Veröffentlicht am 15. April 2019 In Gefängnispastoral, Haus Madre de Tuparenda, Kentenich

Kentenich-Pädagogik an der Peripherie (2)

Kentenich-Pädagogik an der Peripherie (2), P. Pedro Kühlcke •

Hier ist er – der zweite Teil der Erfahrungen und Schlussfolgerungen von P. Pedro Kühlcke, in der Anwendung der Kentenich-Pädagogik in der Peripherie, speziell in einem Jugendgefängnis und im Rahmen des Programms zur sozialen Wiedereingliederung „Casa Madre de Tuparenda“. Es ist der zweite Teil eines Textes, der aus einem Vortrag für die Schönstatt-Mannesjugend von Tuparenda im September letzten Jahres entstanden ist. —

Vertrauens- und Bewegungspädagogik

Pater Kentenich spricht über die „Leitsterne der Schönstattpädagogik“:„Wir unterscheiden in unserer Pädagogik Leitsterne und Grundformen“, schreibt der Gründer im Jahr 1950. „Ich wage aber nicht, mir die Zeit zu nehmen, sie ausführlich zu erklären.“[1]

Zum Glück, denn wenn Pater Kentenich etwas ausführlich erklärt, dann werden das 10 Vorträge, nur um den ersten Leitstern zu erklären. Fragen Sie Pater Oscar, der gerade einen dreiwöchigen Kurs für den „Kentenich-Magister“ absolviert hat. Wieviele Vorträge haben sie da gebraucht, nur um zum ersten Stern zu kommen?

Die Leitsterne heißen:      

Idealpädagogik        

Bindungspädagogik

Bündnispädagogik       

Vertrauenspädagogik          

Bewegungspädagogik. 

Fünf reich, überreich mit Inhalt gefüllte Ausdrücke.“[2]

Klingt einer der fünf vertraut? „Bündnis“, „Bindungen“, „Bewegung“ – für etwas sind wir eine Bewegung und keine statische Struktur oder eine Institution. Idealpädagogik, schon mal davon gehört? Vertrauenspädagogik? Das sind die fünf Sterne; und irgendwie leben wir sie in Schönstatt, obwohl wir den Namen möglicherweise nicht kennen, obwohl wir vielleicht noch nie explizit davon gehört haben.

 

Vertrauenspädagogik

Dann ist es zunächst einmal das überaus starke und große Vertrauen auf das Gute in den Seelen, in den Menschen. Später haben wir das genannt mit einem drastisch klassischen Namen: Vertrauenspädagogik
Betrachten wir beispielsweise den Stern der Bündnispädagogik Pater Kentenich sagt:

„Dann ist es zunächst einmal das überaus starke und große Vertrauen auf das Gute in den Seelen, in den Menschen. Später haben wir das genannt mit einem drastisch klassischen Namen: Vertrauenspädagogik.“[1]

Das gefällt mir bei Pater Kentenich, er hat so eine positive Sicht! Gibt es etwas Gutes in Euch? Aber sicher! Gibt es etwas Gutes bei einem Einbrecher, einem Motorraddieb? Da wird die Sache schon gehörig kompliziert… In allen gibt es etwas Gutes, sogar in denen, die davon selbst nichts wissen!

Beachten Sie, wie der Gründer das vertieft:

„Wenn ich einen drastischen Ausdruck gebrauchen darf, den ich ungezählt viele Male bei den Schwestern benutzt habe: Es ist eine Kunst, den Mistkäfer in uns zu überwinden und die Biene in uns zu kultivieren.  Sie verstehen sicher, was das besagt. Wir müssen auch dem anderen ein Recht lassen auf sein Sein.  Also uns zu¬nächst dazu erziehen, dass wir ihm gegenüber mehr das Positive, Wertvolle sehen, als dass ich das immer in den Vordergrund rücke, was mir an ihm nicht gefällt.“[2]

Mistkäfer – dieser typische Käfer aus Deutschland, der immer nach Abfall sucht; hier gibt es sicher auch so etwas Ähnliches. Sie kennen das, wenn eine Kuh etwas fallen lässt, sind sofort alle Fliegen und anderen Insekten da.

