Veröffentlicht am 2020-03-29 In Solidarisches Liebesbündnis in Zeiten von Coronavirus

Das Virus, das den Areopag erneuert hat

ARGENTINIEN, Claudia Echenique •

In Ländern, in denen es eine vollständige Quarantäne wegen der Coronavirus-Pandemie gibt oder in denen die Messen nicht mehr mit der Präsenz der Gläubigen in den Kirchen gefeiert werden, entdecken, erneuern und lernen viele Priester und Laien neue Wege, um ihre Gemeinden zu evangelisieren und durch Streaming und soziale Netzwerke zu begleiten. Dabei offenbaren sich die tiefen Bedürfnisse der Menschen in ihrem Inneren, in ihrer Spiritualität, und was die Menschen von ihren Priestern, ihren Führern und Leitern wirklich suchen und erwarten. —

1600 Abonnenten in 24 Stunden

Mehrere Personen baten die Schönstatt-Patres vom Heiligtum in El Cerro, Cordoba, die Messe auf Youtube statt auf Facebook zu übertragen, damit mehr Menschen Zugang dazu hätten. So eröffneten sie mit Pater Pablo Mori an der Spitze den Kanal, und während der Messe am Mittwoch, dem 25., der letzten auf Facebook, erklärten sie in den „Pfarrnachrichten“ am Ende, dass sie mehr als 1000 Anhänger haben müssten, um auf Youtube zu übertragen, und luden ein, den Kanal zu abonnieren. Der Account erhielt in weniger als 24 Stunden mehr als 1600 Abonnenten, und seit Donnerstag, dem 26. März, wird die Messe auf Youtube übertragen.

Nun bieten die Patres aus Córdoba bereits andere Arten von Aktivitäten über dieses Kommunikationsmittel an, wie z.B. das Nachtgebet oder „Kaffee mit Kentenich“, einen Meditationsworkshop nach der Betrachtungsmethode von P. Kentenich.

Der Frauenkongress wird nicht ausgesetzt

Vom 27. bis 31. März überträgt die argentinische Mädchenjugend ihren Frauenkongress (vorher Kongress der Leiterinnen genannt) über Google Classroom. Dieser Kongress sollte vom 13. bis 15. März in Cordoba stattfinden und musste an die neuen Lebensbedingungen angepasst werden. Aussetzen? Niemals! Es wird per Streaming durchgeführt, und sie mussten bereits ein neues Klassenzimmer hinzufügen, weil das erste aufgrund der Teilnehmerzahl zusammengebrochen ist.

Der Beginn einer neuen Zeit für Schönstatt, die Kirche und die Welt

In Argentinien sind über die Netzwerke Facebook und Instagram die Messen der Schönstatt-Patres von Tucumán und Los Olmos-Pilar zu sehen. Es werden auch Exerzitien, Rosengebet und Meditationen übermittelt.

Die jetzt für Zusammenküfnte geschlossenen Pfarreien, die Geistlichen Zentren, der Kanal Orbe21, kurz gesagt, die ganze Kirche antwortet, um diese Quarantäne zu begleiten.

Ein sehr wichtiger Dienst, der nun auch online angeboten wird, ist die spirituelle Begleitung von Menschen, die in dieser Zeit allein sind oder jemanden zum Zuhören brauchen.

Drei Stimmen, drei Rufe nach neuen Ausdrucksformen

All diese plötzlichen Veränderungen in unseren Ländern, in unseren kleinen Gemeinschaften und in unseren täglichen Gewohnheiten haben mich dazu veranlasst, viel über zwei Linien nachzudenken: wie wir bisher gelebt haben und wie wir nach dieser globalen Pandemie leben werden.

Ich erinnerte mich an drei Stimmen, die in ihrem Moment über die neue Zeit sprachen.

  1.  Johannes Paul II. schlug 1983 den Bischöfen Lateinamerikas die Herausforderung einer Neuevangelisierung für das dritte Jahrtausend vor: „Das Gedenken an das halbe Jahrtausend der Evangelisierung in Amerika (1992) wird seine volle Bedeutung haben, wenn es eine Verpflichtung von Ihnen als Bischöfe zusammen mit Ihrem Presbyterium und Ihren Gläubigen ist; eine Verpflichtung, nicht der Neuevangelisierung, sondern einer neuen Evangelisierung. Neu in ihrem Eifer, neu in ihren Methoden, neu in ihrem Ausdruck“ (Ansprache des Heiligen Vaters Johannes Paul II. vor der Versammlung des CELAM, 9. März 1983, Haiti – eigene Übersetzung)

 

  1. Viele Jahre zuvor, 1937, sagte P. Kentenich: “So stehen wir augenblicklich vor den Toren der Zukunft, und wie sich nunmehr in absehbarer Zeit die Fronten bilden, bleiben sie vermutlich wieder auf Jahrhunderte. Was muss das an sich in uns eine überaus schwere und starke Verantwortung wecken! Wir sollten also nicht mehr recht bürgerlich leben in einer bürgerlichen Zeit und Gesellschaft, sondern wir müssten das stark verpflichtende Verantwortungsbewußtsein haben: Was wir heute und morgen tun, wie wir uns heute einsetzen in heroischer Weise für eine heroische katholische Lebensbewegung, so haben wir das Schicksal der Zeit und Europas auf Jahrhunderte wesentlich mitbeeinflusst.“ (Kindsein vor Gott, 1. Vortrag)).

 

  1.   Am 15. September 2018, dem 50. Jahrestag des Todestages von Pater Josef Kentenich, sagte Pater Juan Pablo Catoggio: „Wir möchten der Kirche ein missionarisches Schönstatt schenken, ein Schönstatt im Herausgehen. Bündnis wird zur Mission, Bündnis wird zur Kultur. Unser Vater und Gründer, gib uns von deinem Feuer! Gib uns von deinem Gründergeist! Gib uns von deiner dreifachen Leidenschaft für Maria. Für die Familie, für die Kirche! Wir gehen mit! Lebe in uns, wirke durch uns! Liebe Gottesmutter, wie am Anfang der Kirche erflehe uns ein neues Pfingsten, erflehe uns den Heiligen Geist. Setze einen neuen Anfang, den Anfang einer neuen Zeit für Schönstatt und für die ganze Kirche in unseren Tagen.“

 

Haben wir uns vorgestellt, dass es zu diesem Zeitpunkt und auf diese Weise sein würde?

 

Foto: cathopic_153741111497902

Original: Spanisch, 28.03.2020. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

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