Veröffentlicht am 2020-07-06 In Kentenich

Stop … und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele (Mt 11,30)

Maria Fischer mit Paz Leiva, Miguel Ángel Rubio uind Team schoenstatt.org •

In den letzten Tagen gab es ein Bombardement von Erklärungen, Positionspapieren, Stellungnahmen, Interviews, Pressemitteilungen, Videos, Zitaten aus Büchern, Schriften, Schnell-Übersetzungen – zum Teil mit gravierenden Fehlern – und anderen Dokumenten, von Meinungen, Vermutungen und Spekulationen; und  jetzt, denke ich, tut es gut, Stop zu sagen, anzuhalten, einmal tief zu atmen, zu beten und uns dann zu fragen: Was bedeutet das für mich? Wo finde ich Antworten? Was will Gott mit all dem von mir, von schoenstatt, von schoenstatt.org (dieser Impuls entstand im schoenstatt.org-Team), von meinem Apostolat, meinem missionarischen oder sozialen Projekt? —

Die Veröffentlichungen in der Presse haben uns getroffen:

1Wegen der Information selbst und der Art und Weise, wie sie übermittelt wurde (70 Jahre alte Anschuldigungen, Denunziationen gegen Pater Kentenich durch einige Marienschwestern – 8 bis 10 – in Bezug auf subjektiv erlebten Missbrauch autoritäter und in einem Fall sexueller Natur, dokumentiert aus ihrer Sicht und der des Visitators), aufgrund einer wissenschaftlichen Untersuchung bisher nicht zugänglicher Dokumente (und ausschließlich dieser Dokumente).

 

2Weil es sich um Informationen über Pater Kentenich und über die Gründe für das Exil handelt, die in einem großen Teil der Bewegung nicht bekannt waren, teilweise wegen des eigenen Versäumnisses, diese Informationen zu suchen (die es durchaus gab), teilweise wegen der Zurückhaltung von Informationen durch die Marienschwestern und diejenigen, die mehr wussten.

 

3Weil wir nicht mit Sicherheit wissen, ob die Dokumente im Vatikan tatsächlich neue Informationen enthalten, die unser bisheriges Wissen verändern könnten.

 

4Weil wir uns fragen, warum niemand aus Schönstatt bereits im März dieses Jahres, als das Archiv eröffnet wurde, um Zugang zu diesen Dokumenten gebeten hat.

 

5Aufgrund einiger Erklärungen und Pressemeldungen von Schönstattgremien oder -Gemeinschaften, die in ihrem Stil und Ton nicht sehr glücklich und professionell waren (Rechtfertigungen, Angriffe auf die Autorin…).

 

Und jetzt, was? Darum geht es

Jetzt ist es wichtig, diese Phase der Empörung oder Enttäuschung, der Meinungen und Beschwerden hinter uns zu lassen und eine proaktive Haltung einzunehmen, indem wir uns fragen: Und jetzt, was? Was steht jetzt an?

Ist es an der Zeit, in unserer Art, Schönstätter zu sein, zu reifen?

Demütiger zu sein?

Freier und verantwortungsbewusster in unserem Handeln zu werden, Informationen selbst zu suchen, anstatt darauf zu warten, dass uns jemand informiert?

Zu spüren, dass die Tatsache, dass diese Dinge ans Licht kommen, befreiend ist?

Keine Geheimnisse mehr unter dem Teppich zu haben und für eine transparente Zusammenarbeit innerhalb der Bewegung zu sorgen?

Eine erwachsene, reife kindliche Beziehung zu Pater Kentenich zu entwickeln oder noch mehr in ihr zu wachsen?

Uns nach unseren Anliegen und Prioritäten zu fragen: Mehr die Erneuerung der Welt suchen, eine neue Gesellschaftsordnung, das Herausgehen an die Peripherie, die solidarische Hilfe für diejenigen, die an Körper, Geist und Seele leiden… und weniger um die Heiligsprechung zu kreisen?

Das Sonntagsevangelium (Mt 11, 28-30) ist eine Zusage, gerade jetzt und gerade für uns:

Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid!
Ich will euch erquicken.
Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir;
denn ich bin gütig und von Herzen demütig;
und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele.

 

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