Veröffentlicht am 2013-04-23 In Solidarisches Bündnis

Solidarisches Bündnis mit den Opfern der Überschwemmungen in Argentinien

mda. Aus den Schlagzeilen der Weltpresse wie auch der argentinischen Medien sind sie schon verschwunden: die verheerenden Überschwemmungen in Argentinien und vor allem in La Plata. Was bleibt sind Bilder der Zerstörungund einer beeindruckenden Solidarität, menschlicher Größe, die vielleicht keine Nachricht, aber reale Hoffnung ist. Unter den ersten, die Solidarität ausdrückten und spendeten, war der Heilige Vater. Mitglieder der Schönstatt-Bewegung Argentiniens schlossen sich, aufgerufen durch den Leiter der Schönstatt-Bewegung, Pater Javier Arteaga, dem Einsatz der Netzwerke der Caritas an. Mitarbeiter von schoenstatt.org organisierten eine Gebetskette von Spanien bis Chile, Deutschland bis Südafrika, Portugal bis Österreich… und sorgten dafür, dass das Anliegen am 6. April bei der Heiligen Messe „auf dem Weg nach 2014“ auf dem Altar des Urheiligtums war.

Überschwemmungen. Ein Wort. Oder das: “Meiner Mutter sind sieben kleine gerade geborene Hunde ertrunken, und sie hat fast ihre ganze Lebensgeschichte in Papieren, Fotos, handgeschriebenen Briefen von Menschen, die schon nicht mehr da sind verloren, Geburtsurkunden, Taufurkunden, Liebesbriefe von meinem Vater, Gedichte, Bilder aus unserer Kindheit, von Reisen, Zeichnungen, Zeugnisse, Aquarelle meines Vaters. Ein Teil der Intimität und Identität von jedem von uns. Alles nass, verwaschen und vom Wasser ausgelöscht…“

“Was für ein Leid… Wir müssen weiterbeten und für alle diejenigen beten, die noch mehr verloren haben, Angehörige, Freunde, oder die alles verloren haben und nicht das Geld haben, es wiederzubeschaffen. Ich biete mein Gnadenkapital an für alle, die leiden, im solidarischen Bündnis“, so Tita A. aus Wien, Österreich.

Spontane Solidarität

“Liebe Schönstattfamilie in jeder Diözese des Landes – wegen der riesigen Schäden, die das Unwetter gestern in Buenos Aires, der Metropolitanregion und besonders in La Plata angerichtet hat, brauchen wir jede mögliche Hilfe… Helfen wir!“, so Pater Javier Arteaga. Die geradezu gigantische Solidarität mit den von Unwetter und Überschwemmungen Betroffenen, die Zusammanarbeit aller: das sind Momente, in denen das Beste im Menschen (und auch das Schlechteste, wie Plünderungen und bürokratische Blockaden zeigten) erfahrbar wird, das was manchmal genauso viel Traum und Sehnsucht wie unmöglich scheint.

Die Solidarität ist riesig, berichtet eine Mitarbeiterin von schoenstatt.org: ”In Buenos Aires haben die Freiwilligen alle Hände voll zu tun; die meisten kommen spontan und bieten ihre Mitarbeit an, und verschiedene Netzwerke wie Un Techo para mi país, Caritas, Lebensmittelbank, Rotes Kreuz, Red Solidaria) organisieren die freiwillige Hilfe:  Kleidung sortieren, einpacken, Lastwagen beladen… V or der Kathedrale wurden sieben große Lastwagen mit acht Tonnen Spenden beladen. Eine Speditionsfirma hat den Transport mit ihren Wagen gestiftet, und viele Arbeiter und Angestellte kommen nach der Arbeit zum Helfen. Viele Leute, die Spenden bringen, bleiben da und packen mit an. Und das alles geschieht freiwillig aus der Bevölkerung heraus, während die Regierung noch über Zuständigkeiten streitet…

In einer sehr armen Gegend, Villa Elvira, sind die ärmlichen Behausungen schlicht und einfach verschwunden. Die starke Strömung hat sie mitgerissen. Und diese hat auch Menschen mitgerissen, von denen noch keine Spur gefunden ist. Auf dem Boden sieht man nur noch die Spuren der Fundamente. Und in einiger Entfernung dann angeschwemmte Reste von Wänden, Möbeln,  Kleidern… und weinende Menschen, Kinder. Der Staat kommt nicht bis hierhin, nur die Freiwilligen, die pausenlos und oft ohne an Schlaf zu denken arbeiten.

Im Stadtzentrum von Buenos Aires, wo die Angestellten eine Mittagspause haben, haben sie in den Büros Geld gesammelt und in der Pause die Supermärkte gestürmt. Sie haben Lebensmittel gekauft und Hygieneartikel, alles zur Kathedrale getragen, wo Lastwagen die Spenden nach La Plata bringen; die Caritas organisiert alles mit Hilfe von Hunderten von Leuten. Es gab eine mehrere Blocks lange Karawane von Autos, die alle darauf warteten, Spenden abzuliefern. Juan Carr, der Gründer von Red Solidaria, sagte, bisher seien Lebensmittel angekommen, die für ein Jahr lang viele Essensausgaben für Kinder sichern würden. Er bat auch, nicht nachzulassen mit der Hilfe, und auch mit dafür zu sorgen, dass alles am Ziel ankomme, es habe schon Überfälle gegeben auf die Lastwagen mit den Spenden. Bewegend ist dies: vor zehn Jahren wurde die Stadt Santa Fe ähnlich überschwemmt wie jetzt La Plata; aus dem ganzen Land kamen damals hochherzige Spenden. Aus Dankbarkeit haben die Bürger von Santa Fe jetzt eine sehr große Mengen an Lebensmitteln und Kleidung für die Opfer der Überschwemmungen in La Plata gespendet.

La Plata – dort gibt es ein Heiligtum, dort gibt es Schönstattfamilie:  La Plata sind wir alle

Das Heiligtum in La Plata ist unversehrt geblieben. Einige Schönstattfamilien hatten über 1,5 Meter Wasser im Haus und haben praktisch alles verloren. Unter ihnen ist Kuky Gonzales aus dem Familienbund, deren Mann erst vor wenigen Wochen während eines Raubüberfalls auf ihr Haus an einem Herzinfarkt verstorben ist… Maria Tedeschi, die für schoenstatt.org ins Italienische übersetzt, hatte „nur“ einige Tage keinen Strom. Darum kommt der Newsletter 2014 in Italienisch etwas verspätet.

Solidarität, so lautet eine der vielen Definitionen dieser Kraft, die uns mit Händen, Füßen, Geld und Gebeten anderen Menschen zu Hilfe eilen lässt, ist „dass wir in unserem Innern das Bewusstsein einer Menschheitsfamilie spüren und dass damit jeder Mensch uns Bruder oder Schwester ist“. Solidarität ist eine der Gnaden, die die Botschaft 2014 als „Gnade 2014“ erwartet. Es ist das solidarische Bündnis, Seele der Bündniskultur – Bündnis in erster Person Singular, denn Bündnis wird erst wirksam, wenn aus „irgendwer“ ICH wird.

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