rey roto

Veröffentlicht am 2022-01-03 In Gefängnispastoral

Der zerbrochene König ist auch bei der Krippe

P. Pedro Kühlcke, Paraguay •

Mit viel Mühe und Liebe hatten einige junge Gefangene in einem Teil des Jugendgefängnisses, in dem ich seit mehr als sieben Jahren als Seelsorger tätig bin, eine Krippe aufgebaut. Sie bauten eine ganze Laube aus ka’avove’i oder so ähnlich, schmückten sie mit allem, was sie finden konnten, und stellten alle Figuren aus einer alten Krippe hinein, die sie vor Jahren geschenkt bekommen hatten. —

Natürlich gab es auch die Könige, die von weit her kamen, um das Gotteskind anzubeten. Aber einer dieser Könige war zerbrochen, kaputt… Die Jungs kümmerten sich nicht darum, sie steckten ihn trotzdem in die Krippe, zerbrochen wie er war, in zwei Teile, neben die anderen Könige, die viel schöner waren.

Ich war erstaunt… Es war ein Symbol für diese jungen Menschen in Not, mit ihrem zerrütteten und zerbrochenen Leben, die aber mit so viel Zuneigung vor dieser bescheidenen und einfachen Krippe stehen. Es war auch ein Symbol für jeden von uns: Mit unserem realen Leben, mit unserer Zerbrochenheit, unseren Sorgen und Sünden, aber auch mit unseren Kronen als Kinder eines großen Königs können wir mit Liebe und Demut und ohne falsche Scham an der Krippe stehen.

rey roto

Auszug aus der Predigt in der Basilika von Caacupé, 02.01.2022, Feier des Dreikönigsfestes in Paraguay


Original: Spanisch, 2.1.2022. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

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