Veröffentlicht am 24. August 2017 In Leben im Bündnis

75 Jahre Familienbewegung und (fast) eine wunderbare Brotvermehrung in Australien

AUSTRALIEN, Sr. Julie Brcar und Melissa Janknegt •

„Es war ein Wunder, dass alle satt geworden sind!”, so Sr. Julie Brcar glücklich nach dem Fest am 16. Juli am Schönstattheiligtum in Mulgoa. Gefeiert wurden 75 Jahre Gründung der Schönstatt-Familienbewegung. Eine gemeinsame Feier vereinte an diesem Sonntag Familien auf mehreren Kontinenten, unter anderem in Lamar, Texas, USA, Santa Maria, Atibaia, Londrina und anderen Orten in Brasilien und am vielleicht unwahrscheinlichsten Ort dieser Erde – einem Ort des Todes, des Hungers, der Gewalt und Gräueltaten -, nämlich dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau, zur Feier der Gründung der Schönstatt-Familienbewegung im Jahr 1942.

Zu der feierlichen Messe und dem Mittagessen hatten die Schönstätter Marienschwestern etwa 200 Menschen erwartet, doch stattdessen tauchten rund 350 auf.

Alle Erwartungen übertroffen – und alle wurden satt

Überwältigt von den Zahlen, freuten sich die Schwestern über jeden, der bei der Speisung der Hungrigen aushalf.

„Zum Glück hat eine Familie ein Lamm auf einen Bratspieß gesteckt, und viele andere Familien haben ausgeholfen. Damit haben wir die unerwarteten Scharen satt bekommen“, sagte Sr. Julie.

Begonnen hatte der Tag mit der heiligen Messe, und nach dem erwähnten Mittagessen folgte eine Präsentation über die Geschichte der Schönstatt-Familienbewegung und was ihre Mitglieder bewegt, mitten in der heutigen Welt nach dem Ideal der Heiligen Familie zu streben.

Paul und Anne Toutounji, die in der Schönstatt-Familienbewegung aufgewachsen sind – 40 Ehejahre mit vier Kindern und neun Enkelkindern – und Carmen Cecilia Lunardelli, ein Mitglied des Schönstatt-Familienbundes aus Brasilien, gaben Zeugnisse.

Nach einer Zeit der Eucharistischen Anbetung und dem Segen sang eine Kindergruppe ein Lied nach der Melodie von “We Are Australian” [Wir sind Australier], wobei sie den Refrain neu formulierten: „We share a God and sing with one voice, I am, you are, we are a family“ [Wir teilen miteinander einen Gott und singen mit einer Stimme, ich bin, du bist, wir sind eine Familie“].

Mitglieder der Schönstatt-Familienbewegung hatten zur Vorbereitung während der neun Wochen vor der Jubiläumsfeier eine Novene gebetet, in der sie über Worte und Spiritualität des Vaters und Gründers, P. Josef Kentenich, reflektierten.

Von einem Kontinent zum anderen

Am 16. Juli 1942 hat Pater Kentenich im Konzentrationslager Dachau in  Deutschland, wo er seines Glaubens wegen inhaftiert war, die Schönstatt-Familienbewegung gegründet. Seitdem hat sich die Schönstatt-Familienbewegung in der ganzen Welt ausgebreitet.

 

 

Das Zentrum Mt. Schoenstatt bei Mulgoa liegt knapp eine Stunde westlich von Sydney auf 50 Hektar Naturlandschaft. Es ist das Zentrum der Schönstatt-Bewegung in Ost-Australien und bietet sowohl Unterkunft wie Raum für Tagungen. Ein weiteres Schönstattheiligtum in West-Australien ist in Armadale, in der Nähe von Perth. Kew in der Nähe von Melbourne beherbergt ein weiteres Schönstatt-Heiligtum, das aber keine genaue Kopie des Urheiligtums ist. Es wurde auf dem Gelände des Zentrums der Pallottiner gebaut und 1952 eingeweiht.

Artikel im Catholic Weekly:
https://www.catholicweekly.com.au/founded-in-a-concentration-camp-schoenstatt-family-movement-hits-75-years/
Informationen zur Schönstatt-Bewegung in Australien : www.schoenstatt.org.au

Original: Englisch 20.08.2017. Übersetzung: Ursula Sundarp, Dinslaken, Deutschland/mf

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