Kentenich Buch Urteil

Veröffentlicht am 2021-09-18 In Kentenich

Marienschwestern vor Gericht gescheitert – vorerst

DEUTSCHLAND, Maria Fischer •

Nicht nur in Brasilien kämpfen die Schönstätter Marienschwestern mit rechtlichen Mitteln – gegen die Stadt Santa Cruz do Sul und große Teile der Schönstattbewegung wegen des von ihnen geplanten Verkaufs von Schönstattgelände und -heiligtum und geplanten Abriss des letzteren -, sondern auch in Deutschland, dort allerdings vor Gericht, und zwar um Unterlassung bestimmter Äußerungen in einem längst veröffentlichten und übersetzten Buch gegen die Historikerin Dr. Alexandra von Teuffenbach und den Bautz-Verlag. Ein Buch allerdings, das in Schönstatt und weltweit mehr Wellen geschlagen hat als kaum eines zuvor und eine (heilsame?) Krise ausgelöst hat, die längst über sein eigentliches Thema hinausgeht. Und die Klage ist, wie KNA heute verbreitete, vorerst gescheitert. —

„Das Buch der römischen Kirchenhistorikerin Alexandra von Teuffenbach über den Gründer der katholischen Schönstatt-Bewegung, Pater Josef Kentenich (1885-1968), darf weiter ungekürzt erscheinen. Das Landgericht Berlin wies in erster Instanz einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung zur Unterlassung bestimmter Äußerungen, die unter anderem Missbrauch betreffen, in der Publikation zurück, wie ein Gerichtssprecher am Freitag auf Anfrage mitteilte. Einzelheiten der Gründe für diese Entscheidung lägen noch nicht schriftlich vor. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, es kann dagegen Berufung beim Kammergericht eingelegt werden. Antragssteller war das Säkularinstitut der Schönstätter Marienschwestern“, so die Meldung am heutigen 18. September auf katholisch.de

In den letzten Monaten war es ruhig, eigentlich zu ruhig geworden um das Thema.

  • Vielerorts wurde weitergemacht, als habe es das Buch „Vater darf das“ und die vielen leidenschaftlichen Fragen und Diskussionen um das Verhalten Pater Kentenichs gegenüber einigen Marienschwestern (und umgekehrt) nicht gegeben.
  • Es gab Schönstätter, die für sich keinen Platz mehr fanden und Schönstatt den Rücken kehrten.
  • Es gab Schönstätter, die zum heiligen Kreuzzug gegen die Veröffentlichungen und ihre Autorin aufriefen.
  • Es gab die Marienschwestern, die vor Gericht zogen.
  • Es gab Schönstätter, die von offiziellen Reaktionen irritiert waren und sich zu fragen begannen, was da los ist in Schönstatt. Oder die weitergingen und macht- und gewissensmissbräuchliche Prozesse und Strukturen im heutigen Schönstatt studierten und weiterhin studieren.
  • Es gab und gibt Schönstätter, die ein neues Verhältnis zu Pater Kentenich gefunden haben. Zu einem Menschen mit Bruchstellen, Fehlern, traumatischen Erfahrungen und Irrtümern und einer Mammutaufgabe, die Gott auf seine Schultern geladen hatte. Manche sprechen von einem „Kentenich Kintsugi“. Kintsugi, die traditionelle japanische Methode zur Reparatur kostbarer Keramik mit einem Goldlack. Die Bruchstellen werden betont statt verdeckt, Einfachheit und Wertschätzung der Fehlerhaftigkeit betont.
kintsugi

Kintsugi

Und nun? Quo vadis, Schönstatt?

Die Marienschwestern sind in erster Instanz gescheitert. Berufung ist möglich. Aus einer zuverlässigen Quelle war zu hören, dass sie „weiterprozessieren werden, solange sie existieren.“

Die Information aus Berlin kommt in unmittelbarer zeitlicher Nähe zum Treffen von Papst Franziskus mit den Vorsitzenden und Leitern der Bewegungen und Vereinigungen und seiner Ansprache zu Machtmissbrauch und Aneignung des Gründercharismas. Vielleicht nur ein zeitlicher Zusammenhang.


Mehr:

Artikel auf katholisch.de: https://www.katholisch.de/artikel/31295-kentenich-gericht-lehnt-unterlassungsantrag-gegen-teuffenbach-buch-ab

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