Veröffentlicht am 18. November 2015 In Leben im Bündnis

Ein neues Noviziat der Schönstattpatres in Nigeria

NIGERIA, Ameh Francis Imaben /Maria Fischer

„Wie geht es jetzt weiter in Nigeria?” Ein paar Wochen vor dem Generalkapitel der Schönstattpatres, das ihn zum neuen Generaloberen machte, hatte Pater Juan Pablo Catoggio schoenstatt.org einen interessanten Bericht über die Schönstattpatres in Nigeria zur Verfügung gestellt. „Mir war nicht klar, dass das ja auch ins Englische übersetzt würde“, sagt er mir mit einem kräftigen Lachen. „Dann erklärte mir eines Tages einer unserer Seminaristen in Nigeria: ‚Mir gefällt, was Sie über unser Leben und unsere Kultur hier geschrieben haben!‘ Scheint so, als wären unsere Seminaristen regelmäßige Besucher von schoenstatt.org!“ Sind sie. „Also, wie geht es es jetzt weiter in Nigeria?“

Ein paar Tage nach Beendigung des Kapitels und der wichtigen Begegnung mit Papst Franziskus reiste Pater Juan Pablo Catoggio nach Nigeria, wo er in den letzten Jahren als Vertreter des Oberen der Vater-Regio, zu der Nigeria gehört, gearbeitet hat. Der Hauptgrund: der Beginn des Noviziats von sechs Kandidaten der Gemeinschaft der Schönstatt-Patres.

Ein historischer Augenblick

Ameh Francis Imaben berichtet davon: „Am 15. September 2015 begrüßte die Gemeinschaft der Schönstattpatres wieder sechs neue ‚Odysseus‘, als sie sich einschifften zu einer Reise der Selbstfindung und Unterscheidung der Geister über zwei Jahre Noviziat. Es ist kein Zufall, sondern Gottes Vorsehung, dass das gerade am Ende des 5. Generalkapitels geschah, und zu der Zeit, als die Sionsgemeinschaft ihr Goldenes Jubiläum feierte.

Der Novizenmeister begrüßt die Novizen

Schon in seinem Grußwort stellte sich Pater Kingsley Okereke, Novizenmeister, mit den Worten der heiligen Theresie vom Kinde Jesu als ‚Senior-Novize‘ vor. Er sieht sich selbst nicht nur als Meister, sondern auch als älterer Bruder, der da ist, um seinen jüngeren Schützlingen zu helfen und sie zu führen. Er bemerkte dann, das Noviziat sei eine Reise, ein Abenteuer der Entdeckung oder Wiederentdeckung des Sion, des Vaters und Gründers, seiner selbst und der Mitbrüder im Kurs. Es ist eine besondere Zeit der Gnade, eine Zeit der Entscheidung. Es ist, mit seinen Worten, eine Zeit der Geschlossenheit und der Offenheit, so dass es eine Geschlossenheit nach außen und gegenüber der äußeren Welt und eine Offenheit gegenüber der inneren Welt – der Welt des Noviziates – gibt, die ein Sich-öffnen für die Welt des Vaters und die Mitbrüder mit sich bringt.

Offiziell startete das Noviziat mit der Ankunft der Novizen am 15. September, dem Jahrestag des Heimgangs unseres Vaters und Gründers. Allerdings hatten wir die Eröffnungsmesse am 20. September mit dem neu gewählten Paterfamilias, Pater Juan Pablo Catoggio. Wunderbar, die Anwesenheit des Paterfamilias machte dieses Noviziat zu einem einzigartigen, denn es ist das erste Mal, dass die Gemeinschaft der Schönstattpatres in Nigeria ihr Noviziat mit dem Generaloberen selbst begonnen hat.

Der höchst entscheidende Augenblick in unserem Leben

In seiner Predigt stellte Pater Juan Pablo das Noviziat haargenau als den höchst entscheidenden Augenblick in unserem Leben heraus. Während er seine Dankbarkeit gegenüber Gott für das Geschenk unseres Lebens zum Ausdruck brachte, wiederholte er gleichzeitig seine Bewunderung für das Noviziat. Er erklärte, die lateinische Sprachwurzel ‚novum‘, was ‚neu‘ bedeutet, mache für ihn das Noviziat wichtig als einen Zeitraum, wo man erneut Gottes Pläne für sich und für den Kurs zu erkennen beginnt, und es sei auch eine Zeit der tiefen Begegnung mit Gott. Ausgehend vom Leben der Apostel und Christi riet er, dass Demut die Grundlage unserer täglichen Aktivitäten sein müsse.

