Veröffentlicht am 2016-07-12 In Leben im Bündnis

Es begann an Pfingsten: eine Pilgerreise nach Belmonte mit der “Gaucho”-Gottesmutter und dem „Christus der Wunder“

ARGENTINIEN/BELMONTE, von Mercedes MacDonough und María Fischer •

Nicht geplant, aber sehr fruchtbar war das „Belmonte-Treffen“ in Pilar in der Nähe von Buenos Aires am 15. Mai 2016, Pfingstsonntag. Eigentlich sollte das Thema die Kampagne der Pilgernden Gottesmutter sein. Aber wenn gerade Pfingsten ist, muss man auf Überraschungen gefasst sein!

Nach dem Austausch der bei der Einweihung unser aller Heiligtum in Rom im Jahr 2004 erlebten Geschichten, der Moment nach dem Sturz des MTA-Bildes für das Heiligtum, als hunderte Bilder der Pilgernden Gottesmutter emporgehoben worden waren und als schließlich die Internationale Auxiliar zusammen mit mehreren Missionaren mit ihren Bildern der Pilgernden Gottesmutter die Prozession durch die Vatikanischen Gärten angeführt hatten, fiel die Entscheidung: Wir beginnen mit der Erarbeitung und Gestaltung der Symbole für das Zimmer Argentiniens im Domus Pater Kentenich  und werden die gesamte Bewegung in Argentinien mit unserer Begeisterung für Belmonte anstecken! Und dann die halbverrückte Entscheidung: im Juli sollte eine kleine Delegation nach Rom reisen, um ein Bild der MTA und ein Kreuz für das argentinische Zimmer zu bringen.

Die kleine Delegation kam nicht im Juli, sondern schon Ende Juni. Die Königin von Belmonte hat es eilig.

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Von Sankt Peter nach Belmonte

Nach der festlichen Messe mit Papst Franziskus in Sankt Peter erreichte die kleine Delegation aus Argentinien am Nachmittag des 29. Juni Belmonte. Sie wurden sehr herzlich von P. Frantisek Jirasek aus der Tschechischen Republik begrüßt. Er vertrat P. Daniel Lozano als Rektor während dessen Ferien und verliebte sich augenblicklich in das „Gaucho“-Bild der Gottesmutter, dessen Rahmen aus dem Holz des argentinischen Johannisbrotbaums hergestellt und mit Lederbändern zusammengehalten wird. Er bot an, das Bild zu tragen und ließ es nicht mehr los, bis es seinen vorläufigen Ort im Schrank mit den Krügen in der Casa dell’alleanza gefunden hatte. Dort wartet es auf den Tag der Eröffnung des Hauses „Domus Pater Kentenich“.

Pfr. Frantisek erklärte die Idee, die zum Design des Hauses geführt hatte. Es ist wie eine Schnecke konstruiert, ein Motiv dass sich im ganzen Gelände wiederfindet;eine Spirale, ein Wirbel aus der Quelle – dem Heiligtum –, der sich in die Weite, ins Endlose öffnet. „Am Anfang war es nur die Idee des Architekten, die Gebäude dem Gelände anzupassen“, fügt Pfarrer Georg Egle hinzu. Später kam im gemeinsamen Nachdenken die spirituelle Dimension dazu, verbunden mit dem Traum Pater Kentenichs vom Heiligtum in Rom: dass sich ganz Schönstatt im Dienst für die Kirche zur Verfügung stellt. „Es ist das Heiligtum des Schönstatt im Herausgehen“, fasst Mercedes MacDonough zusammen. „Es ist das Heiligtum des Schönstatt, das sich in den Dienst der Kirche stellt; es ist das der Kampagne!“.

In der Messe im Heiligtum, bei der alle Symbole auf dem Altar standen, wurde für die Fruchtbarkeit Belmontes gebetet und dass jeder, der eines Tages das Zimmer 101 betreten wird – das Zimmer „Argentinien“ – die Gnaden der nationalen Sendung Schönstatts in Argentinien spüren kann: „Mit Maria, Familie des Vaters“.

Pfr. Frantisek erklärte schließlich den anwesenden Italienern, dass sie gerade einen historischen Moment erleben. Viele von ihnen wollten nach Messe das Bild und das Kreuz und die Pilgernde Gottesmutter küssen.

Danach ging es zur Pater Kentenich Statue, um die Symbole ihm und dann ins Haus zu bringen.

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Im Raum João Pozzobon das Banner aufrichten

Die Delegation ist wirklich klein, aber denkt und träumt von Großem: sie brachten nicht nur die Symbole für das argentinische Zimmer, sondern auch ein Pilgerheiligtum und das Buch mit der Novene zu João Pozzobon, um die „Fahne einzupflanzen“ im Raum João Pozzobon, einem von drei Gruppenräumen, die es im Haus gibt. Die Zimmer sind herausragenden Persönlichkeiten Schönstatts gewidmet: Pater Franz Reinisch, Gertraud von Bullion und João Pozzobon.

