Veröffentlicht am 26. Juli 2016 In Solidarisches Bündnis

Während der heiligen Messe … Beten wir für Pfr. Jacques Hamel, beten wir für Saint Etienne du Rouvray

SOLIDARISCHES BÜNDNIS, von Maria Fischer •

Es ist eine dieser kleinen Steinkirchen, die so typisch sind für die Normandie und die Bretagne. Urlaubserinnerungen werden in mir wach von einfachen und glaubenserfüllten Gottesdiensten in diesen Kirchen, Werktagsmessen mit wenigen Gläubigen und viel Andacht, in denen ich zwar kaum ein Wort, dafür aber sehr tief diese universale Botschaft des Glaubens an Jesus und das herzliche Öffnen der Türen für alle Ausländer, alle Wanderer, Pilger und Urlauber verstanden habe…

Eine Messe wie diese war es wahrscheinlich, die heute Morgen, am Fest der heiligen Joachim und Anna, mit einer Geiselnahme in Saint Etienne du Rouvray und der Ermordung des Priesters, des 84jährigen Pfarrer Jacques Hamel, der den Ortspfarrer während dessen Urlaub vertreten hat, endete. Ein zweites Opfer, eine Frau, schwebt in Lebensgefahr, wie der Priester mit einer Stichwaffe schwer verletzt. Die anderen drei Geiseln sind gerettet…

Zwei mit Stich- und Schlagwaffen bewaffnete Männer waren mitten während des Gottesdienstes in die Kirche eingedrungen und hatten den Priester, zwei Ordensfrauen und zwei Laien, als Geiseln genommen, bevor sie von Sicherheitskräften erschossen wurden.

Papst Franziskus: Leid, Grauen, Solidarität

Papst Franziskus reagierte als einer der ersten. „Der Papst wurde informiert und nimmt Anteil am Leid und am Grauen dieser absurden Tat, er verurteilt aufs Schärfste jede Form des Hasses und betet für die Opfer“, teilte Vatikansprecher Federico Lombardi mit. Betroffen sei der Papst vor allem von der Tatsache, dass sich der Angriff während einer heiligen Messe ereignet habe, einem liturgischen Moment, in dem die Gemeinde Gott um den Frieden für die Welt bitte. Das geht aus dem Beileidstelegramm hervor, dass der Vatikan im Namen des Papstes an den Erzbischof von Rouen, Dominique Lebrun, sandte. Franziskus bringe seine spirituelle Nähe zu den Opfern, Angehörigen, der Gemeinde und der Erzdiözese zum Ausdruck und er bitte um Versöhnung und Geschwisterlichkeit für alle.

„Es ist eine weitere schreckliche Nachricht, die sich leider in eine Serie der schockierenden Gewalt in diesen Tagen reiht, die immenses Leid und Sorge ausgelöst hat“, so Lombardi. Man sei besonders betroffen, dass dieser Angriff in einer Kirche stattgefunden habe. „An einem heiligen Ort, wo die Liebe Gottes verkündet wird, wird ein Priester vor den Gläubigen auf barbarische Weise getötet.“ Lombardi drückte die Nähe des Vatikan zur französischen Kirche, der Erzdiözese Rouen, der betroffenen Gemeinde und dem französischen Volk aus.

Im Dienst der Kirche

Pfarrer Hamel war bereits seit zehn Jahren im Ruhestand, hatte sich jedoch entschieden, in der Pfarrei zu bleiben, deren Pfarrer er zuvor gewesen war. „Sein Wunsch war, weiterhin der Kirche zu dienen“, so Pfarrer Moande-Phuati, der ihn als einen „warmherzigen, einfachen und schlichten Menschen“ beschrieb, den die Menschen in dieser Gemeinde sehr gern gehabt hätten.

Es bleibt nichts anderes als zu beten. Wirklich zu beten.

Und während ich wieder einmal die Kerze des solidarischen Bündnisses in meinem Hausheiligtum anzünde, entsteht in mir spontan ein Gebet:

Pfarrer Jaques Hamel, während der Feier der heiligen Messe ermordet, bitte für all die Opfer der Terroranschläge und Amokläufe dieser Tage, bitte für uns.“

 

#prayforpeace, #PrayForSaintEtienneDuRouvray

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