Veröffentlicht am 2017-02-08 In Allgemein

Der Geist von Belmonte ist der Geist des Herausgehens

ROMA BELMONTE, María Fischer im Interview mit P. Marcelo Cervi •

2. Februar, Darstellung des Herrn, „Maria Lichtmess“, ein Fest für Belmonte und die kleine Familie von Belmonte hat sich an diesem Tag in Erinnerung an den 2. Februar 1966 versammelt. An jenem Tag besuchte Pater Kentenich das Gelände von Belmonte und sprach über die Sendung dieses Ortes und dieses Heiligtums – das es damals nur in den Herzen gab – im lokalen und personalen Zentrum der Weltkirche, in der Stadt des Papstes.

Wer am Tag vor dem 2. Februar oder an diesem selbst auf die Webseite von Belmonte gegangen war, entdeckte dort unter Aktuelles diese Information zusammen mit der Einladung, physisch oder im Geist bei der Heiligen Messe dabei zu sein, die um 19.00 Uhr in Belmonte gefeiert würde. P. Marcelo Cervi lud außerdem, wie er sagte, „unsere Leute in Brasilien“ dazu ein, und auch in den Whatsapp-Gruppen der Freunde von Belmonte ging die Einladung weiter. Innerhalb weniger Stunden „eilten“ Schönstätter aus der Schweiz, aus Österreich, Brasilien, Deutschland, Argentinien und Chile mit großer Freude nach Belmonte.

Ein Zeichen der Solidarität mit Chile

Eine sehr bedeutende Geste genau an dem Tag,   an dem der Bewegungsleiter von Chile, P. Mariano Irureta, in einem Brief um solidarische Hilfe – in Gebet, Gnadenkapital und Spenden –  für die Opfer der Waldbrände in Chile bat: Der Krug vom Heiligtum in Bellavista, Chile, der schon seit einigen Tagen im Heiligtum steht, war in dieser heiligen Messe dabei.

Die heilige Messe begann um 19.00 Uhr Ortszeit.  Vorgesehen war eigentlich, die Segnung der Kerzen im Heiligtum zu machen und dann in Prozession zum Pater-Kentenich-Haus zu ziehen. Doch es war an diesem Abend sehr kalt, und es wehte ein so starker, eisiger Wind, dass die Prozession unmöglich war.

So feierten die gut 40 Anwesenden, darunter auch Kinder und junge Familien, die Segnung der Kerzen im Eingang des Hauses, und dann gab es eine Prozession über die Treppen. Anschließend war die heilige Messe, konzelebriert von P. P. Marcelo Cervi, Pfr. Georg Egle und P. Daniel Lozano, in der Eingangshalle des Domus Pater Kentenich, begleitet von einer kleinen Musikgruppe – und vielen Kerzen!

Wir gehören mehr zu Christus, wir gehören mehr  zur Kirche – das macht das Liebesbündnis

In der Predigt erinnerte P. Marcelo Cervi an die Antiphon des Psalms: „Der Herr kommt zu seinem heiligen Tempel“, wobei er sagte, dass der Tempel des Alten Testamentes in Jerusalem in der Zeit der Kirche wir sind, wie der Apostel Paulus lehrt (vgl. 1 Kor 3,16). Dann ist das heutige Fest eine Bitte an den Herrn, zu seinem Tempel zu kommen, der wir alle sind, und so, wie er den alten Tempel in Jerusalem erleuchtet hat, den Tempel unseres Lebens zu erleuchten, damit es uns glückt, Abglanz des Herrn, des wahren Lichtes, das die Welt erleuchtet, zu sein. Christus ist das Licht, das die Dunkelheit bricht. Wir brauchen dieses Licht, um die große innere und äußere Finsternis unseres Lebens zu brechen. Die inneren Dunkelheiten sind unsere Ängste, Unsicherheiten, Zweifel, Versuchungen…  Die äußeren Dunkelheiten sind die Gelegenheiten zur Sünde, die Übel der Welt, die Schwierigkeit des Zeugnisses für Jesus im Alltag… Er kann in uns hereintreten und all das brechen. Und wer bringt Jesus? Maria… Wir finden ihn in Marias Armen… So wie Maria ihn in den Tempel von Jerusalem trug, so ist es heute Maria, die Jesus in unser Leben trägt, besonders durch das Liebesbündnis. Wir, die wir hier sind, haben erfahren, wie das Liebesbündnis unser Leben erleuchtet und manche Dunkelheiten gebrochen hat.

