Veröffentlicht am 11. September 2016 In Leben im Bündnis

Baut mit an seiner Vision – mit Schweiß, Sand und Steinen

Maria Fischer •

Brennende Sonne, wolkenloser Himmel, kein Schatten weit und breit, 35° C … und ein gutes Dutzend Jugendlicher, ein Priester und ein Ehepaar sortieren, schleppen und verlegen Pflastersteine, hämmern sie fest, prüfen immer wieder kritisch ihr Werk, und das Stunde um Stunde, Tag um Tag, über eine Woche lang, während das sandige, unebene Feld im unteren Bereich des internationalen Schönstatt-Zentrums Belmonte in Rom sich immer mehr in einen ebenmäßig gepflasterten Platz verwandelt, auf dem man viel mehr machen kann als nur Autos und Busse abstellen…

Warum tun sie das? Warum opfern sie ihren Urlaub, bezahlen die Fahrt von Süddeutschland nach Rom selbst, übernachten auf Feldbetten und in Schlafsäcken im Pfarrsaal, schwitzen unter der römischen Sonne und das teils schon zum dritten, vierten Mal?

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„Es macht eben Spaß“

„Weiß nicht, macht eben Spaß“ sagt einer der Jungen etwas ratlos auf die Frage, warum er das macht. Und sein Blick sagt: Was für eine Frage, das ist doch logisch, was Besseres gibt es nicht. Seine größte Sorge: „Dass hier irgendwann alles fertig ist und wir keinen Baueinsatz mehr machen können.“

Die Gemeinschaft ist einfach toll, erklärt eine junge Frau, die auch schon mehrfach in Belmonte mitgebaut hat. Man kennt sich, man hat eine Menge Spaß miteinander, und man tut etwas.

„Ich hab von einem Freund davon gehört“, sagt ein junger Mann. „Und weil ich noch nie in Rom war, habe ich gedacht: Da geh ich mit“.

„Rom ist einfach wichtig, Kirche!“ sagt einer. „Wir haben das hier mitgebaut.“

An dem einen oder anderen Tag steht ein Besuch in der Stadt an, ein Ausflug ans Meer ist geplant. Gleich am ersten Abend stand ein Fußballspiel mit der Pfarrjugend an. „Wie ist es ausgegangen?“ – „Wir haben verloren“, kommt als Antwort. „Aber knapp. Und stolz.“

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Carmen und Jürgen Reinle aus der Nähe von Freiburg begleiten die Baueinsätze seit Jahren, sorgen für Essen und logistische Unterstützung, freuen sich fast das ganze Jahr lang auf diese jugendlich-aktive Woche in Rom. Carmen Reinle schwärmt von der Gastfreundschaft der Pfarrei Santa Gemma, der Freundlichkeit, mit der sie empfangen wurden. „Die machen einmal in der Woche eine Essensausgabe für Obdachlose“, berichtet Carmen. „Zwei große Kisten mit Trauben sind dabei übrig geblieben, die haben sie uns dann einfach hingestellt.“

Pfarrer Armin Noppenberger aus dem Institut der Schönstatt-Diözesanpriester begleitet die Gruppe, fasst immer wieder auch selbst mit an beim Steineschleppen, feiert mit den Jugendlichen heilige Messe im Heiligtum und sieht neue Kirche entstehen. Auf den Wegen im Gelände haben vor Jahren Jugendliche vom Baueinsatz ihre Hände in den feuchten Beton gedrückt. „So etwas brauchten wir eigentlich bei jedem Baueinsatz“, überlegt er, „ein bleibendes Zeichen fürs Mitbauen, Dabeisein. So wird Belmonte das Heiligtum von allen.“

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Am Weihetag des Heiligtums: Morgenlob am Bildstock

8. September, 12. Weihetag des Heiligtums, Fest Maria Geburt. Die italienische Schönstatt-Bewegung hat den Tag am Sonntag begangen, die Pilger, die rund um die Heiligsprechung von Mutter Teresa in Rom waren, haben das Heiligtum in den Tagen zuvor besucht und sind mittlerweile abgereist. Das große Gelände ist noch menschenleerer als in den Tagen zuvor.

Die Jugendlichen versammeln sich am frühen Morgen am Bildstock zum Morgenlob und danken für 12 Jahre Heiligtum. Sie haben daran mitgebaut.

Wie gut, dass sie da sind.

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