Veröffentlicht am 2017-01-27 In Leben im Bündnis

Die Sendung Schönstatts für die Kirche geht nur mit allen, miteinander, im Bündnis

ROMA BELMONTE, Maria Fischer •

22. Januar 2017. In Ranchos in der Provinz Buenos Aires beginnen die Familien-Misiones 2017, im Gebet unterstützt und begleitet von Schönstättern auf mehreren Kontinenten. In Villa Cura Brochero beenden 75 Jugendliche aus mehreren Ländern Südamerikas und Österreich ihre Fußwallfahrt zum Grab des ersten argentinischen Heiligen und übergeben ihm die Gebetsanliegen von Menschen aus noch mehr Ländern. In Rom und in aller Welt feiern die Pallottiner das Fest von Vinzenz Pallotti, dem Apostel des Weltapostolates, dessen Sendung einen Pater Kentenich so sehr faszinierte. Weltweite, Internationalität: „Der Zug zur Weltweite, das Streben nach Internationalität, die Sehnsucht zum Weltapostolat liegt der Familie einfach im Blute“, sagte er 1948.

Ein Wort, so aktuell in diesen Tagen der Amtsübernahme von „America first“ und dem Aufstieg überwunden geglaubter Nationalismen, Populismen und Protektionismen von Frankreich first über Holland und Ungarn first zu Wohlstand first und ich first … Am selben 20. Januar, der viele mit Sorge auf die Amtsübernahme des neuen Präsidenten in Washington schauen ließ, fand in Schönstatt die Amtseinführung des neuen Generalrektors des Institutes der Schönstatt-Diözesanpriester,  Dr. Christian Löhr,  zusammen mit seinem Rat, bestehend aus Priestern aus Deutschland, Burundi und der Dominikanischen Republik, statt. Seine erste Amtshandlung war an diesem 22. Januar die Einführung des neuen Rektors des Internationalen Schönstatt-Heiligtums in Rom, Pfr. Marcelo Cervi, eines brasilianischen Priesters, dessen erste Worte als Rektor anzeigten, welcher Wind an diesem Ort in der Stadt des Papstes weht und wehen wird: „Belmonte, das heißt: Die Mission Schönstatts für die Kirche können wir nur mit allen zusammen, gemeinsam, im Bündnis verwirklichen. „Mit allen zusammen – Diözesanpriester, Schönstatt-Patres, Marienschwestern, Frauen von Schönstatt, Pilger, Familien, Bünde, Missionare der Kampagne, Brasilianer, Italiener, Argentinier, Deutsche, Jugendliche, Erwachsene, Ältere, alle.“

Mehr als bloße Worte.

22. Januar, 14.23 Uhr, wenige Minuten, nachdem das familienhafte Mittagessen zu Ende ist, sagt er zu mir: „Maria, haben Sie Ihre Kamera parat? Jetzt müssen wir schnell ins Heiligtum gehen und eine Videobotschaft für die Schönstattfamilie von Costa Rica aufnehmen, für die Einweihung ihres Heiligtums.“

Vom kleinen Bildstock aus …

Die Feier beginnt an diesem immer sonniger werdenden Sonntagmorgen in Belmonte am Bildstock im unteren Teil des Geländes, Zeuge des schlichten und mutigen Anfangs dessen, was wir heute Internationales Schönstattzentrum Rom nennen, Zeuge des Segens und der Vision Pater Kentenichs für diesen Ort, den er mit nicht mehr und nicht weniger als seinem Bild einer neuen Kirche verknüpft hat, jener Kirche des Zweiten Vatikanischen Konzils, die Schönstatt die Gnade hatte, zu antizipieren – und die mit der Kirche und im Dienst an ihr mitzugestalten jetzt Schönstatts Aufgabe ist.

