Veröffentlicht am 2017-04-13 In Solidarisches Bündnis

Werke der Barmherzigkeit – Solidarität mit den Opfern der Überschwemmung in Tucumán

ARGENTINIEN, Silvia Sibay •

Es regnet praktisch ununterbrochen in Tucumán. Im Süden der Provinz Tucumán stieg der Wasserspiegel unbarmherzig und schnell an, Felder, Straßen und Häuser wurden überflutet. Die Situation der Menschen ist zum Verzweifeln!

Und in so einer Situation setzt sich die Solidarität des Volkes in Bewegung! Der Bruder eilt dem Bruder zu Hilfe, lange bevor die Regierungsbeamten irgendwelche vorbeugenden oder helfenden Maßnahmen ergreifen.

Boote, Kähne, Autos, Lastwagen werden spontan zur Verfügung gestellt für die, die jetzt Hilfe brauchen.

Über 5000 Menschen in Notunterkünften und noch viel mehr in improvisierten Zelten am Straßenrand. Andere auf den Dächern ihrer Häuser, die sie nicht verlassen wollten.

Sie haben alles verloren, haben nur noch das, was sie auf dem Leib tragen und sie wissen: Wenn das Wasser fällt, finden sie nichts mehr von dem, was einmal ihr Zuhause war.

Und dann kommt Hilfe. Manche schicken Lebensmitteln, andere stellen sich zur Verfügung, um je nach den Bedürfnissen zu helfen.

rechts: Germán Daud

Barmherzig wie der Vater, heraus zur Begegnung

Über Whatsapp kommt eine Nachricht in der Gruppe „Schönstatt“: „Leute, ich bin wirklich tief betroffen von dem, was unsere Brüder und Schwestern in Lamadrid erleben, und weil ich nicht bei Worten stehenbleiben will, organisiere ich unabhängig und mit jedem, der mitmachen will, eine Gruppe, die heute Abend einen Eintopf kocht oder so etwas, um so vielen wie möglich ein warmes Essen zu bringen. Ich habe gerade erst angefangen, habe aber schon einen Transporter und Milchpulver, Brot und Trinkwasser. Ich möchte so viel wie möglich mitnehmen und kochen. Wer helfen kann …!“

Die Nachricht kam von Germán Daud, der damit Werkzeug wurde, um die Schönstätter von Tucumán in diesen kritischen Momenten wachzurütteln und in Bewegung zu bringen. Und die Antwort der Familie kam sofort und kam stark: Ein Transporter wurde zur Verfügung gestellt, Lebensmittel, Kanister mit Trinkwasser, Geld fürs Tanken, Brot …

Die Missionare, die Mütter und Freunde der Bewegung kamen zusammen, um zu kochen und alles fertig zu machen für den Transport. Andere machten sich daran, herauszufinden, welche Straßen passierbar waren und wo die Lebensmittel am besten verteilt werden könnten.

Die Hausheiligtümer, Zentren ständigen Gebetes

Als die beiden Transporter losgefahren waren, betete der Rest der Familie in den Hausheiligtümern für die Opfer und für die Schönstätter auf dem Weg, denn die Straßen waren alles andere als sicher, weil das Wasser ständig weiter stieg …

Um zwei Uhr morgens kam dann die Whatsapp-Nachricht, dass die Helfer alles verteilt hatten und schon auf dem Rückweg waren.

Danke, Maria, dass wir als Familie helfen konnten!

Und das ist erst der Anfang! Wir machen weiter mit diesem Dienst!

Tucumán braucht unser aller Gebet.

 

Die Argentinische Bischofskonferenz (CEA) verbreitete am 5. April einen Brief von  Papst Franziskus an den Vorsitzenden der CEA, Erzbischof  José María Arancedo, in dem er seine Anteilnahme ausdrückt angesichts der schweren Schäden, die durch die verheerenden Niederschläge in verschiedenen Provinzen Argentiniens verursacht worden sind.

 

Text der Botschaft des Heiligen Vaters

Erzbischof José María Arancedo
Erzbischof von Santa Fe de la Vera Cruz
Vorsitzender der Argentinischen Bischofskonferenz

Mit großem Schmerz habe ich die Nachricht von den schweren Schäden in mehreren Provinzen des Landes, verursacht durch die heftigen Niederschläge der letzten Tage, aufgenommen. Ich bitte Dich, lieber Bruder, meine geistige Nähe den Tausenden von Menschen zu versichern, die evakuiert werden mussten, und von denen viele zusehen mussten, wie in einem Moment alles verloren ging, was sie besaßen: Häuser, Güter, Familienerinnerungen …, Frucht von so vielen Jahren von Opfer und Arbeit.

Mit meinem Gebet und meinem tröstenden Wort möchte ich auch die Mitbrüder im Bischofsamt, die Priester und die Gläubigen aus vielen Pfarreien begleiten, die in diesen Momenten der Not alles tun, um dem Volk nahe zu sein; ebenso die Behörden, Einrichtungen und Freiwilligen, damit sie im Geist der Einheit zusammenarbeiten und so allen Opfern ein Zeugnis der Solidarität geben.

Ich empfehle alle der Fürbitte unserer Mutter Maria, damit sie alle jederzeit hüte und beschütze, und spende von Herzen meinen apostolischen Segen.

Franziskus+

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer, schoenstatt.org

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