Natürlich waren die meisten von uns schon Christi Leute, Leute der Kirche… Doch das Liebesbündnis macht, dass wir zu Christus gehören, mehr zur Kirche gehören. Und das müssen wir der Welt sagen! Daher… ist das die Mission von Belmonte: der Kirche und der ganzen Welt sagen, was das Liebesbündnis Schönstatts an Licht in unser Leben gebracht hat für das Leben der Welt. Damit viele dieses Liebesbündnis für ihr Leben entdecken.

Bündniskultur

Der 2. Februar ist ein Tag, an dem die Schönstattfamilie sich daran erinnert, dass genau vor 75 Jahren, am 2. Februar 1942, während P. Kentenich im Gefängnis in Koblenz inhaftiert war und darauf wartete, was für sein Leben entschieden würde, ein Wunder der Vorsehung geschah. An diesem Tag im Jahr 1942 wurde durch den Beschluss der Gestapo in Berlin Pater Kentenich ins Konzentrationslager Dachau (Arbeitslager) und nicht ins KZ Mauthausen (Vernichtungslager) geschickt, wie es wohl zuerst vorgesehen war. Wäre er nach Mauthausen gekommen, so hätte dies den sicheren Tod bedeutet. Die Vorsehung arbeitete in der Stille. Erst nach Kriegsende ist das bekannt geworden.

An diesem 2. Februar denken wir auch daran, wie wir im Jahr 1966 an diesem gleichen Tag hier, auf dem heiligen Land von Belmonte, wo Pater Kentenich dreimal gewesen ist, die Aufgabe erhalten haben, mit unserem Leben und durch unsere Zusammenarbeit dafür zu sorgen, dass Schönstatt, so wie es von Gottes Vorsehung gedacht ist, in der Kirche immer mehr verstanden und gekündet wird – ein Schönstatt im Dienst der Kirche.

Dass man uns kennt als „diese Leute mit dem Bündnis“, die bereit sind, überall eine Bündniskultur zu gestalten, die Solidarität schafft, wie es Papst Franziskus uns in der Jubiläumsaudienz 2014 gesagt hat.

Wie war diese erste Feier des Festes der Darstellung des Herrn für  Marcelo Cervi?, wollen wir wissen. Er antwortet mit sichtlicher Freude: „Ein Fest!  Wir sind alle sehr glücklich aus der Feier gekommen, erfüllt vom Geist von Belmonte, der Geist des Herausgehens ist, um allen Menschen und der ganzen Kirche zu zeigen, was für ein Geschenk Schönstatt ist und wie gut es uns in unserem Leben tut, wie es unser Leben erleuchtet, damit wir wirklich missionarische Jünger Jesu werden!“

Im Heiligtum von Aparecida, dort, wo die Mission, missionarische Jünger zu sein, verkündet wurde, steht eine Statue der Gottesmutter mit dem Titel „Unsere Liebe Frau der Hoffnung von Belmonte“. Diese heilige Messe am Abend des 2. Februar hatte viel von dieser „Hoffnung von Belmonte“ für die Anwesenden – und sicher besonders für die Schönstattfamilie von Chile, präsent im Symbol ihres Kruges in diesen Tagen des Schmerzes angesichts der Opfer und Schäden, die die verheerenden Waldbrände verursachen.

Tita Rivera de Andras, Chilenin aus dem Team von schoenstatt.org, antwortete, als sie noch am Abend des 2. Februar die Fotos vom Krug aus Chile in Belmonte erhielt: „Herzlichen Dank für dieses schöne Zeichen der Solidarität!“

Belmonte braucht „unser aller“ Spenden:

Original: Spanisch/Portugiesisch. Übersetzung: Maria Fischer, schoenstatt.org

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