Veröffentlicht am 16. Januar 2010 In Leben im Bündnis

Projekt Paulus – und für wen läufst du?

Projekt Paulus - für wen läufst du?Für wen läufst du?mkf. Nach dem Fackellauf ist beim Projekt Paulus. Ein Erlebnis wie der Fackellauf 2009 der Schönstatt-Mannesjugend kann nicht einfach mit dem Einlaufen auf dem Petersplatz und einer besinnlichen Nachbesprechung aufhören. Man kann aber auch nicht jedes Jahr nach Rom laufen. Aber man kann einen, wenn nicht den Kernvorgang des Fackellaufes analog weitermachen: Beim Laufen bis ans Limit gehen und dabei die Last eines anderen tragen. Das ist: Projekt Paulus – Und für wen läufst du?

Schoenstatt.de sprach mit Stefan Treuer, dem Motor des Projektes.

 

1. September 2009, Ankunft der Fackelläufer auf dem PetersplatzWenn in Schönstatt ein „Wort des Jahres“ gesucht würde (warum machen wir das eigentlich nicht??), dann wäre es für 2009 ganz sicher: Fackellauf. Nicht nur bei der Jugend, sondern in der ganzen Schönstattfamilie und darüber hinaus war das Wort auf einmal in aller Munde. Was verbindest du persönlich mit dem Wort und dem Ereignis Fackellauf?

– Wenn ich das Wort Fackellauf höre oder lese, dann schießen mir gleich 1000 Bilder und Erlebnisse durch den Kopf. Das sind Erinnerungen an 10 Tage, die mein Leben verändert haben.

Was ist für dich die intensivste Erinnerung an den Fackellauf?

– Das waren für mich die letzten Meter auf den Petersplatz. Gemeinsam mit allen Läufern, unter Applaus und mit einem ganz besonderen Anliegen.

Was machen jetzt die, die nicht dabei waren und die es im August/September verpasst haben, Tag für Tag auf dem Fackellauf- Blog „mitzulaufen“?

– Ganz spontan würde ich sagen, die ärgern sich vermutlich! Jedoch zu unrecht, denn seit der Jahreskonferenz der Schönstattmannesjugend im Dezember 2009 gibt es einen ca. 30 Minuten langen Fackellauffilm mit vielen Bildern, Thematik, Erfahrungen und Eindrücken, welche für uns den Fackellauf ausmachen. Dieser Film ist für uns Läufer ein wertvolles Erinnerungsstück. Er bietet aber auch allen, die nicht live dabei sein konnten, die Möglichkeit, den Fackellauf zu erleben und ganz persönlich das herauszuziehen, was für ihren eigenen Lebensweg wichtig ist.

Der Film ist bereits auf DVD im Umlauf und in vielen Schönstatt-Zentren erhältlich. Voraussichtlich auch bald auf Youtube zu sehen (wenn es soweit ist, gibt es eine Nachricht!)

Auf dem Fackellauf ist das Moment, für jemanden zu laufen, das heißt, für das konkrete Anliegen eines anderen zu laufen, sehr stark geworden. Wie ist das gekommen?

Stefan Treuer nach der Jahreskonferenz im Gespräch mit schoenstatt.de– Begonnen hat das alles damit, dass wir bei der Planung vor der Frage standen, wie kommen wir an 20.000 Euro, die wir benötigen, um 35 Jugendlichen den Lauf nach Rom zu ermöglichen. Wir haben uns für einen Spendenaufruf entschieden. Während der Gestaltung der Spendenflyer kamen wir auf die Idee, als Dankeschön  Anliegen mit auf den Weg zu nehmen.

– Was vor dem Lauf noch als „beiläufig“ betrachtet wurde, rückte während des Laufes immer mehr in den Mittelpunkt und wurde zur zentralsten Säule des Laufes. Mit den Anliegen hat uns die Gottesmutter zu einer völlig neuen Art des Betens geführt. Pater Helmut nennt es in seinem Interview „Beten mit den Füßen“. Ein Art zu beten, die uns Spaß macht, motiviert und bei der wir erfahren durften, dass völlig unerahnte Reserven freigesetzt werden.

Wie geht es damit jetzt weiter?

– Unter dem Motto „Projekt Paulus – und für wen läufst du?“ wollen wir diese neue Erfahrung weiterleben und auch weitergeben, indem wir allen, die Interesse haben, die Möglichkeit bieten für ein Anliegen zu laufen.

Wie kommt es zu dem Titel: „Projekt Paulus“?

– Es wurde lange überlegt und gebastelt. Wir haben zuerst immer nach einem anderen Wort für „Anliegenlauf“ gesucht.

– „Paulus“ kam dann auf, weil uns diese Person im Jahr 2009 nicht nur während des Fackellaufes, sondern auch in unserem Zeltlager sehr beschäftigt hat und Vorbild war. Paulus hat seiner Zeit die Kirche in die ganze Welt getragen. Unser Gedanke war von Beginn an, Schönstatt in die Welt hinaus zu tragen. Aus dieser Verbundenheit kam es dann zum „Projekt Paulus – und für wen läufst du?“

Was steckt hinter diesem Satz: „Und für wen läufst du?“

– Der Satz stammt aus einer kleinen Kurzgeschichte (welche auch auf unserer Internetseite unter „Impuls“ zu lesen ist). Wir waren alle von Anfang an begeistert von diesem Satz. Er soll für jeden eine Aufforderung sein, in sich selbst hineinzuhören, für wen mach ich das gerade? Wir sollten nicht immer nur an uns selbst denken.

