Veröffentlicht am 2016-09-20 In Leben im Bündnis

Ein Charisma im Dienst an der Kirche, das sich in viele Richtungen öffnet

INTERVIEW mit P. Marcelo Cervi, zukünftiger Rektor des Internationalen Schönstatt-Heiligtums und Zentrums in Roma Belmonte •

Wofür steht Roma Belmonte?

Das Heiligtum und Internationale Schönstatt-Zentrum Roma Belmonte waren ein Geschenk der gesamten internationalen Schönstatt-Bewegung an ihren Gründer, Pater Josef Kentenich, während der Feier seines 80. Geburtstages in Rom im Jahr 1965. Pater Kentenich sah in diesem Ort ein konkretes Symbol der vollen Integration des Internationalen Schönstattwerkes in die Kirche, da Schönstatt als katholischer Bewegung eine konkrete Sichtbarkeit in der Stadt Rom, dem Sitz der katholischen Kirche, fehlte. Symbolisch erinnern Heiligtum und Internationales Zentrum von Roma Belmonte an das, was das Bild eines Flussdeltas beschreibt. Wie ein großer und mächtiger Fluss einen langen Weg zurücklegt, bis er das Meer erreicht, so hat Schönstatt einen langen Weg durch verschiedene Kulturen und Völker gemacht; darüber hinaus, beheimatet Schönstatt in seinen Gemeinschaften alle Stände des christlichen Lebens und zeigt sich jetzt in immer tieferem Verstehen der Rolle Mariens und des Heiligtums in der Gestaltung des Neuen Menschen der Gesellschaft und der Gemeinschaft der Kirche mit der Offenheit in Form eines Deltas. Roma Belmonte möchte ein Ort sein, an dem man die ganze Fruchtbarkeit eines Charismas, das sich in viele Richtungen öffnet im Dienst an der Kirche und in voller Einheit mit ihr, kennenlernen, vertiefen und erfahren kann.

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Für wen ist Roma Belmonte?

Für alle! In erster Linie als ein Ort, an dem die ursprüngliche Idee unseres Vaters und Gründers von einem universellen apostolischen Bündnis („Weltapostolatsverband“) in Reife gelebt werden soll, ist es ein Ort für das Zusammenleben und -arbeiten der verschiedenen Gemeinschaften Schönstatts. Es ist der Ort von Nachweis und Test unseres „internationale Familie“-Seins, auch im Studium und Verstehen der ganzen Botschaft von Belmonte. Dann möchte Belmonte als Kanzel Pater Kentenichs in Rom  ein Ort der Begegnung mit seiner Person und seinem Charisma, seinem Sein, seinen Ideen, seiner Botschaft und seinem Verständnis von Kirche sein, wie er es prophetisch in seinen Vorträgen in Belmonte am Schluss des II. Vatikanischen Konzils verkündet hat und wie es im jetzigen Pontifikat so deutlich sichtbar wird.

Es gibt 200 Schönstatt-Heiligtümer.  Wofür braucht es ein Heiligtum in Belmonte?

Jedes unserer Schönstatt-Heiligtümer hat einen konkreten Auftrag. Sie entstanden im Allgemeinen aus einem Lebensstrom und sollen eine Antwort sein auf bestimmte Situationen aller Menschen aller Zeiten. Das Heiligtum in Rom, Belmonte, ist entstanden aus dem Lebensstrom der Erfahrung von „internationaler Familie“ in voller Einheit mit der Kirche und als Ort, um ein im Dienst an ihr bewährtes Charisma zu leben. Darüber hinaus möchte dieses Heiligtum zusammen mit dem Internationalen Zentrum „Heimat“ für alle Schönstätter sein, die für eine Zeitlang in Rom sind. Es soll ihr „Haus in Rom“ sein, Ort der Unterstützung und des Ausruhens „in der Familie“, mit Heim (Heiligtum), Mutter (unsere Mutter und Königin) und Vater (Pater Kentenich, unser Gründer). Hier soll sich jeder zu Hause fühlen.

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Pater Kentenich spricht oft von einer erneuerten Kirche, einer neuen Kirche. Hat dieses Heiligtum in diesem Sinn eine besondere Sendung und, wenn dem so ist, wie möchten Sie in Ihrer neuen Aufgabe zu ihrer Verwirklichung beitragen?

