Veröffentlicht am 2015-06-18 In Leben im Bündnis

Heiligtum in La Plata: Fünfzig Jahre

ARGENTINIEN, La Plata, Ricardo Moro •

Während dieses Jahres begeht die Familie der Erzdiözese La Plata eine doppelte Feier: einerseits feiern wir die ersten fünfzig Jahre seit der Einweihung unseres Freiheits-Heiligtums und andererseits die ersten fünfzig Jahre Freiheit Pater Kentenichs aus dem Exil in Milwaukee. Eine Feier, die dreifach sein könnte, denn vor fünfzig Jahren war es der Erzbischof von La Plata, der zusätzlich zum Bau und zur Einweihung des Heiligtums den ersten Schönstatt-Pater weihte. Deshalb möchten wir ein wenig aus unserer Geschichte, die unser aller Geschichte ist, erzählen.

Das einzige von einem Erzbischof erbaute Heiligtum

Das Heiligtum von La Plata ist das einzige, das von einem Erzbischof erbaut wurde. Es war im Jahr 1959; zu der Zeit gehörte Florencio Varela zur Erzdiözese La Plata und Erzbischof Antonio Plaza beschloss, Neu-Schönstatt zu besuchen und das Heiligtum kennenzulernen. Schwester Ursula sprach zum Bischof über Pater Josef Kentenich, der mitten im Exil in Milwaukee war. Der Erzbischof war an dem Thema interessiert, das ihm nicht vertraut war; er versprach ihr, dass er für seine Rehabilitierung sorgen würde, wenn er zum II. Vatikanischen Konzil nach Rom ging. Während der Jahre 1962 und 1963 arbeitete Erzbischof Plaza im Konzil zusammen mit Schönstatt-Bischöfen, und im Jahr 1963, auf Schwester Ursulas Bitte hin, weihte er Günther Boll zum Priester. Während dieser Zeit erzählte der Erzbischof der Schwester von seinem Traum: „In der Nacht, nachdem Sie mir erzählt haben, dass Pater Kentenich vor dem Heiligen Stuhl angeklagt war, sah ich ein Heiligtum im Garten meiner Kurie, und viele Marienschwestern gingen ein und aus.“ Im Jahr 1965 wollte der Erzbischof der Gottesmutter ein Heiligtum als Preis für Pater Kentenichs Freiheit anbieten: Alle waren überzeugt, wenn der Bau fertiggestellt war, würde er frei und am gleichen Tag gaben die Schönstattpatres das Bild der Gottesmutter für das Heiligtum von La Plata. Am 11. März, in Anwesenheit von Erzbischof Plaza und allen Marienschwestern, begann der Aushub der Fundamente. Zwei Tage später gingen die Marienschwestern in einem berührenden und einzigartigen Akt in die ausgehobenen Fundamentgräben, formten eine Kette und brachten mit dieser Geste zum Ausdruck, dass sie sich in den Schmutz versenken wollten als Lösepreis für Pater Kentenichs Freiheit und für die Fruchtbarkeit des Heiligtums.

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Foto: Pater José Neuenhofer, Pater Günther Boll, Schwester M. Ursula, Erzbischof Plaza (von links)

“Symbol für das Einsetzen des gesamten Werkes in die Kirche“

Am 30. Mai machten die Schwestern eine Wallfahrt von Buenos Aires und brachten alle Beiträge, die als Gnadenkapital für den Grundstein geopfert worden waren. Sie legten ein Dokument in die Mauern des Heiligtums und das Gebet, dass sie in dem Augenblick gebetet hatten und das schon die Sendung des künftigen Heiligtums kennzeichnete: „Dass dieses Heiligtum ein Symbol sein möge für ein völliges Einsetzen des gesamten Werkes in die Kirche … Wir beteten nicht nur für das spirituelle Wachstum unserer Diözese, sondern auch, dass das Schönstattwerk in La Plata gedeihen möge, und dass es reiche Frucht bringe im Schatten der Kathedrale.“

Am 15. August 1965, um 15.30 Uhr, segnete Erzbischof Plaza das Heiligtum und weihte es ein, indem er die erste Messe darin zelebrierte.

Im Schatten der Kathedrale

IMG_7914Unser Heiligtum hat einige originelle Dinge, die es einmalig machen: es war nicht durch den Willen oder den Ruf der Familie geboren, sondern es war des Erzbischofs Entscheidung, mehr noch, es wurde gebaut im Garten der Kurie von La Plata. Dennoch, was es wirklich einzigartig macht, ist, dass es im „Schatten der Kathedrale“ ist, was seine Gründung zu einem sehr starken Zeichen macht für die Einsetzung des gesamten Schönstattwerkes in das Herz der Kirche.

Einen Monat später, am 15. September, erhielten die Schwestern ein Telegramm mit der Ankündigung, dass Pater Kentenich nach Rom gerufen worden war. Am 31. Oktober machten sie eine weitere Fußwallfahrt von Florencio Varela zu der Kathedrale von La Plata. Sie trugen Ketten in ihren Händen als Symbol für die Ketten, die zerbrochen werden müssen, um den Gründer und sein Werk zu befreien. Bei der Ankunft am Heiligtum boten sie der Gottesmutter das Opfer ihres heroischen Marsches an. Als sie nach Neu-Schönstatt zurückkamen, erhielt Schwester Ursula ein Telegramm mit der Aussage, dass Pater Kentenich befreit war.

Wir sind voller Freude, diese Ereignisse als Familie zu feiern. Sie sind zweifellos der Mittelpunkt aller Arbeit dieses Jahres. Das schließt ein, nicht nur zu feiern; sondern auch unsere Sendung – die der Familie und des Heiligtums – zu erneuern und uns auf die Zukunft der nächsten fünfzig Jahre auszurichten. Diese Erneuerung bedeutet die Annahme der Verpflichtung, Pater Kentenichs Leben der Freiheit zu übernehmen, eine Freiheit, die wir in unserem alltäglichen Leben wirksam machen, indem wir „das Gewöhnliche außergewöhnlich gut“ tun. Es ist unsere Sendung, und es ist bekannt, wenn jemand eine Sendung hat, muss sie erfüllt werden: dabei mit absoluter Sicherheit zu wissen, ‚die Mutter wird vollkommen sorgen‘.“

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Fotos: Claudia Echenique

Original: Spanisch. Übersetzung: Ursula Sundarp, Dinslaken, Deutschland

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