Ich würde mit anderen Worten sagen: Wir können Fliegenaugen oder Bienenaugen haben. Was passiert, wenn Sie in einem Feld eine Fliege und eine Biene verlieren freisetzen? Nach einer Weile kommt die Fliege und sagt: „Dieses Feld ist voller Mist!“ Die Biene kehrt zurück und sagt: „Dieses Feld ist voller Blumen!“ Aber es ist das gleiche Feld! Die Fliege sieht das Schlechte, den Abfall, den Mist – die Biene sieht die Blumen!

Es gibt Leute, die alles mit Fliegenaugen betrachten, weil sie es vorziehen, das Negative, das Schlechte, den Mist zu sehen. Es gibt aber auch Menschen, die gelernt haben, mit Bienenaugen zu schauen – sie entscheiden sich, das Gute sehen zu wollen, die Blumen. Überall ist das Negative und das Positive; ich wähle aus, was ich mir lieber anschaue.

Dort im Gefängnis versuchen wir auch immer mit Bienenaugen zu schauen. Oft finden wir Kinder, deren Leben eine Katastrophe ist: Drogenabhängige, Jungen, die mit dem Motorrad Passanten überfallen haben, Mörder, … wir sind allem begegnet! Da sind Jugendliche, die haben schreckliche Dinge getan. Wenn sie im Allgemeinen zum ersten Mal in ihrem Leben aufrichtig sind und alles zugeben,  erkennen sie, dass ihr Herz wie ein harter, kalter und dunkler Stein ist, mit viel Scham und Selbstverachtung – manchmal mit einer ungeheuren Leere von Einsamkeit und Leiden, manchmal mit einem Meer von Tränen, die sie niemals vorher weinen konnten – und alles gut versteckt hinter einer Maske aus hartem Macho und falschem Lächeln.

Und wisst ihr, was ich ihnen sage? „Du hast ein Herz aus Gold!“ Der Junge sieht mich mit einem Gesicht an, als wollte er sagen: „Worüber spricht dieser Pa’i, wenn ich ihm gerade von all den Katastrophen erzählt habe, die ich in meinem Leben erlebt habe?“ Du hast ein Herz aus Gold, wusstest du das?“ „Nein, wusste ich nicht. Niemand hat mir jemals so etwas erzählt.“

Warum ein Herz aus Gold? Und dann muss man ein wenig erklären, wie man sein Herz aus Gold entdeckt hat. Zum Beispiel: Er hat den Mut aufgebracht, mit einem Priester zu reden, was er noch nie im Leben gemacht hat; er hat den Mut gehabt, anzuerkennen, was er verbrochen hat… Woher kam denn das Vertrauen, das zu erzählen, was er niemals vorher irgendjemandem gesagt hatte? Nicht  aus dem Herzen aus Stein, sondern aus dem Herzen aus Gold. Oder woher kommt es, wenn einer sagt: „Ich habe echt schreckliche Sachen gemacht, da muss ich Gott und meine Opfer um Vergebung bitten, da muss ich mich ändern.“? Aus dem Herzen aus Gold! Das Herz, das  leuchten will, aber mit viel Mist zugedeckt war…

Dem anderen helfen zu entdecken, dass er etwas Gutes hat, das ist Vertrauenspädagogik. Und das funktioniert und verändert Leben!

Einer der Jungen erzählte mir, dass seine ganze Familie kriminell sei: die Oma handelt mit Drogen, die Mutter ist Taschendiebin, der Vater ein Schläger, der regelmäßig Raubüberfälle verübt…. Alle waren oder sind im Gefängnis, teils lange Zeit. Und man denkt: „Was soll denn dieses Kind in seinem Leben gelernt haben?“ Wenn seine Mutter wütend auf ihn war, und das war sie oft, dann sagte sie ihm, er würde wie sein Vater enden, und so steckte es tief ihm Unterbewusstsein dieses Jungen, dass auch er Schläger, Verbrecher, Knacki sein müsste. -es gab keine Alternative. Als ich ihm von seinem Herzen aus Gold erzählte, da war es wie eine Offenbarung für ihn: „Ich kann anders sein, ich kann die Geschichte meiner Familie verändern!“ Jetzt ist er in der Katechese, denn er möchte getauft werden und ein gutes Gotteskind sein. Dieser Tage sagte er ganz stolz zu mir: „Pa’i, ich kann schon fast das ganze Credo auswendig! Wann taufst du mich?“

