Veröffentlicht am 13. September 2016 In Leben im Bündnis

Ein Treffen der Generationen und Regionen in den Bergen von Cordoba

ARGENTINIEN, María Teresa Martino •

Wo soll ich anfangen? Jeder weiß, dass wir Frauen die Tendenz haben, Zeitschriften von hinten nach vorn zu lesen, und so möchte ich dieser Methode folgen, die Früchte anschauen, das „unvermeidliche Foto“ genießen und  allen sagen, dass in den strahlenden Blicken und den festen Umarmungen ein Echo umgeformter Herzen zu spüren war.

Wir sind von verschiedenen Orten gekommen, haben uns aber alle vom selben Heimat-Ort verabschiedet: der Gewissheit der gemeinsamen Mission, die einhellige Überzeugung, für diese Mission ausgewählt zu sein, gemeinsam auf dem Weg Gottes zu gehen und in seine Antwort für diese Zeit einbezogen zu sein: Familie sein, leben und schenken.

Huerta Grande war unsere Pilgerherberge

Während der drei Tage – vom 13. bis zum 15. August 2016 – verstärkte sich die Erfahrung der Einheit in der territorialen Gemeinschaft des Familienbundes mit seinen vielfältigen und ausgeprägten regionalen Nuancen. 108 Familien mit ihren Kindern aller Altersgruppen nahmen teil: insgesamt mehr als 350 Personen. Die starke Verwurzelung in der gemeinsamen Mission und die vitale Aufnahme in die Umarmung der Brüder und Schwestern stärkten uns und ermöglichten uns, auf dem Weg zu bleiben.

Alle vier Jahre führen wir diese territorialen Treffen durch, um in unserer Gemeinschaft das Klima der Verbundenheit und das Bewusstsein für unsere Mission zu erhöhen und besonders die unterschiedlichen Generationen, Kurse und Regionen zu sammeln. Der Ort: die Berge von Cordoba, ein besonderer Ort im Zentrum des Landes. Diese Provinz birgt das „Reich“ des Cura Brochero, der am 16. Oktober heiliggesprochen wird als Heiliger der Barmherzigkeit, der erste argentinische Heilige.

In Santiago de Compostela erfährt man, dass der Pilgerweg von Herbergen gesäumt ist. Dort sind großzügige Herbergsleute, die für Nahrung sorgen, Obdach geben, Wunden heilen, das Herz öffnen und die Pilger ermutigen, ihren Weg fortzusetzen. Die Herberge ist kein Ort zum Bleiben, sondern der Ort für eine Pause um dann weiterzugehen. Es gibt keine Herberge ohne großzügige Brüder, kein Gasthaus ohne vorbereitete Speisen, ohne zu teilen, was man hat, ohne das gemeinsame Vertrauen,  dass es der Herr ist, der führt; er wartet und erlöst am Ende der Reise.

Huerta Grande war unsere Herberge. Wir waren allen dankbar, die uns mit der Seele eines Herbergsvaters Unterkunft gaben und für uns sorgten, so dass diese schöpferische Pause auf unserer Lebensreise und unserer Mission stattfinden konnte.

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Wie war diese Pause?

Ich erzähle es für alle, die nicht dort sein konnten, und für uns, um uns an das Erlebte zu erinnern, das voller Überraschungen und Segen war.

Der Hauptzutat: die Teilnehmer. Von daher kann man die Erfahrung des gemeinsamen Lebens ahnen: viele Kinder, Babys, Kleinkinder, Heranwachsende und Jugendliche. Ein Fest der Spontaneität und Freude! Es gab keine Grenzen für Dialoge und Teilnahme (außer dass man irgendwann schlafen gehen musste). Unsere Gäste schlossen sich an, identifizierten sich brüderlich: Rosa Maria und Josef Wieland, die derzeitigen internationalen Leiter des Familienbundes, die als Gäste aus Deutschland gekommen waren, um die Familie bei uns zu erleben.

Nicht weniger wichtig, die Legion der Fünf-Sterne-Organisatoren. Aufmerksam, dienstbereit und im gesamten Ablauf präsent, hatten sie  aus reicher Erfahrung alle möglichen und unmöglichen Situationen im Blick und vorbereitet. Zu dieser Legion gehörten auch all die Mitglieder des Familienbundes, die beim Treffen für besondere Bereiche Aufgaben übernommen hatten: Liturgie, Musik, Geselligkeit, Workshops, Prozesse, Aktivitäten mit den  Kindern und Räume des Gebets.

Ein Höhepunkt: das Podium der Zeugnisse

Ich fasse die Hauptpunkte mit den Worten von Rosa Maria und Josef Wieland zusammen, die das Treffen genossen haben und uns ermutigten, diese Erfahrung zu exportieren, weil sie so einmalig sei (Wowww!)

Sie waren beeindruckt von der tiefen Schönstatt-Identität: die Mission Schönstatts, Pater Kentenichs Charisma, das ist das Wesentliche, und es ist in jedem Augenblick präsent. Die religiöse Familienatmosphäre, etwas, das alle Bundesgemeinschaften immer erarbeiten wollen. Jugendlicher Kommunikationsstil. Es ist bemerkenswert, wie es die jungen Leute sind, die sich in jeder Region angeschlossen haben, die den Kommunikationsstil erneuern und ein dynamisches und heiteres Klima für das Treffen schaffen. Die Führungsrolle der Regionen.

