die Maria uns sendet, alte Risse überwinden, Familie verkörpern und mit Kraft in die heutige Zeit gehen. Wir müssen „Schönstatt auf dem Weg nach draußen“ in die Praxis umsetzen. Mit missionarischer und apostolischer Kraft durch konkretes Tun aufstehen und in Glaube und Hoffnung weitergehen, damit die Gottesmutter sich in Resistencia wunderbar erweisen kann. Weitergehen mit mehr Freude, mehr Vertrauen und den Glauben ins Morgengrauen setzen.

Am Ende dieses bereichernden Familiengesprächs gab es einen Moment der Reflexion und des Austauschs von Ideen und Empfindungen. Der Tag endete mit der Heiligen Messe und der Entsendung neuer Missionare. Was für ein Beginn der Aktivitäten dieses Jahres 2019!

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