Veröffentlicht am 23. April 2019 In Solidarisches Bündnis

Ein Ostern des Todes, nicht die Auferstehung – und doch…

SOLIDARISCHES BÜNDNIS, Sarah-Leah Pimentel •

Während die meisten von uns die Osterfeierlichkeiten genossen und sich an der Schönheit und Freude der Osternachtsliturgie oder an der Überraschung und dem Wundern der Jünger in den Lesungen am Ostersonntag erfreuten, gab es für die Christen in Sri Lanka kein Ende des Karfreitags. Sterben und Tod überschatteten die Verheißung eines neuen und erneuerten Lebens. —

Die mit Blut bespritzte Osterkerze erinnert uns daran, dass Jesus zwar zum ewigen Leben auferstanden ist, sein Leib und der Leib Seiner Kirche aber am Kreuz des Leidens bleiben.

Die koordinierten Terroranschläge in Sri Lanka haben nicht zwischen christlichen und nicht-christlichen Menschen unterschieden. Die Angreifer zielten auf drei Kirchen und vier Hotels. Die Behörden konnten weiteres Blutbad verhindern, indem sie eine Bombe in der Nähe des Flughafens entschärften. Etwa 300 Menschen sind tot und 500 verwundet. Eine ganze Nation ist in Trauer.

Auch Kinder, die voller Leben sein und uns Hoffnung für die Zukunft geben sollten, wurden nicht verschont. In Nigeria fuhr am Ostersonntags ein Polizist – verärgert darüber, dass eine Prozession die Straße blockierte – mit seinem Auto direkt in eine Gruppe von Kindern, die Teil der Prozession waren. Zehn Menschen hat er so getötet, weitere 30 sind im Krankenhaus. Die Gläubigen griffen in ihrem Zorn den Polizisten an und töteten ihn, alle Gedanken an die Auferstehung waren vergessen…

Am Montag erschütterte ein schweres Erdbeben Luzon auf den Philippinen und zerstörte Leben und Gebäude. Bislang wurden 11 Personen als tot bestätigt, die Rettungsaktionen gehen weiter.  Auch für die Christen in Luzon war die Freude am Osterfest nur von kurzer Dauer.

Wie können wir in all diesem menschlichen Elend Ostern feiern?

Die Karwoche begann mit dem verheerenden Brand in Notre Dame und es scheint, dass Zerstörung, Leiden und Tod nicht zu Ende sind. Wie können wir in all diesem menschlichen Elend wirklich Ostern feiern?
Auf der anderen Seite sind all diese schlechten Nachrichten anstrengend. Wir sind versucht, uns abzuwenden und uns nicht davon beeinflussen zu lassen. Schließlich sind das nicht meine Leute, ist das ist nicht mein Land. Wir schützen uns selbst, indem wir ignorieren, was passiert. Indem wir uns in unserer kleinen eigenen Welt einschließen, werden wir schrecklich gleichgültig.

In seiner Osterbotschaft drängte Papst Franziskus das Volk Gottes, diese Haltung zu überwinden: „Angesichts der vielen Leiden unserer Zeit möge der Herr des Lebens uns nicht kalt und gleichgültig antreffen. Er mache aus uns Erbauer von Brücken, nicht von Mauern.“

Es ist einfacher, Mauern zu bauen als menschliche Brücken. Innerhalb von 24 Stunden nach dem Brand in Notre Dame wurden Millionen von Euro gespendet, um die physischen Steine der historischen Kirche wieder aufzubauen. Die Pariser versammelten sich vor der Kathedrale und beteten, ein Wunder im zunehmend weltlichen Europa.

Das Blut unserer Gleichgültigkeit

Was ist unsere Antwort, wenn die „lebenden Steine“ der Kirche Christi niedergerissen werden?
Vielleicht ist dies das Bild von Ostern 2019, dass die Osterkerze vom Blut unserer Gleichgültigkeit, dem Blut unserer Selbstzentriertheit, dem Blut der Zerstörung, die wir auf unseren Planeten gebracht haben besprengt ist.
Jesus hat bereits alles erlöst, indem er den Tod ein für allemal überwunden hat. Er ruft uns jetzt auf, dasselbe zu tun. Nur dann können wir wirklich im Licht der Auferstehung leben.

 

Schlagworte: , , , , , ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.