Veröffentlicht am 2020-05-18 In Kentenich, Solidarisches Liebesbündnis in Zeiten von Coronavirus

Im heutigen Chile muss jeder Schönstätter ein „sozialer Heiliger“ sein

CHILE, Paulina Johnson V. und Rafael Mascayano M. •

Es sind bereits einige Tage vergangen, und wir sind immer noch dankbar für das Ergebnis des Workshops „Einführung in das soziale Denken von P. Kentenich“. Wie er sagen würde, befinden wir uns im Vorgang des Nachkostens. Ein Workshop, der ursprünglich dafür konzipiert war, vor Ort abgehalten zu werden, und bei dem wir angesichts des Coronavirus vor dem Dilemma standen, ihn komplett abzusagen oder zu versuchen, ihn in einem virtuellen Format abzuhalten, eine Modalität, die uns vor große Herausforderungen stellte, weil wir digital hinterherhinken. —

Die konkrete soziale Herausforderung

Die Realität unseres Landes, die seit dem 18. Oktober 2019 als „Soziale Explosion in Chile“ bezeichnet wird, machte uns die Dringlichkeit deutlich, alles, was Pater Kentenich uns seit den Anfängen Schönstatts in Bezug zur sozialen Frage und der Aufgabe einer „neuen Gesellschaftsordnung“ vorlegt, zu kennen, zu teilen und darüber nachzudenken.

Es war diese Realität und diese Dringlichkeit, die aus den Stimmen Gottes in der Zeit und in unserer Seele geboren wurde, die uns dazu veranlasst haben, uns auf dieses Abenteuer einzulassen.

Das Ausmaß der Schwierigkeiten, mit einer Modalität, die wir kaum beherrschten, und dieGeringfügigkeit lassen uns heute, wenn wir die schöpferische Resultante sehen, denken, dass Gott und die Gottesmutter uns zu diesem „glücklichen Abenteuer“ einladen wollten.

Die technologische Herausforderung

Mehrere Teilnehmer halfen uns mit viel Großzügigkeit bei einigen Plattformen wie Zoom, die uns virtuelle Begegnungen, Gespräche, Dialoge und den Austausch von Ideen ermöglichten. Wir begannen mit der Einrichtung einer WhatsApp-Gruppe für die fast 30 Teilnehmer, zusätzlich zu den E-Mail-Kontakten. Bald darauf fügten wir Google Drive hinzu, wo wir persönliche Reflexionsarbeiten über das Material jeder Sitzung hochluden, zusammen mit Kommentaren und Fragen. Bald darauf tauchten Fragen und Anliegen auf, auf die wir mit der Erstellung von erklärenden Videos reagierten.

Obwohl wir einen festgelegten Plan als Grundlage hatten, mussten wir Antworten finden, die den Prozess der Verinnerlichung und Reflexion über Pater Kentenichs Arbeit erleichtern würden.

Die größte Herausforderung war aber eine ganz andere: eine Änderung der Mentalität

Ja, unser großes Ziel war es, dass wir Laien von bloßen Vortragskonsumenten zu Laien werden, die selbst nachdenken, nacharbeiten und eine Synthese des Denkens erreichen, die in Lebenshandlungen konkret wird. So oft erwarten wir von anderen, dass sie etwas tun, jammern, klagen und quengeln, und selbst unternehmen wir nicht diesen entscheidenden Schritt, selbst Akteure des Wandels zu sein.

Jeder in seinem eigenen Tempo, entsprechend seiner eigenen Realität, zeigten und teilten die Teilnehmer des Kurses nach und nach ihren Reichtum und ihre Originalität, in ihren Überlegungen, Kommentaren und Vorschlägen.

Nach der Entdeckung des sozialen Denkens von Pater Kentenich entstand für viele die Notwendigkeit, diesen so wenig bekannten und kaum beachteten Bereich in den Ausbildungsplänen aller Schönstattgliederungen zu berücksichtigen. Sie ließ uns die Notwendigkeit erkennen, die Aufgabe der Bewegung nicht nur auf das Spirituelle zu reduzieren, sondern auch unsere Verantwortung für die Erneuerung der Gesellschaftsordnung zu fördern.

Der soziale Heilige. Jetzt oder nie.

Eine angenehme Überraschung war es für alle und insbesondere für diejenigen, die bereits eine größere Sensibilität für die soziale Frage besaßen, zu wissen und zu verstehen, welche Bedeutung soziale Gerechtigkeit, vereint mit Wahrheit und Liebe, für unseren Vater hatte.

Es beeindruckte alle, in diesem Zusammenhang teilweise erstmals zu begreifen, dass Pater Kentenich persönlich aus armen Verhältnissen stammt und tatsächlich „arm“ war,  und dass sich nicht deshalb ein proletarisches Lebensgefühl in ihm eingenistet hat, auch kein „sozialer Groll“, sondern dass er von Christus und mit Maria eine Welt wünschte und immer gesucht hat, in der wir alle als Brüder und Schwestern das haben, was angemessen ist, um gemäß der Würde der Kinder Gottes zu leben.

Es wurde auch deutlich, dass wir die große Bedeutung, die die Arbeitswelt für uns hat, als unausweichlichen Teil unserer Mission erkennen und annehmen müssen. Diese Erfahrung bestätigte uns, dass wir alle im heutigen Chile dazu berufen sind, „soziale Heilige“ zu sein.

Heute, da wir noch dabei sind, all das, was wir aus dieser Erfahrung gelernt haben, zu ordnen, wollen wir mit großer Dankbarkeit das große Geschenk der Göttlichen Vorsehung teilen, das für uns darin besteht, uns als Werkzeuge zu fühlen. Wir sind auch dankbar für das Interesse, den Beitrag und die Unterstützung jedes einzelnen Teilnehmers an diesem Online-Prozess.

Als Werkzeuge unserer Mutter, Königin und Erzieherin bereiten wir uns daher darauf vor, sehr bald eine zweite Version dieses „Workshops zur Einführung in das soziale Denken Pater Kentenichs“ anzubieten und gleichzeitig einen fortgeschritteneren Workshop zur Vertiefung auszuarbeiten, um dem Wunsch der Mehrheit der Teilnehmer des ersten Workshops zu entsprechen.

Eine der positivsten Früchte dieses Workshops ist, dass er viele der Teilnehmer motiviert hat, sich aktiv in einem sozialen Apostolat zu engagieren.

 

Das soziale Denken Pater Kentenichs, umgesetzt in konkretem sozialem Handeln, hier in einigen wenigen Beispielen – im Sinne der Zeitschrift MTA „zur gegenseitigen Anregung“:

Und die Königin setzt auf uns

Nogoyá im Dreierpack: Lebensmittel, Masken und Katechese

Die ‚Kinder der Königin‘ auf dem Weg nach draußen

Ein Kind im Haus ist ein Kind weniger auf der Straße

„Ich vermisse das Essen in Casa Madre de Tupãrenda“ – Gebt ihr ihnen zu essen (Mk 6,37)

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