Veröffentlicht am 2016-09-14 In Leben im Bündnis

Eine Einladung dorthin, wo ihr Pfarrer in Rom zuhause ist

Von Maria Fischer •

„Das könnten sie sein, die sehen touristisch aus und etwas müde…“ Von der Tür des Domus Pater Kentenich in Belmonte kann man alle, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Belmonte kommen, schon von weitem kommen sehen – fast wie der barmherzige Vater des Evangeliums!

An der Bushaltestelle gegenüber dem unteren Eingang von Belmonte steht eine Gruppe von etwa zehn Personen, die sich nach einigen Minuten in Bewegung setzt – ja, das sind sie! Eine kleine Pilgergruppe aus der Pfarrei  St. Ludwig in Marktbreit, wo der in Rumänien geborene Pfarrer Adam Possmayer aus dem Institut der Schönstatt-Diözesanpriester seit 2013 Pfarrer ist. Zur Heiligsprechung von Mutter Theresa ist er mit einer kleinen Gruppe von 10 Personen nach Rom gepilgert; am Nachmittag des 5. September nun wollte er diesen Pilgern den Ort zeigen, wo er in Rom zuhause ist – das Schönstatt-Heiligtum und Zentrum Belmonte.

Dank der guten Aussicht vom Eingang des Hauses aus reicht die Zeit genau, um bei der Ankunft der Pilger am Eingangstor bereitzustehen und sie alle persönlich zu begrüßen. Pfr. Adam Possmayer hatte zuvor angefragt, ob sie als Gruppe im Heiligtum die heilige Messe feiern und etwas vom werdenden Haus sehen könnten.

dsc_0614Beheimatung ist manchmal einfach ein Glas Wasser

Es ist unsäglich schwül und heiß, die Pilger haben am Vormittag lange in der Schlange für die Vatikanischen Museen gestanden, haben auch sonst schon viele Kilometer unter die Füße genommen und sind jetzt entsprechend müde und verschwitzt. Erstaunt und bewundernd schauen sie auf die jungen Leute, die bei diesem Wetter den Parkplatz pflastern – freiwillig! Pfr. Armin Noppenberger erzählt ein wenig davon, man spürt seine Begeisterung, das überzeugt.

In der Eingangshalle des Domus Pater Kentenich stehen noch die Stühle vom Treffen der italienischen Schönstatt-Bewegung am Tag zuvor und jede Menge Wasserflaschen, Plastikbecher (chic in der Farbe von Belmonte) und Erfrischungstücher. Mehr ist gar nicht nötig, um bei den Pfarreimitgliedern Sympathie für diesen Ort zu wecken, der ihrem Pfarrer so viel bedeutet!

Ursula Ihlefeldt, die Gemeindesekretärin, gehört zur Kampagne der Pilgernden Gottesmutter, die anderen kennen Schönstatt nur vom Namen her, außer einem der Männer, der sich an Buswallfahrten mit der Oma nach Schönstatt erinnert, mit dem unvermeidlichen Kartoffelsalat und Leberwurstbutterbrot. Als die Referentin ihre Erklärung zu Belmonte mit ihrer Erinnerung an … ja, Schönstatt-Wallfahrten mit Kartoffelsalat und Leberwurstbrot beginnt, ist ein lautes Gelächter unvermeidlich und der Bann gebrochen.

Und als es dann als Geschenk von Belmonte noch für alle einen Fächer gibt, ist die Verbundenheit da!

dsc_0617Wer ist der Mann im blauen Anzug und Krawatte?

Zwei italienische Frauen schließen sich der heiligen Messe an, die die Gruppe um 17.00 Uhr im Heiligtum feiert. Die jüngste Teilnehmerin aus Marktbreit ist am mutigsten und legt einen Zettel mit ihren Anliegen und Bitten in den Krug – und dann folgen fast alle anderen.

Nach der heiligen Messe gibt es noch ein Gruppenbild mit Pater Kentenich. Schönstatt ist eine kirchliche Bewegung, in der alle gemäß ihrer persönlichen Berufungsoption, koordiniert – im Bündnis -, der Kirche und ihrer Mission und der Welt, die Gott uns anvertraut hat, dienen. Belmonte ist geradezu ideal, um diese Schönstatt-Definition zu veranschaulichen: das Bild der Dreimal Wunderbaren Mutter aus Hunderten von Gesichtern, die Zimmer der Länder mit ihren kulturell geprägten Symbolen, das Heiligtum, in dem so viele verschiedene Gemeinschaften und Länder ein Symbol erarbeitet und geschenkt haben … Vielfalt, immer wieder, immer neu: Vielfalt der Berufungen, Vielfalt der Projekte, Freude an der Vielfalt.

Und wer ist der Mann mit dem blauen Anzug und der Krawatte?, fragt einer der Männer. Da steht dieses kleine Bild von Joao Pozzobon, wie er festen Schrittes vom Heiligtum in Belmonte aus die Gottesmutter auf die Straße trägt, seit vier Tagen im Heiligtum, und jetzt wird es entdeckt. Und auf einmal wird es ganz lebendig: Ja, Joao Pozzobon, der immer in Anzug und Krawatte ging, wenn er die Gottesmutter trug! Das Bild steht für die Initiative der Kampagne der Pilgernden Gottesmutter, sich mit Belmonte zu verbinden, wo es einen Joao-Pozzobon-Raum gibt. Aus den Fotos der Bildstöcke in aller Welt wird dafür ein Bild der Pilgernden Gottesmutter zusammengestellt. Vielfalt der Kulturen, der Berufungen – wie stark kommt das in den so vielfältig gestalteten Bildstöcken zum Ausdruck! Die Marktbreiter sind ganz Ohr. „Das hat doch auch etwas mit Europa zu tun, mit der EU  – Einheit, die die Eigenheit nicht nimmt.“ Klar.

Und schließlich bittet Ursula Ihlefeld um ein paar Fotos von Joao Pozzobon, um sie der Pilgernden Gottesmutter mit auf den Weg zu geben in ihrer Pfarrei. Schließlich hatte Pozzobon die Idee der Bildstöcke, zu deren Errichtung er anregte, auf der Fahrt durch Süddeutschland, vorbei an so vielen Wegkreuzen und Bildstöcken. „Dann hat das doch auch etwas mit uns zu tun!“

Noch ein Becher Wasser, und die Pilger aus Marktbreit verabschieden sich strahlend. Das Zuhause ihres Pfarrers in Rom hat ihnen gefallen.

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 Webseite von Belmonte

 

 

 

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