Veröffentlicht am 9. September 2016 In Kentenich

Das „Gütesiegel“ der Heiligsprechung

Mons. Dr. Peter Wolf •

10436168_1713238052221392_5406431711267426105_nAm 5. September hat Papst Franziskus in einer Eucharistie­feier auf dem überfüllten Petersplatz Mutter Teresa heilig­gesprochen. Wir teilen die Freude mit ihren Schwestern und vielen Menschen auf der ganzen Welt. Die Feier hat erneut die Frage und die Sehnsucht geweckt, wann werden wir dies für unseren Vater und Gründer erleben dürfen? Auch ihn haben viele zu Lebzeiten als einen heiligen von Gott erfüllten Menschen und als eine Gründergestalt erlebt und sich ihm und seinem Charisma angeschlossen.

In den Reaktionen der Medien (auf die Heiligsprechung von Mutter Teresa) finden sich Zeugnisse hoher Anerkennung und Dankbarkeit, aber auch manche böswillige Kritik und pures Unverständnis. Auch damit werden wir im Falle unseres Vaters rechnen müssen bis über die Heiligsprechung hinaus. Doch wenn von ihm und seinem Charisma das ausgehen soll, was er vorsehungsgläubig als seine Sendung erkannt und angenommen hat, dann brauchen wir für ihn diese Aner­kennung und gleichsam dieses „Gütesiegel“ der Heiligspre­chung. Lasst uns also nicht aufgeben und um seine Heilig­sprechung beten und uns für ihn und seine Sendung in der Kirche engagieren. Dafür steht Belmonte und seine Sehn­sucht, dass Schönstatt zum Segen für die Erneuerung der Kirche wird.

Gründergestalten

In den Tagen um die Heiligsprechung von Mutter Teresa habe ich immer wieder die beiden mit einander verglichen und sie stehen vor meiner Seele in ihrer Unterschiedlichkeit und in dem, was sie zutiefst verbindet.

Es sind zwei sehr unter­schiedliche Persönlichkeiten und Charismen. Beiden hat Gott unendlich viel Dunkelheit auf ihrem Glaubensweg zugemutet, Mutter Teresa in ihrem inneren Dunkel inmitten größten Engagements und unserem Vater im bitteren Dunkel von Ab­lehnung durch staatliche und besonders durch kirchliche Autorität.

Um beide Gründergestalten sind mehrere jung­fräuliche Gemeinschaften entstanden und große Kreise von hoch motivierten und engagierten Laien. Beide lebten und wirkten aus den tieferen Quellen der Kirche unbedingten Glauben an die Realität der Übernatur.

Bei unserem Vater ist uns bewusst, wie sehr er auf die Realität des Liebesbündnis­ses gesetzt hat und auf die Wirklichkeit des Vorsehungs­glaubens. Bei Mutter Teresa bewundere ich immer neu, wie real sie die Zusage des Herrn genommen hat, dass alles, was wir dem Geringsten getan haben, dem Herrn selbst getan haben. Sie hat diese Zusage so ernst genommen wie wir sonst nur die Gegenwart des Herrn in der Eucharistie im Glauben ernst nehmen. Diese doppelte Nähe wollte sie in ihrer Ge­meinschaft durchhalten, indem jede Schwester nach dem Einsatz für die Kranken und Sterbenden eine Stunde Anbe­tung vor dem Allerheiligsten hält. Was unser Vater uns er­schlossen hat im gläubigen Mühen um „Beiträge für das Gnadenkapital“, finde ich bei Mutter Teresa in ihrer Hoch­schätzung und im Ernstnehmen des Einsatzes ihrer Gemein­schaft der Kranken. Sie hat außer den Sisters of Charity eine große Gemeinschaft gegründet ähnlich unserem „Kranken­bund“. Sie hat jeder aktiven Schwester zur Pflicht gemacht, mit einem Kranken in regelmäßiger Verbindung zu sein, damit sie nicht nur ihre aktive Arbeit schätzen.

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