Veröffentlicht am 23. Juli 2016 In Franziskus - Initiativen und Gesten, Solidarisches Bündnis

Ein Anruf in Nizza oder: Die Glaubwürdigkeit der Kirche geht über den Weg barmherziger und mitfühlender Liebe

Von Maria Fischer, mit Material von Radio Vatikan •

“Die Glaubwürdigkeit der Kirche geht über den Weg barmherziger und mitfühlender Liebe, die neues Leben gibt und Mut macht, um mit Hoffnung in die Zukunft zu blicken“, schrieb Papst Franziskus am 18. Juli dem Generalkapitel der Dominikaner, die er gleichzeitig bittet, „Zeugen der Barmherzigkeit zu sein, diese in ihrem Leben zu bezeugen und zu verkörpern und Zeichen der Nähe und Zärtlichkeit Gottes zu sein, damit die heute Gesellschaft die Dringlichkeit von Solidarität, Liebe und Vergebung wiederentdeckt.“

Das sind nicht nur Worte. Es ist real. So real wie zwei Telefonanrufe des Papstes nach dem Attentat von Nizza.

Was kann ich machen?

Es blieb nicht beim Telegramm an Bischof André Marceau von Nizza, unterzeichnet von Kardinal Pietro Parolin und dem Aufruf nach dem sonntäglichen Angelus; der Bischof von Rom rief auch den Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi und den Vorsitzenden des „Französisch-Italienischen Freundeskreises“, Paoli Celi, an – persönlich.

In einem Interview mit der Journalistin Giada Aquilino von Radio Vatikan erzählt Paolo Celi über den Telefonanruf des Papstes:

„Ich habe diesen Anruf absolut nicht erwartet. Als ich den Hörer abnahm, hörte ich: ‚Paolo, ich bin Papst Franziskus.‘ Ich habe erst einmal gar nichts sagen können. Dann lud er mich einfach ein, der ganzen Stadt Nizza, allen Angehörigen der Opfer seine Botschaft der Solidarität und des Trostes zu übermitteln und fragte einfach: Was kann ich machen?

Hat der Papst gesagt, dass er die Angehörigen der Opfer treffen möchte?

“Wir haben auch über ein Treffen in Rom gesprochen – wir haben eine gute Weile telefoniert -; es soll bald sein, aber es gibt noch kein Datum.“

Vigil in Sydney, Australien

Der Papst hat auch mit dem Bürgermeister von Nizza gesprochen. Was denkt jemand nach so viel Leid, so viel Blutvergießen?

“Christian Estrosi hat wirklich grauenvolle Bilder gesehen. Der Heilige Vater hat ihm die für diese Situation nötige Energie geschenkt. Der Anruf des Heiligen Vaters hat Tausenden von Menschen Trost gegeben, die den Schmerz lindern. Das war wirklich enorm wichtig.“

Erinnern wir uns an die Worte von Papst Franziskus am Schluss des Angelusgebetes am Sonntag, dem 17. Juli, zwei Tage nach dem Attentat.

„Unsere Herzen sind noch erfüllt vom Schmerz angesichts des Massakers, das am Abend des vergangenen Donnerstags in Nizza viele unschuldige Leben, darunter auch das vieler Kinder, zerstört hat. Ich bin allen Familien und der ganzen französischen Nation nahe, die in Trauer ist. Gott, der gütige Vater, nehme alle Opfer in seinen Frieden auf, er stehe den Verletzten bei und tröste die Familienangehörigen. Er vereitle jeden Plan des Terrors und des Todes, auf dass kein Mensch mehr wage, das Blut seines Bruders zu vergießen. Eine väterliche und brüderliche Umarmung geht an alle Einwohner von Nizza und an die ganze französische Nation. Jetzt wollen wir alle zusammen beten und an dieses Blutbad, an die Opfer, an die Familienangehörigen denken. Zuerst beten wir in Stille… [Gegrüßt seist du, Maria…]

Noch in der Nacht des Attentates haben wir einen Artikel der Solidarität mit den Opfern von Nizza auf unserer schoenstatt.org veröffentlicht. Das ist nicht viel. Wirklich nicht. Eine kleine Anstrengung, ein Gebet, die Hoffnung, damit ein paar Schönstätter zu erreichen, ein winziges Zeichen, das Schweigen und Gleichgültigkeit bricht. Es ist ganz wenig. Aber viel mehr als gar nichts.

#prayfornice

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer, schoenstatt.org

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