Veröffentlicht am 19. Dezember 2015 In Leben im Bündnis

Pilgertreffen in Montahue

CHILE, Montahue, Sr. M. Ivonne Latsague •

Jedes Jahr ist der Pilgertag in Montahue wirklich ein Fest der Liebe, des Glaubens und der Freude. Es ist die Heimkehr nach einem Jahr, um der Mutter und Königin zu begegnen, die im Heiligtum auf die Rückkehr all derer wartet, die sie in ihren Häusern willkommen heißen und die mit ihrem Besuch gesegnet wurden.

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Eine persönliche Begrüßung

Am Samstag, dem 28. November um 10.30 Uhr kamen die ersten Gruppen an. Ich muss sie eine nach der anderen begrüßen, oder sie würden mir nicht vergeben, wenn ich nur mit der Hand winken und meinen Weg fortsetzen wollte. Sie würden mich sowieso einholen um mir einen Kuss zu geben. Sechshundert, siebenhundert, tausend, oder wie viele auch immer, niemand würde mir vergeben.

– „Ich habe Sie nicht begrüßt, Schwester”, auch wenn ich ihnen gerade zugewunken hatte und ein paar Worte aus der Distanz gesagt hatte. Nein. Jede Person, Mann und Frau, glaubt, sie seien die einzigen, und wenn ich ihren Namen sage, spürt die Person wirklich, dass sie nach Hause gekommen ist. Hier kennen sie mich, akzeptieren mich, und sie warten auf mich. Und die Busse kamen von Tomé, Cabrero, Coronel, Talcahuano, Concepción, Los Álamos, Antihuala, Coelemu, etc. Ein Mann folgte mir, als ich mich durch die Menge bewegte, die sich gegenseitig begrüßte, bis ich ihn endlich sah und ihn fragte, ob er etwas brauchte, sodass ich für ihn sorgen konnte.

– „Nein. Schwester, ich bin von Ihrer Fähigkeit beeindruckt. Kennen Sie wirklich alle diese Leute?“

„Natürlich, mein Herr. Sie, z.B., Sie sind zum ersten Mal hierhergekommen. Ich habe Sie vorher nie gesehen, und ich habe Jeannette aus Coelemu sofort mit Namen begrüßt, Noelia aus Cañet und so weiter.“ Der Mann war beeindruckt. Er war aus Coelemu, und tatsächlich war er zum ersten Mal gekommen. Als er sich näherte, um sich zu verabschieden, sagte ich zu ihm:

„Sergio, ich hoffe, das war ein schönes Erlebnis für Sie.“

„Schwester, Sie haben sich an meinen Namen erinnert bei so vielen Menschen den Tag hindurch?“

„Natürlich, Sie sehen, ich helfe der Gottesmutter hier, und sie kennt die Namen aller ihrer Kinder“ … und zu meiner Überraschung war der Mann sichtlich berührt.

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200 Grüße des Pfarrers

Es waren nicht weniger als sechs Busse aus Coelemu. Sie sind außergewöhnliche Leute. Es waren 200 Personen, und ich bekam 200 Nachrichten von jedem einzelnen von ihnen, die dasselbe sagten, als sei jeder allein dafür verantwortlich, mir zu sagen – das „der Pfarrer seine Grüße sendet“. Er hatte sie ausgesandt, bevor sie aufbrachen, und er trug ihnen auf, mich besonders zu grüßen, weil wir befreundet sind. So sagte ich ihnen, als sie abreisten, sie müssten ihm zweihundertmal sagen, dass ich ihm auch meine Grüße sende. Dazu schickte ich ihm als Geschenk einen kleinen Adventskranz.

900 Pilger kamen

Dreißig Pilger schlossen an diesem Tag das Liebesbündnis, und fünfzehn Missionare verpflichteten sich erstmals. Am Ende der Eucharistiefeier wurden sie vor der großen Versammlung eingeführt als Zeugnis, damit andere auch begeistert werden. In einigen Orten gibt es schon Kandidaten für März.

Aber was mich am meisten bewegte, war, viele ältere Leute zu sehen, die an der Prozession teilnahmen. Sie dauerte etwas mehr als eine halbe Stunde zu Fuß, durchquerte El Recodo, die Autobahn und führte durch die Gasse, bis das Zelt wieder erreicht war. Einige hatten eine oder zwei Krücken, und viele waren sehr alt, unter der starken Sonne, während andere kaum zu Fuß unterwegs waren, und doch, sie hielten keinen einzigen Moment inne; einige schoben sogar die Rollstühle ihrer Verwandten. Ich hatte für diese Versammlung extra einen Rollstuhl beschafft, so dass eine Missionarin, die ihr Haus nicht mehr verlässt, kommen konnte. Bei meiner letzten Reise ermutigte ich sie und versprach ihr den Rollstuhl, wenn sie nach Montahue käme. Sie war so glücklich, dass sie sagte, sie würde es mit dem Pfarrer arrangieren, sodass sie wieder wie früher arbeiten könne.

Bei dieser Gelegenheit waren es etwas mehr als 900 Pilger. Die Teilnehmerzahl war gesunken, weil es viele parallele Aktivitäten in der Diözese und in der Provinz im Allgemeinen gab. Allerdings fehlten ganze Städte: Lebu, Arauco, Lota, Santa Juana, Curanilahue, hauptsächlich wegen des Mangels an Zeit und an Mitarbeitern während des Jahres. Jedoch waren die, die kamen, sehr glücklich, besonders diejenigen, die zum ersten Mal gekommen waren.

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Sie werden weiter auf Pilgerwegen gehen

Manchmal sehe ich mich selbst am letzten Tag, der Barmherzigkeit des Vaters am Eingang des Himmels ausweichend, getarnt mitten unter diesen schlichten Menschen, die wie eine Lawine ins Paradies eilen wegen ihres kindlichen Glaubens und ihrer Hingabe. Es ist eindrucksvoll, wie diese Menschen unter dem Schutz der göttlichen Vorsehung leben; Kranke, die davon überzeugt sind, dass ihr Laufen der Mutter als Opfer gefällt, und SIE nach ihren Kindern schaut, die sich vom Glauben entfernt haben, oder auf andere, die unheilbar krank sind an Körper oder Seele. Darüber hinaus pilgern sie, wie echte Blitzableiter, unaufhörlich, Jahr um Jahr, zum Gnadenort der Gottesmutter. Es gibt immer mehr Ältere, Lahme, Sehbehinderte, aber im Bewusstsein, dass sie keinen anderen Schatz anzubieten haben als ihr eigenes Elend, verbergen sie es auch nicht vor den Augen der anderen, denn an diesem heiligen Ort sind wir alle gleich. Es ist wirklich bewegend.

Maria ist der Große Missionar. Sie breitet von ihrem Gnadenthron aus ihren Mantel aus, um uns mit ihrer Barmherzigkeit zu bedecken, während wir den Pilgerweg durch dieses Tränental zur ewigen Freude gehen.

Zuallererst möchte ich meine aufrichtige Dankbarkeit gegenüber Gott und der Gottesmutter zum Ausdruck bringen, dass sie uns diesen schönen, sonnigen Tag geschenkt haben, und gegenüber den vielen Freiwilligen aus der Schönstattfamilie von Montahue, die sich mit Freude und großer Bereitschaft überall bei der Versammlung eingesetzt haben und Schönstatt im Hinausgehen in ihrem eigenen Zuhause gelebt haben.

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Original: Spanisch. Übersetzung: Ursula Sundarp, Dinslaken, Deutschland

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