Dr. Christian Löhr stellt die Mitglieder der neuen Generalleitung des Institutes der Schönstatt-Diözesanpriester vor und begrüßt alle Anwesenden auf Italienisch und kurz auch auf Deutsch. Schönstatt-Patres aus Argentinien und Paraguay, die in Rom in der Pfarrei Santi Patroni, die immer mehr zu einem Bezugsort für die Schönstätter in Rom, vor allem die Jugend, wird, arbeiten, sind gekommen, mehrere Marienschwestern vom Cor Ecclesiae-Heiligtum – Brasilianerinnen, Argentinierinnen, Paraguayerinnen -, Frauen von Schönstatt aus Chile und Italien, brasilianische Priester aus dem Institut und aus der Diözese von Pfr. Marcelo Cervi, die in Rom studieren, ebenso Ehepaar Aloisia und Albert Busch aus Deutschland, Mitglieder des Instituts der Schönstattfamilien, und viele Schönstätter aus Italien und aus Rom, unter ihnen viele „nicht in Italien geborene Römer“, wie Dr. Löhr scherzhaft sagt. Auch wenn viele der „römischen“ Schönstätter nicht da sind, zeigen diese wenigen Minuten, in denen die verschiedenen Landsleute sich durch Handzeichen zu erkennen geben klar und deutlich: Schönstatt in Rom ist international, weil Rom international ist, weil dort Hunderte von Priestern und Laien aus aller Herren Länder im Zentrum der Weltkirche studieren und arbeiten.

… über das Domus Pater Kentenich …

In Prozession geht es dann, begleitet von Gitarrenklängen und Liedern, hinauf in die Eingangshalle des Domus Pater Kentenich, wo schon so oft bedeutende Ereignisse gefeiert worden sind, und an deren „Randbedingungen“ man den Baufortschritt festmachen kann, wie Schwester Yvonne augenzwinkernd sagt. Den neuen Rektor und die feiernde Gemeinschaft erwartet an diesem 22. Januar die Eingangshalle nicht nur wie gewohnt mit am Abend zuvor arrangierten Blumen und professioneller Soundanlage, sondern auch mit Strom und Licht und einer Auswahl der Krüge, die aus den verschiedenen Ländern zur Einweihung des Heiligtums am 8. September 2004 gebracht worden waren. Und so sind dann Bolivien und Brasilien, Argentinien und Burundi mit ihren Krügen vertreten. Chor und Musikgruppe der römischen Schönstattfamilie unter Leitung von Schw. Giulia geben der von Abschied, Übergang und Neubeginn geprägten heiligen Messe einen festlich-frohen Rahmen.

Dank geht an Dr. Daniel Lozano für die zwei Jahre seines Dienstes für Belmonte, und er dankt seiner Gemeinschaft und der anwesenden Schönstattfamilie für alle Unterstützung. Am 10. Februar geht es für ihn zurück nach Argentinien. Dank geht an Dr. Peter Wolf, der nach 24 Jahren sein Amt als Generalrektor seiner Gemeinschaft zurückgegeben hat. Seine Worte des Dankes und Abschieds – er spricht in Deutsch, Dr. Christian Löhr übersetzt ins Italienische – berühren, besonders als er bekennt, dass der dunkelste und schwerste Moment seiner Amtszeit jener Abend im Frühjahr 2014 war, als der erste Rektor von Belmonte, Pfr. Stefan Müller, ihm das Amt krankheitshalber zurückgeben musste. Er drückt seine Hoffnung aus, dass jetzt nach allen Schwierigkeiten Belmonte seine Sendung im Dienst von ganz Schönstatt und der Kirche erfüllen kann.

Dr. Christian Löhr händigt Pfr. Marcelo Cervi offiziell die Schlüssel des Heiligtums aus und übergibt ihm das Ernennungsdekret, Kindern bringen Blumen für alle Gehenden und Kommenden als Zeichen von Dank und Versprechen der Mitarbeit, Ehepaar Busch überbringt die Grüße des Romkuratoriums, und alle applaudieren denen, die sich verabschieden, denen die neu anfangen und denen, die bleiben …

Verbindung gibt es nur bei offener Tür

Zusammenarbeit, Miteinander: das ist der rote Faden in der Predigt von Pfr. Marcelo Cervi, der zunächst in Italienisch spricht und am Schluss, als er weiß, dass die Liveübertragung klappt, die anwesenden Brasilianer und seine Landsleute per Internet in Portugiesisch grüßt.