Kennt ihr Leute, die durch die Welt laufen und ihre Minderwertigkeitskomplexe kultivieren? Ich bin zu nichts gut; ich kann das nicht; nein, fragt lieber einen anderen…“ Wenn man jemanden bittet, das Gebet zum Beginn eines Treffens zu gestalten: „Nein, nein, ich kann nicht vorbeten.“ „Wie?“ Oder ihr bittet jemanden, eine Gruppe zu leiten: „Nein, das soll ein anderer machen, der besser vorbereitet ist, ich kann das nicht…“ Reiner Minderwertigkeitskomplex! Wir alle können das, klar! Wir alle haben ein Herz aus Gold, wir alle haben etwas Gutes. Pater Kentenich lehrt uns, das Gute in uns selbst und in anderen zu suchen und zu finden, sehr bewusst zu üben, die Fliegenaugen zu schließen und die Augen der Biene zu öffnen. Achten wir im Umgang mit anderen bewusst auf das Positive. Ich kann Ihnen versichern, dass es Leben verändert!

Ich erinnere mich, wie ein Junge mir lange Zeit nach seiner Entlassung aus dem Jugendgefängnis eine Whatsapp schickte. Er erzählte mir, dass er wieder Drogen genommen, Raubüberfälle und was sonst noch begangen habe… Die Polizei hatte ihn erwischt, und da er mittlerweile schon 18 war, kam er ins normale -gefängnis – und da ist es viel schlimmer als im Jugendgefängnis! In jedem Gefängnis ist es untersagt, ein Mobiltelefon zu haben, aber manchmal kriegen sie es hin, für kurze Zeit eines zu ergattern. Der Dialog lief ungefähr folgendermaßen: „Hallo Pa’i, lange nichts mehr gehört. Wie geht es Dir?“ – „Gut, und dir?“ – „Auch gut!“ Ich antworte rundheraus: „Gelogen! Wo steckst du?“ – „Wieder im Knast.“ -„Wirklich, was ist passiert?“ – Und ich bin wieder gefallen. „“ Wie geht es dir jetzt?“ – “ Mehr oder weniger, aber ich kämpfe.“ – „Und willst du dich wirklich ändern?“ – “ Ja, pa’i! Ich erinnere mich immer daran, dass Sie mir gesagt haben, dass ich ein Herz aus Gold habe.“  Bedenken Sie, dass es mehr als ein Jahr her war, aber der Junge erinnerte sich genau daran, dass ihm einmal jemand gesagt hatte, er hätte ein Herz aus Gold. Und so sehr er auch gefallen war, so sehr er auch wieder im Schlamassel steckte,  das war es: das Herz aus Gold und der Wunsch, trotz allem zu kämpfen und voranzukommen.

Ist Ihnen bewusst, wie wichtig diese Pädagogik des Vertrauens ist? Ich war zum Beispiel in einer Gruppe und jemand sagte zu mir: „Eigentlich würde ich gerne helfen, aber ich trau mich nicht, weil ich nicht weiß, ob ich es gut hinkriege.“ „Natürlich, gehen, gehen, machen Sie es! Werden Sie Fehler machen? Aber klar! Niemand wird mit der Garantie geboren, niemals Fehler zu machen. Aber Sie können es trotzdem tun! “

Vertrauenspädagogik: dem anderen Vertrauen schenken, das Gute in ihm sehen. Das geht aus vom Vertrauen in sich selbst und dem Glauben, dass man auch mit einem Herz aus Gold geboren wurde.

Messe mit den Jugendlichen von Casa Madre de Tuparenda im Heiligtum

Bewegungspädagogik

Danach spricht Pater Kentenich auch von Bewegungspädagogik, die viel mit der Pädagogik des Vertrauens zu tun hat. Was bedeutet „Bewegungspädagogik“?

Pater Kentenich sagt uns ganz konkret:

Schauen wir hinein „in ein Reich …, das durch Bewegungspädagogik regiert wird.  Es gibt zwar viel Ebbe und Flut, es stoßen sich die Strömungen recht häufig im Raum, aber die Gesundheit der seelischen Veranlagung findet überall zur rechten Zeit wieder den Ruhepunkt und Ausgleich.“[1]

Alles klar? Fangen wir an zu übersetzen…

Wer von euch war jemals im Urlaub am Meer, am Strand, in Brasilien, in Chile? Im Meer geschieht etwas, was normalerweise in einem Fluss nicht geschieht – im Fluss passiert es einmal im Jahr und im Meer passiert es jeden Tag: Das Wasser steigt, „Flut“; und plötzlich geht es wieder runter, „Ebbe“; manchmal nachts, manchmal tagsüber, denn das hängt vom Mond ab. Im Fluss hat es eine andere Ursache: Wenn es regnet, steigt der Wasserspiegel, und die Folge sind typischen Überschwemmungen in unseren Armenvierteln an den Ufern.