„Leben entzündet sich am Leben“: Im Herzen der Konferenz gab es ein Ereignis, dem manche schon den Charakter eines erlebnismäßigen Höhepunktes unserer Familiengemeinschaft zugeschrieben haben: das Podium mit den Lebenszeugnissen von drei unserer Brüder und Schwestern vom 1., 17. und 31. Kurs, deren Leben durch schweres Leid und durch die unendliche Barmherzigkeit Gottes berührt worden ist.

jefes territoriles Arg.

María Inés de Masi und José Epele

Sich überfluten lassen von der Barmherzigkeit und dann herausgehen und „barmherzigen“

Ich möchte  die Eindrücke zusammenfassen mit einer Bitte, die unser Vater und Gründer 1952 in unserem Land an die Gottesmutter gerichtet hat, als er das Vatersymbol für das Landesheiligtum (Florencio Varela) gesegnet hat: „Wir wollen bitten, dass Gott uns Männer und Frauen schenkt, die nicht nur schön sprechen können, sondern die die ganze Wucht und Kraft der uns von Gott geschenkten, urgewaltigen Sendung für die heutige Zeit verstehen und bereit sind, ihr Leben dafür zu geben.“

Diese Bitte war ein Ausdruck seines konkreten Wunsches für Argentinien, und wir können sagen, dass das Versprechen heute in unseren Gliederungen erfüllt ist … Gott hat uns diese Menschen gegeben, und heute sind wir alle Zeugen dafür. Unsere territoriale Gemeinschaft ist mit großen Beispielen gesegnet, einigen von ihnen konnten wir bei dieser Gelegenheit begegnen und sie feiern. In einer Stille, die alle bewegte, wuchs der Wunsch zu wachsen und sich mit diesen Vorbildern der Heiligkeit zu identifizieren: sich überfluten zu lassen von der Barmherzigkeit und dann herauszugehen und zu „barmherzigen“.

Mit Freude sehen wir, dass dieses Treffen unsere Bundesmystik stark reaktiviert hat. In diesem Sinn galt eine besondere Aufmerksamkeit dem apostolischen, reichen, konkreten weiten und fruchtbaren Ausgreifen in allen Einflussbereichen der Regionen. Die Erhebung des inneren Lebens wurde sichtbar, als wir uns an die Mitglieder unseres Familienbundes im Himmel erinnerten, als wir zu Jesus im Allerheiligsten Sakrament beteten, bei der Kindermesse und durch die besondere Gegenwart des ersten argentinischen Heiligen, der im Oktober heiliggesprochen wird: Cura Brochero. Der tiefgründige und erhellende Vortrag von P. Ludovico zum Papstschreiben „Amoris laetitia“ hob besonders die Dimension unserer Mission im Rahmen des Geistes der Kirche hervor. Alle Workshops arbeiteten an neuen Perspektiven, um die Werktagsheiligkeit und den Lebensstil in Ehe und Familie zu erarbeiten.

Mit Ehepaar Wieland

Die Botschaft der Wielands

Zum Schluss hörten wir von den Wielands

Vorschlag und Bitte: Ladet für das nächste Treffen Familien aus anderen Ländern ein, um diese Erfahrung mit euch zu erleben.

Besonderes Geschenk: Die Statuten des Internationalen apostolischen Familienbundes (ad experimentum), die nach zehnjähriger Arbeit im letzten Kapitel 2015 geboren wurden. Die Ausgabe gibt es in fünf Sprachen und ist bestimmt für jedes Mitglied des Familienbundes in der Welt. Eine verpflichtende Nachricht für alle: wir sind die größte Pars-Motrix-Gemeinschaft in Schönstatt und auch die größte in Argentinien. In Begriffen der Gründer-Verantwortung werden wir dadurch zu einer übergreifend orientierten Gemeinschaft.

Eine grundsätzliche Aufforderung: 100 Jahre Hörde zu feiern, zuerst natürlich in der Region, aber auch bei den internationalen Feiern in Schönstatt in der Woche des 20. August in Schönstatt und in Hörde zusammen mit der gesamten Schönstatt-Bewegung.

Zum Abschluss des Treffens sprachen Maria Ines und José Eduardo Epele, die Leiter des argentinischen Familienbundes, Worte der Aussendung, wobei sie Dankbarkeit, die erneute Entscheidung für die Mission und die Einladung betonten, uns neu zu motivieren für die Begegnung in jeder Region und in jedem Kurs: um Familie zu sein, zu leben und zu schenken.

Im Blick auf das bevorstehende Jubiläumsjahr und die Neugründung des Apostolischen Bundes von Schönstatt in den Herzen, in den Heiligtümern und im Land, öffnen wir uns für Vorschläge und Projekte, die in der gesamten Gemeinschaft entstehen können, um zum echten Geist der Feier beizutragen.

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Original Spanisch. Übersetzung: Ursula Sundarp, Dinslaken, Deutschland/mf

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