„Belmonte, das heißt: die Mission Schönstatts für die Kirche können wir nur mit allen zusammen, gemeinsam, im Bündnis verwirklichen.“ Mit allen zusammen – Diözesanpriester, Schönstatt-Patres, Marienschwestern, Frauen von Schönstatt, Pilger, Familien, Bünde, Missionare der Kampagne, Brasilianer, Italiener, Argentinier, Deutsche, Jugendliche, Erwachsene, Ältere, alle.“

Mit einer schönen Prise Humor erinnert er an seinen Urlaub in Rio de Janeiro mit Sonne und sommerlichen Temperaturen und danach die Ankunft in der Winterkälte von Rom – und erst recht bei zehn Grad Minus in Deutschland! Und man spürt, dass brasilianische Wärme und Herzlichkeit bereit sind, es mit europäischer Kälte aufzunehmen. „Dann können wir die Eingangstür ja offen lassen“, flüstert Davide Russo, verantwortlich für Video und Livestream. „Tür zu – Verbindung futsch. Tür auf – alles läuft wie am Schnürchen.“ Recht hat er. Verbindung gibt es nur bei offener Tür. Gilt nicht nur für den Livestream an diesem Morgen, sondern für Belmonte, für Schönstatt, für die Kirche, für die Welt.

Offene Tür und „Hoffnung von Belmonte“. P. Marcelo Cervi erzählt noch einmal die Geschichte, die er schon im letzten Belmonte-Newsletter und auf schoenstatt.org weitergegeben hatte, von der Entdeckung der Statue der Gottesmutter in Aparecida mit dem Titel: „Unsere Liebe Frau der Hoffnung von Belmonte“. Ausgerechnet Aparecida mit seiner für Papst Franziskus so wichtigen Botschaft.

Maria, Königin der Hoffnung. Königin der Offenen Tür. Königin des missionarischen Herausgehens. Königin der Kultur der Begegnung, der Bündniskultur.

Ein Hauch von neuer Zeit, von Advent weht über Belmonte.

 

Predigt von Pfr. Marcelo Cervi (Italienisch/Portugiesisch)

 

… hinauf zu unser aller Heiligtum

Man muss sich bewegen, herausgehen. Die Prozession herauf zum Heiligtum ist wie ein Zeichen. Im Heiligtum und davor weihen sich alle erneut Maria, der Dreimal Wunderbaren Mutter von Schönstatt. Und alle sind präsent, die in irgendeiner Weise mit diesem Heiligtum verbunden sind. „Ich würde gerne an alle Bildstöcke, die schon ihr Foto in Belmonte haben, einen Dankesbrief schicken und eine Art Zertifikat, das sie irgendwo anbringen können“, sagt Pfr. Marcelo Cervi, der die Strömung der Bildstöcke für den Pozzobon-Raum in Belmonte sehr gegenwärtig hat. Dabei hat er das Geschenk in der Hand, das er gerade bekommen hat, ein gerahmtes Bild von „Joao Pozzobon von Belmonte“.

„Und jetzt ein Foto mit Pater Kentenich“, sagt Dr. Christian Löhr, und dann folgt ein fröhliches Foto-Shooting: Priester mit Herrn Pater, Marienschwestern mit Herrn Pater,  Diözesanpriester und Patres mit Herrn Pater, Schwestern und Rektor mit Herrn Pater,  jeder einzeln mit Herrn Pater, alle mit Herrn Pater und dann nochmal von vorn und das gläubige Gottesvolk mit Handy davor auf den Knien …

Anschließend sind alle eingeladen zum Mittagessen und zur familienhaften Begegnung, und da wird munter in Italienisch, Deutsch, Portugiesisch, Spanisch oder mit Händen und Füßen und Lächeln geredet.

Als es nach Belmonte zurückgeht und die Festgäste sich auf den Heimweg machen, geht Pfr. Marcelo Cervi zum Heiligtum, nimmt den kleinen Krug von Costa Rica mit dem Band in den Landesfarben in die Hand,  sendet einen Gruß an die Schönstattfamilie von Costa Rica zum 18. März, dem Tag der Einweihung ihres Heiligtums, und schließt mit den Worten: Sie sind hier immer präsent.

Und das gilt nicht nur für Costa Rica.

Fotoalbum (auch zum Herunterladen).

170122 Belmonte P. Marcelo Cervi

Kurzinterviews mit Pfr. Daniel Lozano und Pfr. Marcelo Cervi von Davide Russo (italienisch):

Offizielle Webseite von Belmonte:  www.roma-belmonte.info

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Kontakt  mit P. Marcelo Cervi: [email protected]

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer/schoenstatt.org

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