Veröffentlicht am 2010-03-12 In Leben im Bündnis

Die Jugend und das Erdbeben: damit Gleichgültigkeit nicht die eigentliche Katastrophe wird

Ayuda solidaria de la Juventud de Schoenstatt de TemucoCHILE, Mauricio Urrutia. Um 3:34 morgens am 27. Februar des lang erwarteten Jahres der Zweihundertjahrfeier, wacht halb Chile plötzlich auf. Die Erde bebt. Anfangs nur ganz leicht, aber nach 3 Minuten hatte dieses Beben katastrophale Ausmaße angenommen. Hinzu kam der Tsunami, der in einigen Städten alles mitriss und ausradierte, was in seinem Weg war.


Después del terremoto

Zwei Millionen Geschädigte, an die 800 Tote und Hunderte Vermisste in sechs Regionen des Landes. Diese Zahlen sind für ein Land mit 16 Millionen Einwohnern einfach erschlagend. Sie sprechen von konkretem Leid und Schmerz: wenn sich die Arbeit eines ganzen Lebens innerhalb von Sekunden in Luft auflöst.Wenn man über Nacht eine geliebte Person verliert. Oder einfach dieser unsägliche Schmerz im Angesicht von Mitbürgern, die unter freiem Himmel leben müssen und für die von all den Plänen und Träumen einer glücklichen Zweihundertjahrfeier, die mit so viel Engagement vorbereitet wurde, nichts mehr übrig geblieben ist.

Und das bezieht sich nur auf den menschlichen Bereich, Jedoch ist die Zerstörung viel weitreichender, sie hat Auswirkungen auf alle Bereiche des öffentlichen Lebens. Kulturelles Erbe von Jahrhunderten in Trümmern, da viele große Zeugnisse der Kultur in den Städten und Dörfern aus der Kolonialepoche stammen und aus Lehm gebaut sind. Die Wirtschaft stagniert. Schulen und Universitäten sind geschlossen. Straßen und Brücken sind kaputt, und so vieles anderes hat das Erdbeben vom 27. Februar zerstört. Das Herz Chiles liegt in Trümmern, schrieb eine ausländische Zeitung.

Die Seele Chiles lebt

Alma de ChileAber Chile ist ein Land von Kämpfern, es war es schon immer und ist es jetzt wieder. Unzählige Hilfsinitiativen sind überall im Land entstanden. Sie versuchen ein Land wiederherzustellen, das sich leider in den ersten Tagen nach dem Beben mehr durch Plünderungen von Supermärkten und Wohnungen ausgezeichnet hat, durch Leute, die nicht warten konnten oder wollten und sich Lebensmittel besorgt haben, und traurigerweise auch durch solche, die das Chaos ausnutzten, um sich Dinge zu besorgen, die nicht der Deckung der Elementarbedürfnisse dienen. Unter den anderen, unter jenen, die Chile wieder aufbauen wollen, sind vor allem die Jugendlichen.

Chile ayuda a ChileLandesweit sind es die Jugendlichen, die unter den Bannern von Universitäten, Schulen, dem Roten Kreuz und anderen Organisationen, mithelfen und anpacken. Und mit dabei ist die Schönstattjugend von Temuco – Mitglieder und Freunde der Mädchen- und Mannesjugend und der Studenten -, die nicht nur physische Hilfe anbieten, sondern versuchen, Sinn und Hoffnung zu vermittel, indem sie ihr Anpacken mit der Gegenwart Gottes füllen und mit der heimatschenkenden Kraft derer, die wir „Seele Chiles“ nennen: Maria.