Ebbe und Flut: Nicht nur im Meer oder Fluss, das kommt in vielen Bereichen des Lebens vor. Manchmal wächst alles, steigt, ist alles gut; und dann geht es wieder bergab, alles Dürre, alles am Boden. Aber im Laufe der Zeit, sagt Pater Kentenich, findet es seine Bahn und eine Balance.  Unsere Schönstatt-Mannesjugend etwa: ein Jahr alles super, fünf neue Gruppen, Führerschule, zehn Mitgliedsweihen, phantastisch! Und im Jahr danach? Ebbe, nichts mehr da, alles ein Schlamassel: Erschießen wir uns, alles ist aus!  Nein, wir brauchen uns nicht zu erschießen! Wir ackern weiter, weil irgendwann die Flut kommt und alles sich verändert. Das nennt Pater Kentenich „Bewegungspädagogik“: Kommen, gehen, einigen gehen, einige tauchen nach Jahren wieder auf… Ist es nicht so? Es gibt viel Bewegung. Wir wachsen ja nicht alle gleich wie in der Schule: erstes Schuljahr, zweites, drittes. Jeder wächst individuell für sich, manchmal auf kurvigen Wegen – und auf einmal kniet der Junge, von dem du es am wenigsten erwartet hast, vor dem Altar im Heiligtum und schließt sein Liebesbündnis.

„Die Bewegungspädagogik führt auf dem Bewegungsweg zu klar erkannten Zielen.“[2]

Zum Beispiel: Bei dieser Gruppe wäre jetzt das und das dran, aber sie sagen: „Nein, wir möchten dies und das machen!“ „Klasse, ihr seid frei, ihr entscheidet.“ Aber das große Ziel, das klar erkannte Ziel ist das Liebesbündnis – aber auf dem Weg, den ihr bestimmt. Wenn wir in Schönstatt sind, dann, weil wir mit dem Heiligtum, der Gottesmutter und dem Gründer, verbunden sein wollen. Wenn eine Gruppe kommt und sagt: „Nee, das mit dem Bündnis und dem Beten und der Sonntagsmesse, das geht uns nichts an“, dann ist das in Ordnung, und dann geht zu Gruppen wie Rotary oder „Ein Haus für Paraguay“ oder wohin auch immer. In Schönstatt haben wir ein klares Ziel: wir sind eine religiöse Gruppe, wir möchten das Bündnis schließen. Ein klares Ziel, aber der Weg dahin kann sehr wandelbar sein. Das bedeutet Bewegungspädagogik.

„Je mehr Sie alles auf sich wirken lassen, desto stärker werden Sie überzeugt sein, wie viel persönliche Freiheit überall herrscht und durchbricht, weit mehr als in anderen Gemeinschaften.“[3]

Viele andere Bewegungen sind viel „strukturierter“: Zuerst muss man das machen, dann das, danach das, und so ist das dann. In Schönstatt haben wir die wunderbare Freiheit, einem eigenen Weg zu folgen – aber zu diesem klar erkannten Ziel.

Pater Kentenich sagt weiter: „Solange ein klarer Kopf alles überschaut, eine feste Hand über dem Ganzen steht, ohne vorzeitig die Wogen glätten zu wollen, ist dieses Spannungsprinzip ein fruchtbares Lebensprinzip.“[4]Es ist keine „Kasernenordnung“. Wollt ihr so etwas? „Nein, jetzt ist das dran, die Diskussion ist vorbei!“ – Nein, im Gegenteil: Machen Sie Ihren eigenen Weg, machen Sie Ihre Erfahrungen!

So leben wir in der Schönstatt-Jugendbewegung, und so leben wir auch im Gefängnis:  Bewegungspädagogik!

