Veröffentlicht am 16. Juli 2016 In Leben im Bündnis

Internationaler Kongress der Familienbewegung in Brasilien

BRASILIEN, Karen Bueno •

Am Freitag, dem 15. Juli, hat in Brasilien ein internationaler Kongress der Familienbewegung Schönstatts begonnen. Er findet statt in Londrina, Paraná, und dauert bis Sonntag, 17. Juli; Vertreter der Liga, des Bundes und des Institutes der Familien nehmen daran teil. In der post-synodalen Zeit der Kirche, die mit Zärtlichkeit und Zuneigung auf die Familien schaut, geht es beim Kongress laut Thema darum, über die „Schönheit der Berufung zur Ehe“ nachzudenken.

Insgesamt nehmen 232 Personen teil: Ehepaare mit Kindern, Patres und Marienschwestern aus Deutschland, Argentinien, Paraguay und Chile und dem Gastgeberland Brasilien. „Gemeinsam möchten wir ausgehend vom Denken unseres Vaters und Gründers und der Kirche die Schönheit der ehelichen Berufung betrachten“, schreiben die Oberen des Institutes der Schönstattfamilien in Brasilien, José Roberto und Bernadete Nassif.

Ein wunderbares Erbe retten

Ein Schwerpunkt dieser internationalen Tagung liegt darin, das Leben von Helene und Fritz Kühr, dem ersten Ehepaar des Institutes der Schönstattfamilien und damit der Familienbewegung Schönstatts, besser kennen zu lernen.

Dr. Kühr traf Pater Josef Kentenich im KZ Dachau und begriff schnell und tief die Ideale und Ziele Schönstatts. So weihte er sich am 16. Juli 1942 und wurde so zum ersten Novizen des Institutes, zur ersten Berufung dieser Gemeinschaft.

Helene wiederum war nach Brasilien gereist, um die Ländereien kennenzulernen, die sie dort gekauft hatten. Wegen der Kriegsumstände konnte sie nicht nach Deutschland zurückkehren und lebte zehn Jahre getrennt von ihrem Mann,  während dieser in Gefangenschaft war. Im Jahr 1947 konnte Dr. Fritz Kühr nach Brasilien reisen, um sich wieder mit ihr zu treffen. Dort lebten sie zusammen bis zu seinem Tod im Jahr 1950.

„Das Ziel ist, einen Kongress der Familienbewegung zu veranstalten, der sich mit dem Eheleben und der ehelichen Liebe der Familie Kühr befasst. Sie sind ein Vorbild für die heutige Zeit, waren zehn Jahre physisch getrennt, erlebten einen Krieg, erlebten alle Arten von Schwierigkeiten und bewahrten doch die Liebe zueinander, blieben verbunden“, so Paulina Lawand aus dem Institut der Familien. „Heute erleben wir große Herausforderungen in den Familien, vor allem in der Mann-Frau-Beziehung, in der ehelichen Liebe. Der Papst hat mit der Synode das Thema von Wert und Bedeutung der Familie neu aufgegriffen. Für uns sind die Kührs eine Antwort auf die heutige Zeit. Heute trennen sich Eheleute wegen viel unbedeutender Dinge oder heiraten erst gar nicht: Da können wir sie als Vorbild zeigen.“

Geschichtlicher Augenblick

Einer der Programmpunkte des Kongresses wird die Überführung der sterblichen Überreste von  Helene Kühr sein, damit sie neben ihrem Mann beim Tabor-Heiligtum der Schlangenzertreterin in Londrina ruhen kann.

„Wir haben gedacht: Sie haben ein Leben mit großartiger ehelicher Liebe gelebt, dass sie nicht getrennt bleiben sollten. Es ist Zeit, das Ehepaar wieder zu vereinen. Von da aus hat sich eine Strömung um diese Überführung entwickelt“, so Paulina.

Vorträge

Zu den Referenten des Kongresses gehört Ehepaar Luis und Pilar Jensen aus Chile, die in der Synodenkommission mitgearbeitet haben. Eine weitere Rednerin ist Schwester M. Fernanda Balan, die mehrere Jahre lang in der Familienpastoral der Brasilianischen Bischofskonferenz mitgearbeitet hat. Die nationalen und internationalen geistlichen Assistenten des Institutes der Schönstattfamilien,  P. Ivan Simicic und P. Marcel Mouras werden ebenso beim Kongress einen Vortrag halten wie das argentinische Ehepaar Pepo und Patricia Kostner, die Mitglieder der Leitung des Instituts sind.

„Es wird ein Moment der Vertiefung der Beziehungen der Familienbewegung Schönstatts sein, eine Gelegenheit, die Schönheit der ehelichen Berufung zu betrachten und bei der Überführung von Helene Kühr zum Grab ihres Ehegatten Fritz Kühr im Schatten des Heiligtums der Schlangenzertreterin in Londrina dabei zu sein“, schreibt die brasilianische Obernfamilie.

Die Veranstaltung wird von „Schönstatt-TV“ übertragen: schoenstatt-tv.de

 

Original: Portugiesisch. Übersetzung: schoenstatt.org

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