Veröffentlicht am 25. August 2017 In Leben im Bündnis

Wie ich über Internet und Newsletter den Bau von Belmonte begleitet habe

ROMA BELMONTE,  Claudia Echenique •

Ich kam am Schluss einer Pilgerreise ins Heilige Land nach Rom. Bereits in Italien war ich zwei Tage in Assisi gewesen und sehr frühmorgens am Montag nahm ich von dort den Zug in die italienische Hauptstadt. Die meisten Passagiere begannen ihre Arbeitswoche, einige arbeiteten auf ihren Notebooks, andere lasen die Zeitung. Während ich die Landschaft betrachtete, ging ich gleichzeitig all die Karten und Fahrpläne von Metro und Bussen in Rom durch, die ich mir aus dem Internet heruntergeladen hatte und die mich an mein Ziel für diesen 12. Mai 2014 bringen sollten: das Internationale Schönstatt-Zentrum Roma Belmonte.

Nach knapp einer Stunde Fahrt vom Bahnhof Termini aus sieht man schon vom Bus aus, wo man aussteigen und wohin man dann gehen muss, denn am Eingang wehen zwei Fahnen – die des Vatikan und die von Schönstatt. Und schon im ersten Moment spürt man: „Ich bin zu Hause.“ Vom Eingang an der Ecke der Via di Boccea und der Via Santa Gemma sah ich, dass es emsige Bautätigkeit gab. Viele Maschinen, Arbeiter, Ziegel, Rohre, herumliegende Kabel und natürlich Unmengen von Baustaub überall.

In ihrer Kleinheit heißt sie uns willkommen

Aber es gibt etwas Kleines, das man in der Mitte, vor dem Bau sehen kann: der Bildstock der  Mater Ter Admirabilis. Sie ist die Erste, die uns in ihrer Kleinheit und Schlichtheit in Belmonte willkommen heißt.

Mit meinem bisschen Italienisch schaffte ich, einen der Bauarbeiter nach der Person zu fragen, mit der ich verabredet war, um Belmonte kennen zu lernen und vor allem zu „unser aller Heiligtum“ zu kommen. Je weiter ich auf dem Gelände ging, desto mehr verschwand der Lärm der Straße und der Autos, und ich begann, die Stille der Natur des großen Parks von Belmonte zu genießen.

Die „Domus Pater Kentenich“ fällt auf durch ihre interessante Konstruktion mit halbrunden Formen und unterschiedlichen Höhen. Es sieht nicht aus wie die typischen Häuser von Schönstatt, wie ich sie in Florencio Varela oder in Deutschland gesehen habe. Das Design war ganz neuartig.

Als ich zum Heiligtum ging, versuchte ich mich an das Video vom Besuch Pater Kentenichs 1965 an diesem Ort zu erinnern, das ich in Buenos Aires gesehen hatte. Damals gab es hier gar nichts! Und dennoch ist die Gegenwart des Vaters und Gründers und dieser kleinen Gruppe, die ihn damals begleitete, zu einem Meilenstein in der Verbundenheit Schönstatts mit der Kirche geworden.

Die besonderen Symbole dieses Heiligtums

Beim Betreten des Heiligtums geht der Blick zuerst auf das Bild der Gottesmutter und ihres Sohnes. Immer suchen wir ihre Umarmung, die uns birgt und uns erinnert: „Es ist mein Heimatland, mein Schönstattland!“ Dann beginnt der Blick all die Gegenstände und Symbole zu sehen, die es gibt: die Tafel mit dem Ave Maria, die Statue des Heiligen Michael, das Vatersymbol, das Kreuz der Einheit. Und man vergleicht mit den Symbolen anderer Heiligtümer, in die man öfters geht oder die man besucht hat. Die Farbe von Holz und Metall, die Fenster, die Art des Kreuzes… In Belmonte fallen vor allem die Statue der Heiligen Familie auf der linken Seite auf und die Krüge, die jedes Land zur Einweihung im Jahr 2004 geschenkt hat.

Mehrere Stunden habe ich an diesem Tag im Zentrum Roma Belmonte verbracht, und zwei Tage später kehrte ich nach Argentinien zurück. Seitdem habe ich das Zentrum und das Pater-Kentenich-Haus wachsen sehen dank der Artikel, die ich auf schoenstatt.org gelesen habe und durch das Abonnieren des Belmonte-Newsletters.

Wie ich den Bau von Belmonte mitverfolgt habe

Wenige Monate nach meinem Besuch waren die jungen Männer in Belmonte, die zum Fackellauf nach Schönstatt aufbrachen. Drei Wochen danach kamen die Pilger aus aller Welt von der Feier von 100 Jahren Liebesbündnis in Schönstatt in Deutschland, die vor der Audienz mit Papst Franziskus das Heiligtum von Belmonte besuchten. Das Haus wurde vorbereitet, sie zu empfangen. So gab es Orte der Begegnung und für alles, was zu einer Wallfahrt auch dazu gehört: Erfrischungen, Kaffee, Verkauf von Büchern und Andenken.