Ich erinnere mich zum Beispiel an einen jungen Mann, der aus dem Gefängnis kam, er kam hier zu unserem Programm Casa Madre de Tupãrenda. Er begann sehr gut, ein oder zwei Monate. Plötzlich, an einem Wochenende, was ist passiert? Ich treffe ihn am Montag danach im Gefängnis! „Was ist mit dir passiert, wenn es dir so gut ging?“ –  „Ich habe einige Freunde getroffen …“ – Deine schlimme Clique? Ja, Pa’i….   Wir haben angefangen, Bier zu trinken, dann Wodka. Jemand brachte Marihuana mit, und wir wollten etwas Stärkeres rauchen.“- „Und womit hast du alles bezahlt?“  „Ich hab der Versuchung nicht widerstanden, habe ein Handy geklaut, die Polizei hat mich erwischt, und da bin ich wieder.“

Was hättet ihr gesagt? „Wie dämlich ist das denn, vergiss es, du taugst für gar nichts, du ha st es vergeigt!“ – Nein! Ich habe ihm gesagt: „Gut, jetzt bist du erst mal eine Weile im Gefängnis, wirst dein Herz aus Gold wieder pflegen, und wenn du rauskommst und wirklich mit deinem Leben vorankommen willst, dann erwarte ich dich erneut in Tuparenda.“ Der Junge hat mittlerweile seinen Abschluss in der Casa Madre gemacht und hat die neun Monate richtig gut genutzt – im zweiten Versuch!  Er arbeitet jetzt in einer Bäckerei, hat einen unbefristeten Arbeitsvertrag, ein festes Gehalt und Sozialversicherung. Aber wenn dem Jungen nicht gesagt worden wäre: „Nun, du hast es vermasselt, das ist klar, aber ich vertraue dir, fang wieder an zu kämpfen!“, dann wäre er heute im besten Fall in irgendeinem anderen Gefängnis oder schlimmer.

Iat das klar? Das ist Bewegungspädagogik: Geh deinen Weg, mach deine Fehler, kein Problem. Aber wir haben ein Ziel: Wir wollen weiterkommen;oder in der Mannesjugend würden wir sagen: Wir möchten das Bündnis schließen, wir  wollen gute Kinder Gottes und der Gottesmutter werden.

Vertrauens- und Bewegungspädagogik: Übrigens habe ich sie zuerst erwähnt, weil sie etwas weniger bekannt sind, aber sie sind das, was wir wirklich leben oder zumindest leben wollen. Das Problem mit diesen beiden Sternen ist, dass sie uns das Leben schwer machen. Wenn man etwa bei einem Treffen der Leiter der Schönstatt-Mannesjugend analysiert, wo die einzelnen Gruppen stehen: „Diese Gruppe ist eibe Katastrophe, jetzt ist denen was weiß ich was für ein Zeug eingefallen….“ – „Phantastisch, das gefällt mir, weiter so!“   Aber irgendwann werden sie schon das Liebesbündnis schleßen wollen, oder?“

„Macht Wirbel, macht Durcheinander!“, würde Papst Franziskus sagen. Erinnert Ihr Euch an seinen Besuch in Paraguay, die Begegnung mit der Jugend auf der Uferpromenade? Da hat er hinzugefügt: „Macht Durcheinander, aber organisiert es gut!“ Das heißt übersetzt Pädagogik der Bewegung und des Vertrauens. Und da wird es kompliziert. Es wäre ja viel einfacher, alles in fester Ordnung zu haben, eingekastet, hier ein Organigramm, da eine Exceltabelle… aber das Leben ist nicht so. Das Leben ist ungeordnet, aber das Leben muss immer ein Ziel haben.

Offizielle Webseite von Fundaprova, dem Träger der Casa Madre de Tuparenda, jetzt auch in Deutsch : www.fundaprovapy.org

Fotos: Maria Fischer @schoenstatt.org
[1]      Herbert King (Hg.), Josepf Kentenich. Ein Durchblick in Texten. Band 5: Pädagogische Texte Hier bezogen auf die spanische Ausgabe. Verlag Nueva Patris, Santiago de Chile, 2008. Zitiert als „King“. Seite 119.
[2]      King, 119.
[3]      King, 208.
[4]      King, 215.
[5]      King, 314.
[6]      King, 312.
[7]      King, 315.
[8]      Ebenda

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

Kentenich-Pädagogik an der Peripherie (2) – pdf

Teil 1:

Freiheit im Gefängnis?

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