Ana Echeverría und Mercedes Bonorino, Verantwortliche der Vize-Postulatur in der Causa Joao Pozzobon und Mitbegründerinnen der Kampagne,nicht nur in Argentinien, sondern auch in der Internationalisierung (Ana Echeverría war es, die 1983 von Joao Pozzobon 25 Bilder der Pilgernden Gottesmutter für die Länder Lateinamerikas erbat)  übernahmen vor kurzem die Verantwortung, zusammen mit anderen Missionaren der ersten Stunde sich darum zu bemühen, die ganze Kampagne weltweit mit diesem Pozzobon-Raum im Herzen von Belmonte und der Kirche zu verbinden. Es gibt schon eine Idee: eine  Einladung an alle, ein Foto ihres Bildstocks und der Orte wo es die Kampagne gibt, einzusenden, so dass aus diesen Tausenden von Fotos ein Bild der Pilgernden Gottesmutter für dieses Zimmer entsteht.

Als Ausdruck dieser Sehnsucht brachte Mercedes MacDonough das Bild der Pilgernden Gottesmutter in diesen Raum – obwohl er noch nicht fertig ist – , um dort wie einst die Eroberer Amerikas das Banner aufzurichten,  und als ein bleibendes Zeichen (angeregt durch das Foto von Gertraud von Bullion im ihr gewidmeten Raum), hängte sie das Novenenheft in einem der großen Fenster des Raumes, mit Blick das auf das Heiligtum und den Bildstock, auf. „Das Heft wird verstauben und vielleicht verschwinden“, sagt sie, „aber es ist ein Zeichen: dieser Raum ist nicht verwaist, wir als Kampagne der Pilgernden Gottesmutter haben ihn übernommen.“

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 Vorwegnahme der Zweihundertjahrfeier

Von hier aus gingen alle zum Zimmer 101 – und fanden die Tür verschlossen. Ausgerechnet an diesem Tag ließen die Arbeiter ihre Werkzeuge in diesem Zimmer und verschlossen deswegen die Tür. Also hängte man die Flagge, das Bild und das Kreuz außen an die Tür, um am nächsten Tag zurückzukehren.

Am nächsten Tag – das Zimmer war offen – wurden symbolisch das Bild der Gottesmutter und das Kreuz des „Christus der Wunder“ angebracht, und als Vorwegnahme der Zweihundertjahrfeier der Unabhängigkeit Argentiniens (9. Juli 2016) brachten sie die hellblau-weiße Flagge an der Wand an. Auch die bleibt dort!

Mit großem Interesse und Überraschung hörten sie die Geschichten, die P. Frantisek erzählte, wie die Schönstatt-Familie der Tschechischen Republik seit dem Jahr 1989 bereits stark mit Belmonte verbunden ist und wie sie auch wirtschaftlich ihr Zimmer erarbeitet haben – und seit sie es bezahlt hatten, haben sie bereits 14 „Fenster und Türen“ erarbeitet und bezahlt. Alles mit kleinen Beiträgen, von vielen, und mit viel Engagement und Überzeugung von der Sendung dieses Heiligtums in Rom.

Pfr. Frantisek hatte die Idee, die Symbole Argentiniens und des Pozzobon-Raumes gut beschriftet in dem Schrank zu lassen, in dem die Krüge aufbewahrt werden. Das ist eine Idee auch für andere Länder wie Australien und die Philippinen, die bereits ihre Symbole gebracht haben, und hoffentlich eine Inspiration für die, die noch nicht mit der Gestaltung ihres Raumes begonnen haben.

Bleibt die Einladung an die Argentinier und an alle, die in diesem Jahr Belmonte besuchen werden: Fragt und sucht nach dem Schrank mit den Krügen und den Symbolen eines jeden Landes! Dort findet Ihr auch die Krüge, die zur Einweihung gebracht worden waren, Informationsmaterial über Belmonte und verschiedene Souvenirs zum Mitnehmen. Es lohnt sich!

Beim Verlassen von Belmonte kamen bereits neue Ideen: Wäre es nicht schön, eine Erklärung der Symbole oder die Geschichte des Christus der Wunder (Señor de los Milagros) in den Zimmern oder im Haus zu haben, etwa ein Buch mit einem Blatt für jedes Zimmer? Oder eine extra Seite jedes Landes auf der Website von Belmonte? Oder etwas noch Kreativeres?

Eine Antwort kam bereits am Tag nach der Veröffentlichung dieses Artikels: Eine in der Schweiz verheiratete Argentinierin spendete 100 € für das Argentinien-Zimmer mit dem Kommentar: Möge es für alle, die einmal dort übernachten, so beheimatend sein wie das Herz der Gottesmutter!

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Esperando …

Mehr über die „Länderzimmer“

Beitrag zu Zimmer 101 – Argentinien

Beitrag zum Pozzobon-Raum

Webseite von Belmonte

 

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