Veröffentlicht am 2017-07-07 In Leben im Bündnis

Mehr als ein Motto fürs Familiencamp – es geht auch um Flüchtlingsboote auf dem Mittelmeer

DEUTSCHLAND, Wolfgang Fella •

Mottopartys sind in Deutschland im Moment auch bei Erwachsenen richtig Trend. Mottowochen gibt es seit einigen Jahren an den Gymnasien in der letzten Unterrichtswoche der Abiturienten – die kommen je nach Tagesmotto verkleidet in die Schule, dazu gibt es Aktionen, Auftritte, viel Spaß und manchmal auch Nachdenkliches. Von Kindheitshelden über ‚Erster Schultag‘, ‚Plüschtiershow‘ bis ‚Krieg der Sterne‘ oder Hollywood, Golden Sixties, Pyjamaparty, Flower Power oder Kreuzfahrt: alles geht. Für Außenstehende etwas schräg oder eher Kindergeburtstag, für die, die dabei sind, eine Menge Spaß und Kreativität. So ähnlich geht es auch beim Familiencamp auf der Marienhöhe in Würzburg, einer Art Mottowoche für Familien mit Kindern. „Leinen los“ hieß es da, und für den echten Mottofan braucht es dafür kein Meer in der Nähe. Wolfgang Fella berichtet mottointern von dieser ganz besonderen Zeit.

 

Ganz in rot und weiß – so steht ein großer Leuchtturm vor dem Würzburger Heiligtum und macht deutlich, um was es in diesem Jahr beim Camp der Familienbewegung geht. Unter dem Motto „Leinen los…“ fährt man diesmal zur See und erlebt auf den verschiedenen Landgängen allerhand. Auf den Streifen des Leuchtturms haben sich die teilnehmenden Familiencrews verewigt. Ganz oben, wo normalerweise das Leuchtfeuer zu sehen ist, leuchtet ein MTA-Bild und gibt die Richtung für die gemeinsamen Tage rund um das diözesane Schönstattzentrum auf der Marienhöhe an.

Schiffskonzert mit Pfarrer Eschenbacher

Schlechtes Wetter war gemeldet, und so waren alle froh, dass es am ersten Abend doch noch mit dem Lagerfeuer klappte. Der neue geistliche Standesleiter für die Familien, Pfarrer Thomas Eschenbacher aus Hammelburg, konnte sich bei der Gelegenheit vorstellen und war musikalisch gleich in seinem Element. Sein mitgebrachtes Liederbuch wurde ausgiebig genutzt ehe eine „halbe“ Gruselgeschichte den Abend abschloss und alle in die Zelte und in die Betten des Schönstattzentrums verabschiedete.

Landgang nach Emmaus

Am nächsten Morgen dann laute Schreie beim Morgengebet. In einem Mitmachlied geht es auf hohe See und die Angst vor dem Sturm wird lautstark zum Ausdruck gebracht, aber auch der Blick nach oben und die Rettung die von dort naht. Beim anschließenden Landgang geht es dann schnurstracks nach Emmaus. Kapitän Pater Bernhard Schneider und Steuerfrau Schwester M. Louise Schulz führen die Ehepaare im Rahmen eines Gottesdienstes in die nahen Weinberge. Dann ein hastiges Mittagessen, denn die nächste Schifffahrt steht bevor. Diesmal allerdings nicht nur gedanklich, sondern ganz real.

Auf dem Main mit der „Alten Liebe“

Mit der „Barbarossa“ sticht man in Würzburg in den Main und flussabwärts geht es bis nach Veitshöchheim. Dort wartet ein großer Rokokogarten, in dem die Familiencrews allerhand Fragen zu beantworten und interessante Punkte anzusteuern haben. Und wieder hält das Wetter, sodass man anschließend noch auf einem Spielplatz ordentlich Picknick machen kann. Dann bringt die „Alte Liebe“ alle wieder zurück nach Würzburg. Kaum zurück auf der Marienhöhe halten die dunklen Wolken aber nicht mehr still, sondern regnen sich über dem Camp aus.

Der Ball rollt diesmal unter Deck

So droht das traditionelle Fußballspiel der Väter gegen die Nachwuchsmannschaft auszufallen. Kurzerhand wird nach dem Indoor-Grillen ein Hallenturnier im Bolzraum angesetzt. Die Tribüne ist gut gefüllt als diesmal nur in Strümpfen im Keller des Schönstattzentrums dem runden Leder nachgejagt wird. Wenig überraschend gelingt es auch in diesem Jahr den Jüngeren die Senioren zu schlagen. Dann ist noch Zeit für einige lustige Spiele und eine gruselige Seemannsgeschichte. Beim Abendgebet im Heiligtum stehen nach der eigenen Vergnügungsfahrt mit dem Ausflugsschiff ganz andere Schiffe im Mittelpunkt. Die Familien blicken dabei auf die Bootsflüchtlinge dieser Tage und erinnern an deren Schicksale auf ihrer Flucht über das Meer.

Seestürme und Synergieeffekte

Beim morgendlichen Gebet findet man lauter kleine Boote vor dem Altar. Auf die können die Familien dann die Auslöser für so manchen Familiensturm schreiben. Weiter geht es  mit Teamarbeit auf dem Schiff. Sabine und Werner Flohr stellen die Synergieeffekte im Eheteam vor und verweisen dabei auch auf einige Erkenntnisse aus der Glücksforschung. Die Vorteile ausgeglichener Delegation legen sie den Eheleuten ans Herz und lassen ein solches mit Eigenschaften beschreiben, die man am Partner schätzt.

Nachdem der Regen längst weitergezogen ist, kann mit einem Gottesdienst vor dem Heiligtum das Familiencamp trocken abgeschlossen werden. Auch da steht der Sturm auf der See im Mittelpunkt und einige der jüngeren Teilnehmer spielen die Szene in Gewändern mit Jesus im Boot nach. Zufrieden und gesegnet fahren die teilnehmenden Familien schließlich in ihre Heimathäfen zurück.

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