Veröffentlicht am 2020-04-20 In Solidarisches Liebesbündnis in Zeiten von Coronavirus, Werke der Barmherzigkeit

Unternehmer in der Pandemie: „Es ist mir sogar unangenehm, all das zu erzählen, was man tun kann…“

PARAGUAY, Maria Fischer •

„Der Handel in Ciudad del Este ist eines der am stärksten von der Quarantäne wegen Covid-19 betroffenen Gebiete. Trotz der schwierigen Situation begannen die Geschäftsleute jedoch eine riesige Solidaritätskampagne und lieferten Tausende von Kilogramm Lebensmittel und Krankenhausbedarf“. So beginnt ein Artikel in der Zeitung ABC Color aus Paraguay vom 12. April, Ostersonntag. Und es ist wirklich ein österlicher Artikel, da er von dem spricht, was am typischsten und gleichzeitig am herausforderndsten für diejenigen ist, die an die Auferstehung Jesu glauben, der vom Himmel heruntergekommen ist, um auf Erden zu leben, zu leiden und zu sterben aus reiner Liebe zu denen, die er liebt; der seine Komfortzone verlassen hat, um Hand ans Werk zu legen in Solidarität mit den Leidenden, mit den konkreten Menschen. Und der nichts mehr und nichts weniger von denen verlangt, die sich seine Jünger nennen. Hinter dieser Solidaritätsaktion in Ciudad del Este steht Juan Vicente Ramirez, Interimspräsident der Handelskammer, Familienvater und Schönstätter. In dieser Zeit unzähliger Krönungen krönte er die Mutter des Herrn und unsere Mutter mit Tausenden von Lebensmittelpaketen. —

Vor zwei Wochen haben wir die Anfänge dieser Solidaritätskampagne veröffentlicht, die jetzt auch die nationalen Medien in Paraguay erreicht hat.

„Wir haben etwas sehr Schönes mit den Pfarreien gemacht“, sagt Juan in diesen Tagen im Gespräch mit der Redaktion von schoenstatt.org, „ich habe die Leute aus Schönstatt Ciudad del Este und meiner Pfarrei eingeladen, und auf diese Weise haben wir 1000 Körbe zu den Menschen in Not gebracht“.

Hier ist das Video der Präsentation und des Dankes an die Handelskammer, von Pfarrer Fulgencio Ferreira SCJ, Vikar der Herz-Jesu-Pfarrei – auch wenn es in Spanisch ist, sieht man doch an den Bildern, wie groß die Dankbarkeit ist!

Eine vervielfältigte Solidarität

In einer ersten Phase verteilten die Unternehmer Lebensmittel an die Beschäftigten des Innenstadthandels, die von einem auf den anderen Tag alle Einkünfte verloren haben. Sie stellen über religiöse Organisationen Nahrungsmittelhilfe für Menschen in benachteiligten Gebieten bereit. Die Unternehmer versorgten auch das Regionalkrankenhaus von Ciudad del Este, die Nationalpolizei, die Regierung von Alto Paraná und die Stadtverwaltung.

Es ist eine multiplizierte Solidarität: Menschen aus der Kirche, die Lebensmittel vom Verteilungspunkt aus zu den Empfängern bringen, Lebensmittel, die mit Geld gekauft wurden, das in der Handelskammer von Ciudad del Este gesammelt wurde.

„Ich habe es auch in dem Wohnbereich, in dem ich wohne, gefördert“, fährt Juan Vicente Ramírez fort. „Und es ist unglaublich, wie das zündet, die Menschen sind sehr solidarisch, brauchen oft nur einen kleinen Anstoß. Es ist mir sogar unangenehm, all das zu erzählen, was man tun kann…“ Er will nicht, wie er sagt, für etwas „glänzen“, was die natürlichste Sache ist, die jeder tun könnte.

„Als wir zum Verladen zum Verteilzentrum gingen, bemerkten wir das Volumen und die Menge der Kilo Lebensmittel, jeder Korb wiegt etwa 12 Kilo, und das Verladen von 1000 Körben in die Fahrzeuge dauert mit 15 Personen eine Stunde. Wir mussten die Tage getrennt organisieren, um ein zu großes Gedränge der Gemeindevorsteher, die zum Abholen kommen, zu vermeiden“, sagt er. Denn die Menschen hungern.

„An dem Tag, an dem die Taxifahrer an der Reihe waren, hatten wir eine riesige Schlange von Taxis, die ihre Begleiter in ihren eigenen Autos beförderten. Der Präsident des Verbandes der Motorrad-Taxifahrer in Ciudad del Este, Éver Olmedo Alemán, würdigte die Initiative der Unternehmer aus Ciudad de Este. Er fügte hinzu, dass die gespendeten Lebensmitteln mindestens eine Woche lang reichen werden.

Wir sind kreativ

Im Artikel in ABC Color heißt es:

Juan Ramírez, Mitglied der Handelskammer, gab an, dass sie sich trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die sich in die Länge ziehen, entschlossen haben, auf Solidarität zu setzen und die nationale Sache zu begleiten. Er sagte, dass sie keine Subventionen vom Staat gefordert hätten und dass sie hoffen, die Krise wie immer zu überwinden.

„Wir sind es gewohnt, unabhängige Unternehmer ohne staatliche Unterstützung zu sein. Wir überleben immer mit unseren eigenen Mitteln und diese Mentalität bleibt fest, wir sind mutige Unternehmer, und außerdem sind wir kreativ“, betonte er.

Jedes Gebet ist auch eine Verpflichtung gegenüber den Menschen, für die es gebetet wird

Am 16. April erklärte Pater José Maria Garcia, Leiter der Schönstatt-Bewegung in Spanien, während der Predigt der Tagesmesse im Heiligtum von Madrid, dass für einen Christen, erst recht für einen Schönstätter jedes Gebet auch eine Verpflichtung gegenüber den Menschen ist, für die man betet, gegenüber den Situationen, für die man betet. Wir können dann nicht für die Familien beten, die wirtschaftlich von der Pandemie betroffen sind, ohne gleichzeitig uns gleichzeitig an die Arbeit zu machen, um ihnen zu helfen. So einfach ist das.

„Es ist mir sogar unangenehm, all das zu erzählen, was man tun kann…“

Original: Spanisch, 19.04.2020. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

 

Unternehmer in der Pandemie: „Es ist mir sogar unangenehm, all das zu erzählen, was man tun kann…“

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