Veröffentlicht am 17. Dezember 2009 In Leben im Bündnis

Weil es nur durch Menschen geht

Memhölzer Konferenz - für 2014 und darüber hinausDEUTSCHLAND, mkf. „Schnell-noch-eine-Tasse-Kaffee-Gespräche“ von drei Stunden, nach denen das Herz brennt; Siebzehnjährige, die das nächste Fest in Angriff nehmen, weil „das Liebesbündnis rauschend gefeiert gehört“; fast so viele Kinder wie Erwachsene dabei; zweieinhalb Tage pausenlos arbeiten und das Gefühl haben, so richtig erholt zu sein; weltbewegende Projekte träumen und schon wissen, wer beim ersten Arbeitstreffen dabei ist („Ich auf jeden Fall, du auch?“); „Schönstätter sein heißt Mitarbeiter sein“-Überzeugung im Gesicht; den Menschen in den Mittelpunkt stellen – den Menschen, der suchen, wachsen, wirken möchte; dreißig Zentimeter Neuschnee; geballte Motivation von innen her „für das Beste in dir“, sechs neue Projekte – und ein glücklich-arbeitsloser „Irgendwer“: dritter Advent 2009, Memhölzer Konferenz 2014 oder eben „einfach Memhölz“. Oder „einfach memhölz“, kleingeschrieben.


Das größte Kentenich-Telefon der Welt

Über 100 waren eingeladen: über 100 Menschen, deren gemeinsames Merkmal das Engagement am Schönstattzentrum Memhölz ist. Eingeladen zur Memhölzer Konferenz 2014 am dritten Advent, um miteinander herauszufinden, was der spezifische Auftrag – Antwort auf die besondere „Gnade von Memhölz“ – ist und welche konkreten Aktivitäten daraus schon geworden sind oder welche noch daraus werden könnten.

Ein ganzer Saal voller EngagierterUnd weil der Gott des Lebens in Menschen und ihren Geschichten erlebt werden will, beginnt die Konferenz mit über 40 Memhölz-Geschichten, die sich die über 40 Teilnehmer, die trotz Schnee und Weihnachtsvorbereitungen von der Schweiz bis Schönstatt (und natürlich aus dem Bistum Augsbrug) gekommen sind, gegenseitig erzählen. Vom Fest, natürlich. Von einem Gespräch im Treppenhaus. Von einer Begegnung bei der Akademie. Von der Begegnung mit Pater Kentenich bei seinem Besuch. Von einer Quelle, die es irgendwo da unten auf dem Gelände gibt und die am Anfang wichtig war für die Baugenehmigung.

Und dann fängt die Konferenz erst richtig an – als sich alle in der Hauskapelle zum Abendgebet einfinden und das, was sie sich aus diesen Tagen wünschen und was sie schenken möchten, auf einen Zettel schreiben und in den Krug werfen.

Für das Beste in dir

World Cafe, zweite RundeSabine Wehner, seit Konferenz 2014 und IKAF-Gründung ganz auf der Kentenich-Spur organischer Moderations- und Konferenzmethoden, macht die Teilnehmer am Samstagmorgen mit dem von Juanita Brown und David Isaacs vor etwa zehn Jahren entwickelten World Café Moderationsdesign bekannt, weil dieses, so erklärt sie, dem kommunikativen Ansatz von Pater Kentenich vor allem im Blick auf Lebensströme, personale Vernetzung, kreative Kerne und Herzensanliegen am ehesten entspreche. Und so finden sich die Teilnehmer an sechs Tischen wieder und „reden schon los, bevor sie richtig sitzen“, über das, was Auftrag hier am Schönstattzentrum ist: „Memhölz als Lebensquelle“. – „Ein Kentenich-Kompetenz-Zentrum“ – „Begegnung mit der Gottesmutter durch die Menschen hier“ – „Menschen wachsen ins Apostelsein hinein“ – „Der Mensch steht im Mittelpunkt“ – „Für das Beste in dir“…

