Veröffentlicht am 13. September 2015 In Leben im Bündnis

Leben aus dem Bündnis – JUMAS für die Welt

BRASILIEN, Caieiras, 19. Juli 2015: Für die Jumas (Mannesjugend) Schönstatts in Brasilien – und für ganz Schönstatt • Fotos-Matéria-38

Am 19. Juli 2015 trafen wir uns, um das Jubiläum unseres Liebesbündnisses mit Gott und der Dreimal Wunderbaren Mutter zu feiern. Viele von Ihnen kennen uns nicht, aber sie sollen wissen, dass wir Sie kennen und stets für Sie beten.

Was wird von einem Treffen einer solchen Gruppe erwartet, die schon lange der Jugend entwachsen ist? Ist es möglich, nach solch langer Zeit noch JUMAS zu sein? Unsere Gruppenerfahrung sagt “Ja”. Und deshalb entschlossen wir uns, ein wenig aus unserer Geschichte zu erzählen, besonders der brasilianischen JUMAS, denn “ein Volk ohne Erinnerung ist ein Volk ohne Geschichte…”(Emilia Viotti da Costa, brasilianische Historikerin und Professorin).

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Alles begann am 7. Okt. 1995 in Caieiras/SP

Also, vor fast 20 Jahren trafen wir uns zum ersten Mal als Pioniere Schönstatts. Im Laufe der Zeit eroberten wir uns T-Shirt, Banner, Tuch und Ring. Aktiv nahmen wir am Ersten Nationalkongress teil, am ersten nationalen Forum, sowie an vielen weiteren bedeutenden Ereignissen der brasilianischen JUMAS. Wir erinnern uns noch genau an den Tag, an dem das historische Treffen stattfand mit der Entdeckung der Patene, gerade als die JUMAS ihr fünfzigjähriges Jubiläum feierte; das Glück, die ‘Peregrina Heróica’ wiederzufinden, das Geschenk von Joao Pozzobon an die Mannesjugend, an unsere Anteilnahme am Kelch-Entwurf, und vieles andere. Es waren Jahre, gekennzeichnet durch die Etappen der Pioniere, der Verbündeten und der Studentenzeit. Zu unserer Zeit war man darin allerdings noch nicht so gut durchorganisiert, wie heute.

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Unser Liebesbündnis

Am 26. Juli 2003, vor genau 12 Jahren, schlossen wir unser Liebesbündnis im Sion-Heiligtum von Jaraguá/SP. Die Eingangsworte dieser Feier lauteten: “Nein, nein, das (unser Bündnisschluss) ist nicht das Ende! Es ist vielmehr der Beginn einer neuen Ära!” Und als Antwort beschlossen wir einen weiteren Schritt: Am 28. Februar 2006 machten wir unser gegenseitiges Liebesbündnis. Dieses Bündnis besiegelte unsere gegenseitige brüderliche Treue, die sich auf dem Weg der Heiligkeit verantwortlich hält fürs ganze Leben.

Und wieder im Sionsheiligtum von Jaraguá feierten wir eine hl. Messe, in der wir unsere Lebensideale teilten und ab diesem Tag in der hl. Kommunion unser gegenseitiges Bündnis mit den Worten erneuern, die wir auf dem Pilgermarsch vom 31. Mai wie folgt zusammenfassten: “Ineinander, miteinander und füreinander…”, damit wir in Christus Apostel des Bootes der Gottesmutter sein können, FREUDEN-Zeichen der Gegenwart Gottes.”

Das gegenseitige Bündnis

Das gegenseitige Bündnis war eine Art, in der wir uns geistig untereinander und mit Christus verbinden konnten, denn zu dieser Zeit war es nicht mehr möglich, uns so wie früher wöchentlich zu treffen. Wir mussten uns umstellen in der Art und Weise, JUMAS zu leben. Denn von den sieben Mitgliedern der Gruppe heirateten vier und gingen in die Familienliga, einer ist verlobt, vier sind schon Väter; etliche wohnen nicht mehr in Caieras und alle sind voll im Beruf als Ingenieure, Rechtsanwälte, in internationalen Geschäften, im Medienbereich, in Informatik oder auch selbstständig.

