Veröffentlicht am 25. September 2016 In Leben im Bündnis

Unser Hausheiligtum „Zuflucht“

PARAGUAY, Dorys und Jorge Ortigoza •

Es war im Jahr 2005; wir haben an einer Tagung über das Hausheiligtum teilgenommen während der Einführungsphase in der Schönstatt-Familienbewegung. P. Déogratias Marahukiro (Burundi) hielt einen Vortrag und bot das Sakrament der Versöhnung an. Alles, was er uns über das Hausheiligtum sagte, berührte uns tief, und gleichzeitig hatten wir beide den Gedanken, dass es Zeit sei, das unsere einzuweihen. Wir wandten uns an Pater Deo, wir teilten ihm unsere Gedanken mit und baten ihn, die Einweihung in unserem Haus zu feiern. Er war sehr glücklich und fragte: „Wann …?“ Wir antworteten: „Wann immer Sie können, Pater Deo.“ Er schaute in seinen Kalender und sagte plötzlich „26. November“. Jorge und ich schauten uns an und sagten zu ihm: „Das ist ausgezeichnet, denn das ist unser Hochzeitstag.“

Der Grund für die Eile

Und so begann die geistliche Erarbeitung unseres Hausheiligtums. Wir sprachen mit unseren Kindern. Wir baten jedes, ein Symbol zu wählen und es zu erarbeiten. Wir hatten noch nichts, aber wir waren glücklich, dass wir in etwa vier Monaten unser Hausheiligtum haben würden.

Wir arbeiteten hart, um der Gottesmutter das Beste anzubieten, das wir hatten, in unserem Haus, in unserer Familie, in unserem Leben.

Der große Tag kam. Wir hatten nur die Familien aus unserer Gruppe eingeladen und Nelly Turró, damit sie ihr Zeugnis gab. Hernán Brugada, Julito Chansin und zwei Mädchen sangen zwei schöne Lieder während der Feier. Wie unser Leiter und Begleiter in Schönstatt und unsere Nachbarn davon erfuhren und auf einmal auch alle da waren, ist uns nie ganz klar geworden, doch sie waren da und es war eine große Feier. Die Gottesmutter war dabei, uns für etwas Großes vorzubereiten. Um die Feier zu vollenden, brachten wir unsere Symbole an. Während wir gesungen haben und die Glückwünsche der Teilnehmer entgegennahmen, klingelte das Telefon. Jorges Bruder war sehr  schwer erkrankt und lag im Koma. Wir verließen das Haus ohne Abschied, und ich fuhr so schnell ich konnte. Wir hielten uns an der Hand und beteten wieder und wieder das Vertrauensgebet. Am nächsten Morgen in der Frühe ging Jorges Bruder heim in das Haus des Vaters.

Nach einiger Zeit haben wir verstanden, warum wir uns so beeilt haben, unser Hausheiligtum einzuweihen. Die Gottesmutter wollte uns auf die schwere Prüfung vorbereiten, die uns bevorstand. Sie wollte in unserem Haus sein als unsere Mutter, als unsere Erzieherin, als unsere Verbündete und als unsere Mittlerin aller Gnaden.

Aber sie brauchte auch unser Haus als ihre Werkstatt. Sie brauchte von uns die Antwort der Liebe und unsere Hingabe. In gewisser  Weise brauchte sie uns, um das Bündnis zu bekräftigen, das wir mit ihr gerade vor einem Jahr geschlossen hatten. Wir haben ihr alles gegeben, was wir konnten, und sie hat die Einladung angenommen, sich in unserem Haus niederzulassen.

Immer frische Blumen

Als unsere Kinder klein waren, haben wir uns als Familie vor dem Hausheiligtum getroffen, und jeder hat ausgewertet, wie jedes Familienmitglied gehandelt hat, als einen Weg um unsere Beziehungen zu verbessern. Die Kinder vertrauten sich ihr auch mit ihren Prüfungen in der Schule oder Universität an. Heute ist es der Ort, zu dem wir gehen um unseren Dank auszusprechen für den Segen, dass sie alle berufstätig sind, und wir vertrauen uns ihr und ihrer Fürsprache an, wenn es irgendwelche Probleme oder Schwierigkeiten gibt.

Vom Hausheiligtum aus nimmt die Gottesmutter teil an allem, was in unserem Haus geschieht. Sie ist anwesend bei Besuchen, Treffen, bei Mittag- oder Abendessen; sie ist in allem dabei.

Unser Hausheiligtum, unsere Zuflucht, ist der Ort, wohin wir jeden Tag gehen um bei ihr zu sein: um ihr zu erzählen, was bei uns passiert, unsere Sorgen, das was uns glücklich macht, und das was uns bedrückt. Wir versammeln uns dort um Entscheidungen zu treffen. Wir bitten die Gottesmutter, diejenige zu sein, die uns ein Zeichen gibt, und irgendwie tut sie es. Von ihrem Platz aus schaut sie auf uns mit der Liebe und Zärtlichkeit, wie es nur die Mutter Jesu tun kann. Immer brennt eine Kerze, denn wir erhalten von dort das Licht von ihrem Sohn Jesus, und wir stellen ihr immer frische Blumen hin, denn wir möchten, dass sie sich in unserem Haus an diesen Kleinigkeiten erfreut, so wie wir glücklich sind über ihre Anwesenheit.

Quelle: Zeitschrift Tuparenda,  August 2016

Original: Spanisch.  Übersetzung: Ursula Sundarp, Dinslaken, Deutschland/mf

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