Nicht nur Lebensmittel, sondern Hoffnung

Angefangen hat es bei einem Rosenkranz im Heiligtum von Ayinrehue, bei einem Gebet für die Erdbebenopfer. Da war es Maria, die an ihrem Gnadenort die Anregung gab, herauszugehen in die Gemeinden, um Hilfsgüter zu sammeln. Drei Tage nach dem Erdbeben sah man an den Türen der Supermärkte Einkaufswagen voller Hilfsgüter sehen. Im Haus der Mannesjugend, Sammelzentrum solcher Spenden, wurden zudem Kleindugsstücke aller Arten und Größen abgegeben. Man ging zu fünf verschiedenen Supermärkten; hilfsbereite Jugendliche packten rund um die Uhr Kartons mit Hilfsgütern; Hunderte sind bereits ausgeliefert worden, andere kommen in diesen Tagen an Orte, wo die Schäden nicht ganz so groß sind, Menschen aber dennoch Hilfe brauchen.

VoluntariosJeden Morgen fängt man mit einem Gebet für alle Helfer im ganzen Land und die Geschädigten an, mit der Bitte, dass diese Jugendlichen nun „Hände der Gottesmutter“ sein dürfen und so dem hier und heute leidenden Christus in so vielen Orten zur Seite stehen dürfen, dem in Hunderten und Tausenden von Menschen das Gefühl schenkt, nicht allein zu sein, Sinn zu finden in der Situation und einfach mit anderen trauern und weinen darf.

Der Rosenkranz folgt, danach die Arbeit. Es ist das Gebet, das der Arbeit den Sinn gibt und einem immer wieder den Weg weißt. Es zeigt, dass Gott uns nicht verlässt und dass die Gottesmutter ihre Hand über uns hält. Der nächste Schritt ist hinauszufahren, an diesem Sonntag, in Begleitung der ganzen Schönstattfamilie von Ayinrehue, um die eingesammelten Hilfgüter an einen Ort zu bringen, wo sie benötigt werden. Aber nur die Kisten abzugeben ist nicht der Zweck, vielmehr mit den Betroffenen zu beten, sie zu begleiten und ihnen zu Hoffnung schenken.

Chile wieder aufzubauen ist Aufgabe von allen

Al encuentro del más necesitadoDie Arbeit hört so bald nicht auf. Der Wiederaufbau von Chile muss eine Arbeit von allen sein, eine langfristige Arbeit, aber es wird möglich sein aus der Gewissheit, dass es in diesen ersten Tagen Menschen gegeben habt, die aus ihrem Liebesbündnis heraus Antwort gegeben haben auf die Zeit und deren Ideen von einem neuen Menschen in der neuen Gemeinschaften zu konkreten Tagen geworden sind.

Rückblickend auf diese Woche von Arbeit, die keiner vergessen wird, bleibt nur noch Danke zu sagen, an all diejenigen, die sich als Werkzeuge der Gottesmutter verstanden haben und mithalfen. Sie haben eben nicht weiter gelebt, als sei nichts geschehen, haben nicht Gleichgültigkeit zur eigentlichen Katastrophe werden lassen, sondern ihre Zeit und Kraft eingesetzt haben las „Hände der Gottesmutter“. Das ist der entscheidende Unterschied, wenn es gilt, nach einer Katastrophe diesen Ausmaßes, wie sie Chile erlebt hat und erlebt, weiter zu machen und ein Land neu aufzubauen.

Cultura de la Alianza - y el Padre Kentenich se hace voluntario

Übersetzung: Blumers, Deutschland

1 Responses

  1. Familie Pelz sagt:

    Liebe Schönstattfamilie von Ayinrehue,
    wir denken jeden Tag oft an euch, an eure Gastfreundschaft in der ganzen Zeit, in der wir in Temuco leben durften! Wie gerne würden wir diese Zeit mit euch teilen. Wir beten für alle Erdbebenopfer und für alle Helfer, die Jugendlichen, mit denen unsere Kinder im Campamento waren, die Familien, die Schwestern, die Patres, einfach alle. Wie gut, dass ihr für die Notleidenden sorgt. Aus dem Winter in Deutschland alles, alles Gute und Gottes Segen für jeden! Stefan, Maria, Theresa, Dominik und Nicolas Pelz

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