Da wir also durch unsere Berufe zerstreut worden sind, benutzen wir Facebook und Whatsapp, um unter uns Kontakt zu pflegen und so ein bisschen vom Leben jedes einzelnen mit zu bekommen, und um uns in unseren Vorsätzen zu unterstützen. Aber wir fühlen die Notwendigkeit, uns persönlich zu treffen, Auge in Auge, um an unseren gemeinsamen Freuden und Leiden teil nehmen zu können und besonders, um uns gegenseitig zu stützen, damit unser Ideal – “Gebunden durch Maria – Feuer des Christus-Tabor” – sich verwirklichen könne durch unser Gruppenideal: “Apostel des Bootes Marias, Freuden-Zeichen der Gegenwart Gottes”. Das verlangt das gegenseitige Liebesbündnis von uns! Deshalb beschlossen wir, uns einmal im Jahr zu treffen, wenn möglich am Jahrestag unseres Liebesbündnisses. So haben wir uns am letzten 19. Juli beim künftigen Schönstattheiligtum von Caieiras getroffen.

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Wir trafen uns, um nach vorn zu schauen

Und warum entschlossen wir uns erst jetzt, unsere Geschichte mitzuteilen? Der Grund ist, weil wir in diesem Jahr ein ganz besonderes Erlebnis hatten. Häufig wirkte JUMAS auf uns wie eine Nostalgie oder als Sehnsucht, wo Gruppen, die “die Dinosaurier” oder “die Opas der JUMAS” genannt wurden, sich nur trafen, um alten Zeiten nachzuhängen, die nicht wiederkehren würden. Wir allerdings treffen uns, um vorwärts zu schauen.

Während des Jahres nimmt jeder sein Ruder in die Hand und versucht, Gott gegenwärtig zu setzen, durch die FREUDE an seiner Arbeit, an seiner Familie, um ein Zeichen in der Gemeinschaft zu setzen. Deshalb ist es wichtig zu wissen, dass wir weiter gemeinsam rudern, und dass das Boot weiter auf dem Weg ist, wohin unsere Königin uns führen will. Also, ganz konkret, wir hören jeden einzelnen sein persönliches ‘Geheimnis‘ erzählen und beten für jeden einzelnen ein Rosenkranzgesetz. So beten wir ständig unseren “Rosenkranz der 7 Geheimnisse” und tragen weiter bei zur Erarbeitung des Schönstatt-Heiligtums in Caieiras, und besonders für die Glocke, die unser Gruppengeschenk fürs Heiligtum in Caieiras 2014 war. Es war eine Zeit gegenseitiger Anteilnahme und Brüderlichkeit.

Im Folgenden überprüften wir unseren Vorsatz vom Vorjahr, wöchentlich drei Rosenkränze zu beten, um die Kapellchenglocke geistig zu erarbeiten. Die vorgenommene Zeit endete im August, und bis Juni hatten wir bereits 51.379 Aves gebetet.

Der neue Mensch

Auch hielten wir eine Zeit der Besinnung und des Austausches über Dinge, die uns beunruhigten. Dabei galt unser Hauptanliegen dem Bild des heutigen Menschen, und besonders den Werten, die wir durch unsere Haltung ausstrahlen wollen, dem Neuen Menschen, der sein Denken, Sein und Lieben in sein Leben zu integrieren versucht (auch durch das, was er veröffentlicht, genießt oder austauscht in den sozialen Netzen). Wir sorgen uns um den Relativismus der aktuellen Werte und sehen die Notwendigkeit einer kritischen Reflexion über das, was wir lesen und vor allem auch auf das, was wir posten. Wir stimmen überein mit der Synthese, die P. Alexandre Awi bezeichnet: “JUMAS ist Kirche – achtet auf eure Botschaften in den Medien”. Nicht weniger wichtig war es uns, wie wir über die geistige und körperliche Gesundheit sprechen, sowie über die Notwendigkeit des persönlichen Gebetes und des Betens in der Familie.