Einfach Memhölz: Eines der berühmten Treppenhaus-GesprächeEine gute halbe Stunde, dann ein kurzes Sammeln des Wesentlichen auf vier, fünf Karten, und es geht in die zweite Runde, mit neu gemischten Gruppen auf der Suche nach Projekten und Aktivitäten, die aus diesem Auftrag herausfließen. Manche hält es schon nicht mehr auf dem Stuhl… Ideen strömen nur so. Was ist das? Eine der jüngsten Teilnehmerinnen, Miriam Stetter, 17, strahlend: „Das ist memhölz! Machen dürfen und Know-how bekommen.“ – Am Menschen orientiertes Apostolat: „Das machen, was die Menschen brauchen, und so lange es Menschen gibt, die es voller Freude machen wollen: Freiheit, die wachsen lässt.“ Und Herr Reich: „Am Leben prüfen, ob das mein Vogel war oder der Heilige Geist. Oder: ob mein Vogel am Ende der Heilige Geist war.“ Und es gab Momente, wo man meinte, seinen Flügelschlag direkt neben sich zu spüren…

Seine Stimme hören

Herzensanliegen PädagogikIrgendwann am Sonntag kurz vor dem Abschluss (früher als vorgesehen, weil alles fertig ist) muss noch ein Foto gemacht werden, von allen. Titel: Das größte Pater-Kentenich-Telefon der Welt. Pater Kentenich wurde gefragt, was er für 2014 und darüber hinaus von Memhölz will, und er hat geantwortet, 45 Mal und ein paarmal mehr.

Dazwischen liegt der Moment, der anders geht als World Cafe. Wo man nicht nach Einholen der Ergebnisse nach der klassischen Moderationsmethode weitermacht, sondern fragt: Wofür brennt jetzt dein Herz? Was ist dein Herzensanliegen – also nicht, was sollte oder müsste irgendjemand oder alle tun, sondern was bewegt dich persönlich? Und in der anschließenden Kaffeepause stehen die zusammen, deren Herzensanliegen zusammenklingen und hoffen, dass man nachher nicht in verschiedenen Arbeitskreise muss.

Herzensanliegen: QuelleMuss man nicht. Muss man auch am Sonntagmorgen nicht. Und das einzige Problem ist, dass manche am liebsten in drei oder vier dieser Spontangruppen wären, weil das Thema so reizvoll und die Menschen darin so sympathisch oder beides ist. Klar nimmt man einen Flipchartbogen mit und schreibt die nächsten Schritte auf und wer verbindlich dabei ist. Und findet sogar fast mühelos einen gemeinsamen Termin fürs Weitermachen.

Wallfahrtsgnaden einmal anders

Zuvor hatte Pater José Maria Garcia den Vorgang veranschaulicht, der bis jetzt abgelaufen ist: die MTA wirkt – wie an jedem Schönstattzentrum – von ihren Gnadenort aus, dem Heiligtum; um das zu können, braucht sie Menschen dort, braucht sie Schönstattfamilie, und braucht sie als einen weiteren Kreis die Natur – von der schönen Landschaft bis zum Cappuccino.

"Irgendwer" verweigert die Arbeit...Der Zusammenklang von all dem ist Heimat. Menschen, die davon angezogen werden, bekommen Mut zur Mitarbeit, und je nach ihrem urpersönlichen Auftrag und Charisma beginnen sie, zu wirken: im Aufbau der Schönstattfamilie, in der Natur, bei den Menschen oder in der Gestaltung der Welt (oder in allem…).

Quellen freilegen

Konkret: beim Freilegen der Quelle und der Gestaltung eines Quellenweges, beim Bilden eines Wallfahrtsteams und Hinführung zum Heiligtum, bei der Cafeteria als Ort der Begegnung, beim nächsten Fest, bei einem neuen Grundkurs Erziehung, bei Eheweg und Adventstreffen für Familien. Und da „Irgendwer“ (Pfarrer Erhards in diese Rolle geschlüpfter Plüsch-Esel, der auch auf „Alle“ und „Man-müsste“ hört – stimmt’s, Herr Gamperling?) einfach bei jedem Arbeitsauftrag bockt, darf in Freiheit gestrichen werden, was niemand von innen her gerne tun würde.

Und dann geht jeder mit einer Menge neuer Arbeit und neuer Termine wieder weg (nicht ohne „noch-schnell-eine-Tasse-Kaffee“-Gespräch) und das mit dieser gewissen Leichtigkeit … für das Beste in dir.

Ausblick