In Roma Belmonte hat unser Vater und Gründer sehr konkret von einer Vision der Kirche gesprochen. Es sind schon 50 Jahre vergangen seit dieser Botschaft und wir können sehen, dass sie gilt. Er hat von der „Kirche am neuen Ufer“, gesprochen, von einer familienhaften Kirche als „pilgerndem Felsen“: unbeweglich in seinen Prinzipien und seiner Mission und gleichzeitig beim heutigen Menschen, an dessen Leben er teilnimmt und so auch Seele der Weltkultur wird. Dieses Internationale Zentrum muss diese Botschaft weitergeben und effektiv mitwirken an der Erneuerung der Kirche, ausgehend von dem Charisma, das Gott Pater Kentenich und mit ihm seiner ganzen geistlichen Familie geschenkt hat. Der Rektor ist in gewissem Sinne Garant dafür, dass Belmonte seine Sendung erfüllt.

Pater Kentenich spricht oft vom Sentire cum ecclesia, vom „Fühlen und Denken mit der Kirche“. Fühlt, lebt, feiert man in Belmonte in der Kirche? Und wie? Wie drückt sich in Belmonte die Liebe zur Kirche aus?

In diesem Heiligtum sind die Liebe zur Kirche und die Treue zum Heiligen Vater sichtbar und erlebbar, etwa in der täglichen Feier der Eucharistie in den Anliegen der Kirche, in der Erinnerung an wichtige Ereignisse wie Synoden, Heiligsprechungen, Botschaften des Heiligen Vaters an die Weltkirche… Das Internationale Zentrum muss mit der Zeit auch ein Ort werden, an dem sich die verschiedenen Bewegungen der Kirche treffen, um über ihre gemeinsame Mission und ihr Sein als Gabe des Heiligen Geistes für diese Zeit nachzudenken und zu beten.

Wir reden vom Internationalen Schönstatt-Zentrum in Rom. Worin besteht für Sie das Internationale dort?

Die Internationalität ist ein Markenzeichen der gesamten Schönstattfamilie. Das Internationale Zentrum muss der Ort der Begegnung mit dieser Charakteristik sein, und das nicht nur in den Personen, die häufig dort sind, sondern in der gesamten Präsentation: in mehreren Sprachen verfügbare Informationen, Schulungs- und Informationsmaterialien Schönstatts (Bücher, Prospekte) sowie Andachtsgegenstände aus verschiedenen Ländern, mit der Möglichkeit, sich in verschiedenen Sprachen mit dem Denken Pater Kentenichs vertraut zu machen in einer internationalen Bibliothek usw. Sehr charakteristisch für das internationale Erscheinungsbild dieses Zentrums ist die originelle Idee, jedem Gästezimmer des Domus Pater Kentenich den Namen eines Landes, in dem es ein Heiligtum gibt, zu geben, und dass dieses Land die Aufgabe übernimmt, in „seinem“ Zimmer ein  landestypisches Kreuz und Bild der Gottesmutter anzubringen als deutliche Manifestation der Verwurzelung Schönstatts in dieser Kultur.

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Belmonte: vier Nationalitäten auf einem Foto – Uruguay, Brasilien, Argentinien, Italien Ebenfalls anwesend, wenn auch nicht auf dem Foto: Kuba, Deutschland, Ecuador

Was ist Ihre größte Sorge in Blick auf Ihre neue Aufgabe?

Natürlich ist meine größte Sorge, mitzuhelfen, dass Belmonte seine Mission erfüllt, das heißt, dass sich dort das gestaltet, was unser Vater und Gründer gewollt hat; dass es wirklich das wird, was heute wir, seine geistlichen Söhne und Töchter, brauchen, um mit ihm in Rom zu sein. Mein Traum ist auch, dass Belmonte für alle zu einem Unterstützungsort wird für alle, aber vor allem für die Schönstätter, die nach Rom kommen, dass sie sich dort zu Hause fühlen und das gemeinsame Charisma vertiefen können.

Sie treten Ihr Amt am 22. Januar 2017 an. Welches Bild haben Sie für den 22. Januar 2018 in Roma-Belmonte vor Augen?

Einen einzigen Traum: dass Belmonte Antwort ist auf die vielen Bedürfnisse und Erwartungen der internationalen Schönstattfamilie und vor allem, dass das Internationale Zentrum in Betrieb ist!

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Das Interview wurde durchgeführt von Maria Fischer, schoenstatt.org

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer, schoenstatt.org

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