Auch nahmen wir uns Zeit für ein gutes Essen und für eine Erholung, bevor wir in der Messe in der Kirche Santo Antõnio de Caieiras sangen. Seit vielen Jahren singt unsere Gruppe einmal im Monat in Santo Antônio. Es ist Teil unseres dauernden Apostolats, mit Hilfe der liturgischen Musik unsere FREUDE zum Ausdruck zu bringen als Geschenk an Gott und unsere MTA. Dies ist eine Sicherung, so dass wir uns monatlich einmal treffen und als Gruppe ein konkretes Zeichen in der Kirche geben.

Wir haben unseren Vorsatz fürs nächste Jahr noch nicht konkret formuliert, weil wir zuviel Zeit für den persönlichen Austausch gebraucht haben. Eigentlich ist ein Tag zu wenig, um alles zu beschließen. Außerdem ist die Erarbeitung der Glocke erst im August fällig; deshalb gingen mit dem Vorsatz auseinander, unser weiteres Streben bald noch genau zu definieren. So, und dies ist ein Stückchen unserer Geschichte …

“Ineinander, miteinander und füreinander”

Darum, liebe JUMAS, sollst Du wissen, dass wir trotz Altersunterschied im selben Ideal geeint sind, stolz sind auf “unsere jüngeren Brüder”, und „ineinander, miteinander und füreinander” folgen. Wir freuen uns, die “Olympische Fackel“ des Christus-Tabor-Feuers weiter gegeben zu haben, in der Gewissheit, dass ihr die Sendung fortsetzt. Mithilfe unserer Bindungen nehmt ihr uns in jedem Kilometer beim Fackellauf mit, bei jedem Treffen, in jeder missionarischen Aktivität, in jedem Forum, in jedem gebeteten Rosenkranz für die Abgeordneten und Senatoren. Ihr repräsentiert uns! In irgendeiner Weise #rezamosebatalhamosjuntospelobrasil (wir beten und kämpfen gemeinsam für Brasilien).

Wir hoffen und wünschen, dass unsere Botschaft die ganze brasilianische JUMAS erreicht, als Beispiel für die Einheit der Gruppen. Und dass JUMAS mehr als eine Gliederung, eine Berufung ist und dass die hohen Ideale fürs ganze Leben gelten: JUMAS Marias – Nunquam peribit! Wir laden alle – einschließlich “Dinosaurier” und “Opas der JUMAS” – ein zu einem Treffen im Heiligtum zur Erneuerung des Liebesbündnisses gemeinsam mit der JUMAS von heute, um 60 Jahre JUMAS zu feiern.

Wir schließen unseren Brief mit dem Bild unseres “Jüngsten” P. Franz (1914-2004) beim Betreten des Saals beim ersten Nationalen Treffen der JUMAS im Jahr 2003 unter den Klängen des Franz-Reinisch-Liedes mit einem offenen Lächeln und mit Gehhilfen winkend. Am Ende seines überraschenden Erscheinens brachte er uns mit folgenden Worten zum Lachen: “Mit meinen über 90 Jahren bin ich schon ein altes Kriegspferd, aber wie jedes gute Kriegspferd, wenn es die jungen Pferde in den Krieg ziehen sieht, schlägt mein Herz und ich fühle mich als Teil der Kavallerie.”

Möge das Tabor-Christus–Feuer niemals erlöschen!

Apostel des Bootes Maria

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Quelle: http://www.jumasbrasil.com.br/

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Original: Portugiesisch. Übersetzung: Mechthild Jahn und Renate Dekker, Bad Ems, Deutschland

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