Veröffentlicht am 2009-09-16 In Allgemein

Herzwärme – ein Beitrag Pater Kentenichs zur Priesterspiritualität heute

14. September 2009, Begrüßung durch P. Ángel Strada - Foto: Fischermkf. Es ist eine gute Tradition, den Abend vor dem 15. September dem Gedenken an Pater Kentenich zu widmen, einzelne Aspekte seines Charismas am Vorabend des Todestages ins Licht zu stellen – sei es in Form von Meditation, Vortrag oder Zeugnis. In diesem Jahr war ein Zeugnisabend, und in dem mit sicher 250 Teilnehmern hoffnungslos überfüllten Saal des Pater Kentenich-Hauses stand im Zusammenklang der Zeugnisse, die Pater Angel Strada kommentierte und verband, auf einmal ein Wort aus einem Selbstzeugnis Pater Kentenichs in der Mitte: „Herzwärme“.

 

Blick ins PublikumEr habe für „unsere damalige Jugend viel Herzwärme sich entwickeln lassen“, sagt Pater Kentenich 1935, bei der Feier seines silbernen Priesterjubiläums im Rückblick auf die Gründungszeit Schönstatts. Das Geheimnis: eine tiefe gegenseitige innerseelische Verknüpfung. Herzwärme, so deutet Pater Ángel Strada die Aussage, darüber gebe es kein Kapitel in den gängigen Handbüchern der Priesterspiritualität. Das sei eine Spezialität von Pater Kentenich. Er habe im Buch der Zeit, des Lebens und der Seelen gelesen, heißt es an einer anderen Stelle des selben Vorgangs. So in den Seelen lesen wie in einem aufgeschlagenen Buch und darin Gottes Liebesplan entdecken kann nur, wer Herzwärme entwickelt hat. Ein Mensch, der liebt, nimmt teil am unermesslichen Reichtum der Gottesliebe.

Acht verschiedene Einsätze an einem Tag und immer ganz für die Menschen da

P. Andreas BrathHerzwärme: ein Wort, in dem die Zeugnisse dieses Abends in ihrer ganzen Unterschiedlichkeit und Spannbreite zusammenklingen. Zeugnisse zum Priestertum Pater Kentenichs.  So das von Pater Andreas Brath, der Pater Kentenich eine längere Zeit als Theologe in Milwaukee erlebte, und der bei einer ersten, sehr gelockerten und fröhlichen Begegnung mit Pater Kentenich Zeuge eines Selbstzeugnisses aus früher Kindheit wird. Pater Kentenich erzählt, wie er als Kind im Kreis seiner Spielgefährten erklärt habe, wenn er mal groß sei, werde er Pastor, dann werde er predigen und er wisse auch schon, wie er anfangen werde: „Andächtige Zuhörer“… Am Schluss komme das Amen, und das dazwischen, das müsse er noch lernen! Was ihn besonders beeindruckt habe in der Mitarbeit bei der Seelsorge in der deutschen Gemeinde, so Pater Brath, sei der Einsatz von Pater Kentenich für die Menschen: Gottesdienste, Hausheiligtumseinweihung, Besuche, dann noch dorthin und hierhin – „Acht verschiedene Einsätze an einem Tag, und immer ganz für die Menschen da.“

Einfach ganz nah

P. Ángel Strada:verbindende Worte und Zitate zu den ZeugnissenFür Menschen wie Ehepaar Horn, deren Zeugnis im Video eingespielt wurde. Ein ungarndeutsches Ehepaar, das in den USA ein neues Leben aufbauen wollte und in die deutsche Gemeinde in Milwaukee kam. Wir hatten Vertrauen zu ihm wie zu einem Vater, sagt Herr Horn. Zu jeder Zeit und so oft man wollte konnte man zu ihm kommen. Ganz nah sei er gewesen, nur einen Telefonanruf weit entfernt, erreichbar, interessiert. Und wie er damals im Ersten Weltkrieg den Jungen Socken und Unterjacken an die Kriegsfronten geschickt hat, so schickt er jetzt diesem jungen Ehepaar, das durch Arbeitslosigkeit mit den Kosten für den begonnenen Hausbau nicht mehr klar kommt, einen Scheck… Und fragt bei ihrem Besuch in Schönstatt 1966, wie es den Familien in Milwaukee geht – nicht pauschal, sondern persönlich, mit Namen.

Ernest M. KanzlerErnest M. Kanzler aus der Gemeinschaft der Marienbrüder hat Pater Kentenich als Priester nur einmal in einer heiligen Messe erlebt. Sein Zeugnis kreist um die Weltspiritualität, die er persönlich im inneren Kontakt mit dem Gründer als seine Berufung entdeckt hat. „Mich immer neu einlassen zu können und zu wollen auf die Welt mit der Berufung im Liebesbündnis: das verdanke ich dem Gründer!“

„So wirst du später deine Seelsorge machen können!“

Das Zeugnis von Mons. Werner Krimm (+ 2000) zeigt, wie Worte Pater Kentenichs in einem Menschen Leben wecken und zünden, wie eine Begeisterung entsteht, die auch in schwierigen Momenten durchträgt und Kraft gibt: „So wirst du später deine Seelsorge machen können!“ Eine Seelsorge, die dem Einzelnen mit großer Liebe nachgeht in einer konkreten Entfaltung des Liebesbündnisses, des Geheimnisses und der letzten Quelle der priesterlichen Berufung Pater Kentenichs.

Am Primizkreuz: abschließendes GebetMit einem Gebet am Primizkreuz Pater Kentenichs, der gemeinsamen Erneuerung des Liebesbündnisses und dem Segen aller Priester endete dieser Abend, eine sinnige Einstimmung auf den 15. September, für viele sicher Anregungzu der Bitte, im Liebesbündnis doch vielen Priestern  – und nicht nur diesen, auch einem selbst –  Anteil zu schenken in den je eigenen Aufgaben, der je eigenen Lebensberufung, an der Herzwärme Pater Kentenichs, dem besonderem Merkmal seines Priestertums, seines Vaterseins.

Bei Gebäck und Getränken war anschließend noch Zeit zur Begegnung und zum Austausch – eine Gelegeheit, die gern und ausgiebig genutzt wurde.

Fotoalbum 14 und 15. September in Schönstatt

Zeugnisabend

1 Responses

  1. Edeltraud Hemetzberger, Mütterbund sagt:

    Vielen Dank für den Einblick in diesen Abend und auch den Bericht über die heilige Messe am 15. September.

    "Herzenswärme"-
    wichtig für die Spiritualität der Priester, aber genau so wichtig für die Spiritualität aller Mitglieder einer geistlichen Gemeinschaft, für uns Schönstätter alle.
    Wie tief das liebende Interesse in die Herzen gefallen ist, bezeugen die Beiträge dieses Abends. Und es gäbe sicher noch unzählig viele Beispiele mehr.

    Herzenswärme ist eine ganz einfache Tugend, die Ausrichtung meiner ganzen Person in Liebe auf das Gegenüber.

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