Veröffentlicht am 2015-10-24 In Leben im Bündnis

Tupãrenda: “Jugendliche lassen die Mächtigen zittern“

PARAGUAY, Alfredo Cabrera, Ramón Marini und María Fischer •

„Der 18. Oktober in Tupãrenda ist heute Nachricht und Bild auf der Titelseite von Ultima Hora … Darin geht es vor allem um die Heilige Messe um 11.30 Uhr mit so starker Beteiligung – vermutlich, weil Sonntag war -, dass auch sie vor der Dreifaltigkeitskirche gefeiert werden musste“, schreibt Pater Antonio Cosp, Rektor des Landesheiligtums Schönstatts in Tupãrenda. Wie jedes Jahr nahmen Tausende von Pilgern das große, weite Gelände um das Heiligtum in Besitz, und weil Sonntag war und zudem sehr gutes Wetter herrschte – nicht so heiß und trocken -, waren es weit mehr als in anderen Jahren. Verschiedene Fernsehsender und Radio Maria Paraguay übertrugen live mehrere der insgesamt vier heiligen Messen und machten Interviews, während die großen Tageszeitungen des Landes am Tag danach dem Ereignis lange Artikel widmeten.

In dem von Pater Antonio Cosp erwähnten Artikel in Ultima Hora fällt dabei besonders auf, wie stark er vor allem die soziale und gesellschaftspolitische Dimension des 18. Oktober in Tuparenda betont, die über die spirituelle und fromme hinausgeht, ohne diese zu verleugnen oder zu verlieren. Oder schlicht und einfach, die schönstättische Dimension, den Stempel einer Bewegung, die sich der Mitgestaltung an einer neuen Gesellschaftsordnung verpflichtet weiß.

Der Titel, den die Redaktion gewählt hat, spricht für sich: Tupãrenda: Jugendliche lassen die Mächtigen zittern”.

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Forderung nach dem Ende der Korruption in Paraguay

20151020110657Beim Patronatsfest der Gottesmutter von Schönstatt im Landesheiligtum von Tupãrenda betonte Pater Pedro Kühlcke bei der „Messe der Hoffnung“ (Messe der Jugend) die Chance, nach den Kundgebungen der Jugendlichen – Schüler und Studenten -, die ein Ende der Korruption in Paraguay gefordert hatten, wirklich ein besseres Land aufzubauen.

In seiner Botschaft rief er dazu auf, die Stadt Gottes zu bauen. Er stellte heraus, dass es Maria sei, die uns lehre, die herrliche Stadt zu bauen, so wie die Jugendlichen Paraguays es tun.

„Gott hat die Mächtigen vom Thron gestürzt, er hat diese Jugendlichen gebraucht, um einige der Mächtigen in die Wüste zu schicken, hat sie herabgestürzt, und viele Mächtige zittern in diesem Moment auf ihren Thronen. Sie wissen, dass es dank dieser Jugendlichen mit ihrer Straffreiheit bald zu Ende geht, dass es aus ist mit der Gelegenheit, Geld beiseite zu schaffen, mit dem wir alle eine bessere Bildung, eine bessere Gesundheitsfürsorge und eine würdigere Gesellschaft gestalten wollen“, so Pater Kühlcke.

Vor Hunderten von Menschen erinnerte er daran, dass viele sich zu Beginn der Kundgebungen der Studenten über deren Mut lustig gemacht hatten und von ihren Aktionen nichts erwartet hätten. „Wer wird schon auf diese 20 Verrückten hören“, hätten einige gesagt, „und jetzt schauen Sie, wie wir auf sie hören“, so der Zelebrant, der nach jedem Abschnitt starken Beifall erhielt.

Stimmenkauf

Er rief dazu auf, die Haltung sowohl der Studenten gegenüber dem Rektorat wie der Schüler beim Sitzstreik zu übernehmen, um die Stadt Gottes im eigenen Leben zu erbauen. „Wir müssen Zeugen der Heiligkeit sein und das heißt, Bestechungen abzuweisen. Wenn da einer daherkommt und uns sagt, wir sollten dies oder jenes sagen, dann sagen wir Nein! Wenn wir wählen dürfen, wählen wir nach Farbe oder verkaufen wir den Stimmzettel, oder machen wir uns wirklich Gedanken darum, ob diese Person es verdient, unser Vertreter zu sein? Auch das gehört zum Zeugnis der Heiligkeit“, so Pater Kühlcke.

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Es ist wunderbar, hier zu sein

Mit den Bildern der Pilgernden Gottesmutter von Schönstatt in Händen, kamen die Pilger aus den verschiedenen Gegenden des Landes, um sich so für den Besuch zu bedanken, den sie im Lauf des Jahres immer wieder erhalten haben. Gleichzeitig wurde der 101. Jahrestag des Liebesbündnisses mit Maria begangen.

Die Menschen kamen aus allen Himmelsrichtungen. Marta Dionisia Olmedo etwa kam mit einer Gruppe von Frauen aus Caaguazú, um ein weiteres Jahr mit Maria zu feiern. „Wir haben uns mit Arbeitskolleginnen und Freunden organisiert und die so sehr erwartete Reise gemacht. Wir sind um 5.00 Uhr heute Morgen losgefahren, um heute hier bei ihr zu sein. Ich bin so überglücklich, hier zu sein! Wir beten hier immer für die Familie“, erklärt sie.

Das Fest der Gottesmutter Maria versammelte Tausende von Pilgern, von denen viele zu Fuß über die Nationalstraße 2 pilgerten, um nach Tuparenda zu kommen.

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Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer, schoenstatt.org

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