Später hörte ich von den Projekten, die dafür sorgen sollten, dass das Schönstattzentrum Roma Belmonte wirklich „unser aller“ würde. So lernte ich die Initiative Ein Zimmer für jedes Land kennen, die Patenschaft für Türen und Fenster  und die Strömung der Bildstöcke.

Belmonte ist unser aller Anliegen

Im Jahr 2015 verfolgte ich die Aktivitäten und das Wachsen von Belmonte noch intensiver, denn  ein Argentinier, Daniel Lozano, wurde dort Rektor, und ich kannte ihn von verschiedenen Schönstatt-Veranstaltungen in meinem Land. Am Tag seines Amtsantrittes sagte er etwas, das mir vieles klar machte: „Belmonte ist nicht deutsch, nicht italienisch, nicht argentinisch, sondern von uns allen!“

Damals war es schon nicht mehr nötig, Zelte aufzustellen, denn die Messen mit größerer Beteiligung wurden in der Eingangshalle des Hauses gefeiert. Nach und nach kamen Gegenstände aus den verschiedenen Ländern für die Zimmer, und die Besucher wollten oft sehen, wie das Zimmer ihres Landes aussah und wohin man vom Fenster aus schaute.

Etwas später dann erhielten die drei Gruppenräume ihre Namen: Gertraud-Zimmer (in Erinnerung an die erste Frau in Schönstatt, Gertraud von Bullion), Reinisch-Zimmer (im Gedenken an P.Franz Reinisch) und Pozzobon-Raum, in dem aus den Fotos der Bildstöcke aus aller Welt ein Mosaik der Pilgernden Gottesmutter von Schönstatt entstehen wird.

 

Baueinsatz August 2017 – Foto: Carmen Reinle

Kleine Geschichten, aus denen die große Geschichte entsteht

Eine kleine Notiz, die manche vielleicht übersehen haben, die aber meine Aufmerksamkeit erregte, war der Baueinsatz eines guten Dutzends von Jugendlichen, begleitet von einem Priester und einem Ehepaar, die in ihren Ferien 2016 zum Arbeiten nach Belmonte gefahren waren, um den Parkplatz zu pflastern. Sie waren Mitte August diesen Jahres auch wieder dort!

Wir erfuhren in den Newslettern auch andere Geschichten wie die von den „Belmonte-Tomaten“, den Belmonte-Tagungen in Deutschland oder von Gianni und Elena Buosi, die mit ihrer Arbeit das Schönstattzentrum in Rom mitttragen. Wir alle können beitragen. Jeder Einzelne, jedes Gebet, jede Minute, jede Spende – alles trägt bei zum Bau des Internationalen Zentrums Roma Belmonte.

Blick durch das Eingangstor

2017: Das Domus Pater Kentenich wird eröffnet

Im Jahr 2017  wurde Marcelo Cervi zum Rektor in Belmonte ernannt, und ich durfte von März bis Juli 2017 mitwirken bei der  Produktion von insgesamt sechs Videos, in denen kurz und prägnant Neuigkeiten aus Belmonte vermittelt wurden. In der Fastenzeit wurde ein Bild von Papst Franziskus ins Heiligtum gestellt, um deutlich zu machen: „Hier beten wir jeden Tag für den Heiligen Vater.“

Das Pastoralprogramm  enthält viele Aktivitäten, um Belmonte für die Weltkirche zu öffnen und ist schon bis 2018 genau geplant.

Mit dem letzten Newsletter kam dann die so lange erwartete Nachricht: Das Domus Pater Kentenich wird am 16. November eröffnet!

Im Brief vom 4. Juli schreiben der Generalrektor Dr. Christian Löhr und der Rektor von Belmonte, P. Marcelo Cervi, mit großer Freude:

„Nun ist es endlich soweit! Das vom Generalpräsidium des Schönstattwerkes versprochene Geschenk an Pater Kentenich kann vollends eingelöst werden: Über 50 Jahre sollte es nun dauern, bis fertig gestellt werden konnte, was unser Gründer an seinem 80. Geburtstag am 16. November 1965 sichtbar in einem Modell freudig in Empfang nahm. Es ist uns eine Freude und Ehre, Sie mit diesem Schreiben persönlich zur feierlichen Eröffnung des internationalen Tagungs- und Gästehauses Domus Pater Kentenich auf Belmonte einzuladen. An diesem Tag wollen wir mit vielen Freunden, die Belmonte bisher gefördert und unterstützt haben, darunter auch viele Baueinsatz-Jugendliche, die Fertigstellung des internationalen Schönstatt-Zentrums in Rom feiern.“

Noch einmal nach Belmonte zu kommen, ist für jetzt ein großer Wunsch. Ich habe keine Ahnung, ob und wann er sich erfüllen wird.

Doch ich bin sicher, dass ich immer dann, wenn ich einen Zettel mit meinem Beitrag zum Gnadenkapital in mein Hausheiligtum lege, im Liebesbündnis mit Maria, ihn auch in den Krug des Heiligtums von Belmonte lege.


Buchungsanfragen an Elena Buosi:  [email protected]

www.roma-belmonte.info

Zum Nachlesen: Newsletter 8/2017

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