Veröffentlicht am 2020-09-07 In Haus Madre de Tuparenda, Projekte, Werke der Barmherzigkeit

„Es blieb alles hinter uns zurück, die Drogen, die Kriminalität, das schlechte Leben…“

PARAGUAY, Casa Madre de Tupãrenda / Maria Fischer •

Am 22. August, vor vier Jahren, öffneten sich die Türen der Casa Madre de Tupãrenda (CMT), dem Haus für Jugendliche, die das Erziehungszentrum (lies: Jugendgefängnis) Itauguá verlassen. Es war der lange gehegte Traum derjenigen, die Samstag für Samstag fest entschlossen waren, den Jugendlichen des Jugendgefängnisses einen Imbiss zu bringen. Bei jedem Besuch wurden sie von den Geschichten und Realitäten jedes einzelnen „drinnen“ ergriffen und waren Zeugen des häufigen „Kommen und Gehens“ der meisten Täter.  —

November 2019: P. Peter Kühlcke stellt Papst Franziskus die Gefängnispastoral und CMT vor

Wie soll man das bewerten? Wenn es um Menschenleben geht, besteht der große „Unterschied“ zwischen ihnen und uns darin, dass ihre Wiege woanders gestanden hat als unsere, in einer „fast parallelen Gesellschaft“, mit sehr harten Realitäten, an der Peripherie (um Papst Franziskus zu paraphrasieren). Wenn der Staat (d.h. das Justizsystem, Regierungsbehörden) ihnen nicht etwas anbietet, das sich von der Realität unterscheidet, die sie seit ihrer Kindheit kennen, wie kann man dann von ihnen erwarten, dass sie hinausgehen und vorbildliche Bürger sind, insbesondere wenn sie minderjährig sind? Dies war der Hauptgrund, warum CMT, die Casa Madre de Tupãrenda, im Schatten oder besser gesagt im Licht des Schönstattheiligtums von Tupãrenda entstanden ist, um diesen Jugendlichen die Möglichkeit zu bieten, ihre eigene Realität und damit ihre Umgebung zu verändern. Das Programm will sie in einen Prozess des Lernens und Verlernens von Gewohnheiten und Verhaltensweisen führen, positive Fähigkeiten fördern und sie anregen, neben den Berufen für die Arbeit auch andere Aspekte zu verbessern.

Das Wunder der Veränderung des Lebens

Als Ergebnis der gemeinsamen Anstrengungen vieler Sektoren (öffentliche Einrichtungen, Privatunternehmen und Wohltäter) sind es nun vier Jahre Arbeit, sind es 30 Jugendliche, die ihren Abschluss gemacht haben und über 20 weitere im laufenden Programm. Es gibt dreißig Familien, die es geschafft haben, Teil des Wunders der Veränderung des Lebens und der individuellen Anstrengung zu sein, die jeder dieser jungen Menschen durchmachte. Wir laden Sie ein, sich dieser großen Freude vier Jahre danach anzuschließen. Wir sind dabei, das „Unternehmen Madre de Tuparenda“ zu gründen, die offizielle Bäckerei, die das Programm unterstützen wird. Noch einmal möchten wir Gott und der Königin unseres Hauses, der Gottesmutter, und all denen danken, die jeden einzelnen der Menschen geführt haben, die in diesen vier Jahren ihr Körnchen Sand zu dieser edlen Sache beigetragen haben. In besonderer Weise danken wir für diejenigen, die ihre Zeit, ihre Arbeit, ihren wirtschaftlichen Beitrag, ihr Apostolat und ihre Gebete gegeben haben. Es bleibt uns nur noch, ihnen „Vielen Dank“ zu sagen, und Gott, der das Verborgenen sieht, wird es vergelten (Mt 6,4).

Zeuge der Veränderung

„Ein Rückblick auf diese vier Jahre ist wie ein Film, der im Zeitraffer abläuft, mit vielen Elementen einer Handlung, die Geschichten hat, die die Seele füllen“, sagt Lourdes Sola de Marín vom Exekutivrat von Fundaprova, dem rechtlichen Träger von CMT. „In diesen vier Jahren haben wir den Wandel im Leben so vieler Jungen begleitet und miterlebt. Der Wunsch, die Hartnäckigkeit und der Wille, ihr Leben zu verändern, ist sehr stark. Mehrere arbeiten bereits mit viel Stabilität und mit der Wertschätzung und dem Vertrauen ihrer Chefs, die beeindruckt sind, einen Angestellten zu haben, der trotz seiner Herkunft so viel Verantwortung trägt. Alles liegt hinter ihnen: Drogen, Kriminalität, das schlechte Leben. Die Möglichkeit, sie zu umarmen und sie zu ermutigen, diesem neuen Lebensstil zu folgen, ist unbezahlbar. Nur die Gottesmutter kann dieses Wunder der Verwandlung vollbringen, und wir danken all denen, die mit ihrer Unterstützung helfen können, Leben zu verändern“.

 

Bankverbindung:

Kontoinhaber: Schönstatt-Patres International e. V.
IBAN: DE91 4006 0265 0003 1616 26
BIC/SWIFT: GENODEM1DKM
VWZ: P. Pedro Kühlcke, Casa Madre de Tupãrenda

 

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