Du hast bereits erwähnt, dass ihr jedem die Möglichkeit bieten möchtet, Beten auf eine neue Art zu erfahren. Heißt das also, man kann sowohl durch joggen, als auch durch Spazieren gehen mitmachen?

– Diese Frage haben wir auch lange diskutiert. Denn es gab bereits auch Anfragen, ob man auch durch Skilanglauf, Nordic Walking, Reiten oder Spazierengehen mitmachen kann. Wir haben entschieden, dass für das Anliegen auf jeden Fall gejoggt werden muss. Uns ist klar, dass dadurch nicht alle mitlaufen können. Aber uns ist in erster Linie das Beten mit den Füßen wichtig. Ebenso gilt es, beim Projekt Paulus auch in gewisser Form ein Opfer zu bringen. Für die Last eines Mitmenschen an seine körperliche Grenze gehen. Dabei muss auch klar sein, dass es keine Vorgabe gibt. Diese Grenze ist etwas ganz persönliches.

Also Joggen und wie kann man sich konkret anmelden?

– Als Läufer kann man sich ganz einfach direkt auf der Homepage www.projektpaulus.de unter „Läufer“ anmelden.

Und wenn nun jemand ein Anliegen hat, wie kommt das zu euch?

– Am einfachsten ist es, wenn das Anliegen auf der Homepage unter „Anliegen“ an uns geschickt wird.

– Eine weitere Möglichkeit für Menschen, die es nicht so mit dem Internet haben, gibt es, indem sie einem ihnen bekannten Läufer den Auftrag geben, ihr Anliegen im Internet einzutragen oder einfach einen Brief mit dem Anliegen direkt zu mir (Stefan Treuer, Edelweißweg 4, 88326 Aulendorf) schicken. (In Kürze wird es auch vorgefertigte Postkarten hierfür geben.)

Gibt es Ziele für den Lauf, oder geht es einfach darum, beim Laufen an die Grenzen zu gehen und das für das Anliegen zu tun?

– Das Hauptziel ist es, in Verbundenheit mit Gott etwas für einen Mitmenschen zu tun, seine Last ein Stück mitzutragen.

In die Welt ...Ein weiteres Ziel ist es, dass Gott durch dieses Projekt bei vielen Jungendlichen, laufbegeisterten Menschen und allen Beteiligten wieder eine größere Bedeutung im Alltag findet, dass Gott als allgegenwärtiger, „mitlaufender“ Gott erfahren wird. Wir wollen durch diesen Lauf auch Schönstatt symbolisch in die Welt hinaustragen.

Symbolisch in die Welt tragen, in dem Sinne, dass jeder Läufer seine gelaufenen Kilometer auf der Homepage einträgt, welche dann auf der Starseite zur Gesamtkilometerzahl hinzu addiert werden. Mit den gemeinsam erlaufenen Kilometern werden dann von Schönstatt aus virtuelle Ziele an. Unser erstes Ziel ist Berlin. Das sind 555 km.

Das Projekt läuft nun seit knapp einem Monat, was hat sich bisher getan?

– Momentan haben sich 55 Läufer angemeldet und wir haben schon eine Menge Anliegen bekommen. Es wurden schon insgesamt 224 km gelaufen und das bei extremen Minustemperaturen und Schneefall. Die Zahlen steigen trotzdem täglich.

Begeistert bin ich auch von den Einträgen im Gästebuch. Kein normales Gästebuch, hier können alle Läufer, oder auch Menschen die uns ihr Anliegen anvertraut haben ihre ganz persönlichen Erfahrungen erzählen.

– Ein Teil eines Eintrages, der mir sehr gut gefällt,  lautet z.B.:

Ein unbeschreibliches Gefühl! Für mich, der ich nicht beim Fackellauf mitgelaufen bin, ist es ganz neu, für ein Anliegen, für jemand anderes zu laufen. Und es ist echt unglaublich, welche ungeahnten Kräfte in mir frei werden, so dass ich am Ende 10 km weit in der Kälte laufen kann. Man spürt richtig, wie man vom Glauben getragen wird, wie man im Gedanken an das Anliegen immer weiterlaufen kann. Am Ende meiner Kräfte, aber auch mit dem Gefühl, etwas für andere getan zu haben, für das Anliegen an meine Grenzen gegangen zu sein, komme ich am Ziel an. Einfach genial!

Ein anderer endet seinen Beitrag mit den Worten:

… Und mein Anliegen werde ich noch den Rest meines Tages bei mir tragen.

Was wünschst du dir für die Zukunft für das Projekt Paulus?

– Natürlich, dass wir die bereits erwähnten Ziele erreichen.

– Ich wünsche allen Läufern, die beim Projekt Paulus mitlaufen, dass sie genau diese Erfahrungen machen, wie wir sie beim Fackellauf und nun auch schon einige beim Projekt Paulus spüren durften.

– Toll wäre es natürlich, wenn sich viele Menschen für das Projekt begeistern lassen würden, die noch nichts mit Schönstatt zu tun haben.

– Ich hoffe, dass es uns bald möglich ist, die Internetseite auch auf Englisch und Portugiesisch rauszubringen. Und dass dadurch eine globale Vernetzung und ein gemeinsames Wir entstehen wird.

Projekt Paulus – für wen läufst du? www.projektpaulus.de

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