In Anlehnung an den Heiligen Vater gab uns unser Paterfamilias vier wesentliche Kennzeichen für das Noviziat: eine Schule des Charismas unseres Vaters und Gründers, das, wie er sagte, unsere Originalität ist. Durch das Werkzeug der Stille werden wir in eine tiefere Begegnung mit Gott eingeführt. Weiter erklärte er, das Noviziat sei eine Zeit der Inspiration, weil es ein hohes Maß an Offenheit gegenüber Gott und untereinander mit sich bringe. Als Drittes erklärte er, es sei eine Schule des Dienens, wie er schon erwähnt hat, als er ganz viel Demut einforderte, um so einander dienen zu können und auch ein offenes Herz für alle zu haben. Das letzte Kennzeichen ist die Schule der brüderlichen Gemeinschaft, die der Eckpfeiler der Jüngerschaft ist, denn, so erklärte er, wahre Jüngerschaft erfordere brüderliche Gemeinschaft.

Von links nach rechts: Stanley Ukasoanya, Emmanuel Okeke, John Obute, Cyprian Avong, Henry Anumudu, Francis Ameh

Das Vatersymbol für einen neuen Kurs

In dieser historischen Messe gab uns unser Paterfamilias das Vatersymbol, ein Symbol, das ihm sehr wichtig ist und das ihn viele Jahre hindurch begleitet hat. Weil er im Begriff war, Nigeria zu verlassen, vermachte er diesen Schatz unserem Kurs. Das ist wirklich eine wunderbare Sache und eine Überraschung für uns!

Zur Messe brachten wir auch unser großes MTA-Bild mit zum Siegesheiligtum, das dauernd in unserer Kapelle (Hausheiligtum) im Noviziat ist. Vom Siegesheiligtum aus machte unsere Mutter eine Pilgerreise durch die Räume der Novizen im Noviziat, besuchte und eroberte die Räume und das Herz jedes einzelnen von uns, auch das des Novizenmeisters. Jeder von uns hatte das besondere Privileg, unsere Mutter in seinem Zimmer zu begrüßen und einen Tag lang mit ihr zu leben, nachdem wir sie singend und tanzend zum Nächsten begleitet hatten. Nachdem sie jeden von uns besucht hatte, wurde unsere Mutter feierlich in unserer Kapelle hier im Noviziat inthronisiert.

Auf den Punkt gebracht: Im Geist brüderlicher Liebe sind wir alle den sorgenden Händen Mariens, unserer Mutter und Erzieherin, anvertraut worden. Die Hochstimmung der Feier setzte sich den ganzen Tag mit großer symbolischer Pracht fort. Bitte, beten Sie für uns Novizen, wenn wir jetzt unsere große Reise in Richtung der Erfüllung unserer Berufung antreten.“

Und wie können wir uns an der Sendung der Schönstattpatres in Nigeria beteiligen?

Zurück zum Berg Sion und zum Gespräch mit Pater Juan Pablo Catoggio. Zurück dazu wie er „sein“ Nigeria in Zukunft unterstützen will, und wie wir als Schönstattfamilie Teil dieser Sendung sein können.

Er wird Nigeria ein oder zwei Mal im Jahr besuchen, sagte er. Und bevor ich fragen konnte, fügte er hinzu: „Natürlich werde ich einen Bericht schreiben.“ Weil ich sein Engagement für Kommunikation kenne, habe ich nichts anderes erwartet, aber es ist doch eine Freude, das Versprechen aus erster Hand zu bekommen. Mit Bezug auf das, was er im letzten Bericht geschrieben hatte, bestätigte er die Schwierigkeiten der politischen Situation des Landes, die Sorge um das Wachsen der Bewegung, die große Zahl der Kandidaten der Schönstattpatres, den Prozess der Entscheidungsfindung und die guten Erfahrungen, die einige der Schönstattpatres aus Nigeria in Argentinien hatten.

Die finanzielle Not ist auch eine bittere Realität. Spenden kommen ein, aber nicht in der Höhe, wie sie gebraucht werden. Er und ich erinnern uns im gleichen Augenblick an eine Initiative von schoenstatt.org vor einigen Jahren, als die Schönstattpatres in Argentinien große finanzielle Herausforderungen durchstehen mussten: Mess-Stipendien! Das hat natürlich nicht das ganze Problem gelöst, aber es machte einen Unterschied.

 

Die Schönstattpatres in Nigeria nehmen gerne Mess-Stipendien an und feiern eine Heilige Messe für die konkreten Personen, ihre Anliegen oder die ihrer Lieben. Und das natürlich mit großem Engagement.

Für Mess-Stipendien für Nigeria:

Schoenstatt-Patres International

IBAN: DE87400602650003161601

BIC: GENODEM1DKM

Referenz: Nigeria oder Nigeria Messintention (Namen oder Intention notieren)

Oder übermitteln Sie die Mess-Intention über [email protected], mit dem Hinweis, dass das entsprechende Mess-Stipendium für Nigeria ist.

Sie können auch das Online-Formular auf der Webseite der Schönstatt-Patres benutzen und mitteilen, dass das Stipendium für Nigeria ist.

Mit Material von www.schoenstatt-fathers.org

Fotos (außer von den Novizen) vom 18. Oktober 2014.

Original: Englisch. Übersetzung: Ursula Sundarp, Dinslaken, Deutschland

 

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