Veröffentlicht am 2020-07-15 In Kentenich, Projekte

Jubiläumstagung des Josef-Kentenich-Institutes

DEUTSCHLAND, Christian Schulze (Geschäftsführer des JKI) •

„Dankbar rückwärts, mutig vorwärts, gläubig aufwärts“ (Franz-Josef Strauß). Mit diesen Worten hatte der Präsident des Josef-Kentenich-Institutes (JKI), Spiritual Andreas Brüstle, zur Jubiläums-Jahrestagung des JKI auf den Berg Moriah eingeladen. Wie auch der geplante wissenschaftliche Kongress zum Thema Bildung fiel die Jahrestagung der Corona-Pandemie zum Opfer und wurde abgesagt. Umso schöner war es, dass Msgr. Dr. Peter Wolf, Gründungsmitglied und langjähriger Präsident des JKI, zu einer Jubiläums-Tagung an den Ort der Gründung des JKI eingeladen hatte.

Vom 6. Juli bis zum 8. Juli, dem eigentlichen Gründungstag des JKI, versammelten sich Gründungsmitglieder und heutige Leitungsverantwortliche des JKI im Schönstatt-Zentrum Marienfried in Oberkirch. Eine größere Gruppe ließen aktuell geltende Auflagen noch nicht zu. Als erste Gruppe nach der Wiedereröffnung des Hauses am 1. Juli 2020 wurden wir besonders herzlich willkommen geheißen. Der erste Abend stand ganz im Zeichen der Wiedersehensfreude. Nach Stationen am Heiligtum, der Mariensäule und einem Gebet bei der Vaterstatue klang der Abend bei guten Gesprächen, einem Glas Wein und mit dem herrlichen Blick von der Terrasse des Hauses aus.

Eine fünfzigjährige Geschichte im Blick

Am Dienstag standen zwei Vorträge und die Beschäftigung mit Texten von Pater Kentenich auf dem Programm. Vormittags berichtete Erzbischof em. Dr. Robert Zollitsch den Anwesenden vom Weg hin zur Gründung des JKI. Lebendig und mitreißend erzählte er von der Begeisterung, die die jungen Theologiestudenten bei der Lektüre der Schriften Pater Kentenichs spürten. Seine Reise, bei der er 1964 den im Exil lebenden Gründer traf, legte den Funken für die Gründung des Instituts. Es wurde deutlich, dass die wissenschaftliche Beschäftigung mit Schönstatt, dessen Ideen und seinem Gründer ganz im Sinne Pater Kentenichs war und ist.

Nachmittags berichtete Dr. Peter Wolf aus der 50-jährigen Geschichte des JKI. Ausgehend vom Ursprungsanliegen, die theologischen Aussagen Pater Kentenichs verstehend aufzunehmen und diese mit neueren theologischen Strömungen zu konfrontieren, beleuchtete er in seinem Vortag die verschiedenen Aktivitäten des JKI in fünf Jahrzehnten. Wissenschaftliche Publikationen, die Auseinandersetzung mit dem Werk Pater Kentenichs und den Ideen Schönstatts, ein vielfältiges Kursangebot in den Bereichen Theologie und Spiritualität, die Auslobung eines JKI-Preises für den wissenschaftlichen Nachwuchs, theologische Kongresse und nicht zuletzt der jährliche Studientag waren dabei nur eine Auswahl aus dem erfolgreichen Wirken des JKI.

Beide Vorträge sind auf der Seite des JKI (www.j-k-i.de) abrufbar (in Deutsch).

Aufgaben in der Zukunft

Im Anschluss an den Vortrag beschäftigten sich die Teilnehmer des Jubiläumstreffens mit Auszügen aus dem Josefsbrief (Anm. der Redaktion: Brief Pater Kentenichs an Prälat Josef Schmitz, veröffentlicht unter dem Titel: Das Lebensgeheimnis Schönstatts) und den Rom-Vorträgen Pater Kentenichs (Vorträge Pater Kentenichs in Rom, 1965). Dr. Wolf hatte zur Vorbereitung Auszüge identifiziert, die sich in besonderer Weise mit Pater Kentenichs Haltung zu wissenschaftlicher Arbeit für Schönstatt beschäftigten. Die Auseinandersetzung mit den Texten bildete die Grundlage für das Gespräch am kommenden Tag, in dem es um die Frage nach den zukünftigen Aufgaben des JKI gehen sollte.

Mit einer genussreichen Weinprobe, die die Winzerfamilie Vollmer, Mitglied des Familienbundes, zusammen mit ihrer Tochter, der derzeitigen Weinprinzessin von Oberkirch, für die Teilnehmer durchführte, endete der zweite Tag der Zusammenkunft.

Am Mittwoch wandten sich die Teilnehmer den zukünftigen Aufgaben des JKI zu. Einig war man sich, dass das JKI auch für die kommenden 50 Jahre genügend Aufgaben vor sich habe. So sei das Anliegen, die Theologie und Schönstatt in einen Diskurs mit der Gegenwart zu bringen, keineswegs erledigt. Viele Schätze sind noch unentdeckt und warten auf eine Aufarbeitung. Die Klärung und Erklärung schönstättischer Begriffe sei ebenso eine weiterhin wichtige Aufgabe. Auch die Pädagogik Pater Kentenichs habe der (Fach-)Welt noch viel zu sagen. An dieser Stelle sei schon heute auf den Kongress des JKI im kommenden Jahr verwiesen. Er steht unter der Fragestellung „Bildung wozu?“ und findet vom 21.-24. Oktober 2021 in Schönstatt statt.

Mit einer feierlichen Heiligen Messe, zelebriert von Erzbischof em. Dr. Zollitsch, und einem festlichen Mittagessen endete die Jubiläumstagung. JKI – ad multos annos.

 

Anm. der Redaktion:

Haben die durch die Veröffentlichung von Dr. von Teuffenbach aufgeworfenen Fragen um Pater Kentenich, die seit zwei Wochen innerhalb wie außerhalb Schönstatts Thema sind, auf der Tagung keine Rolle gespielt? Wie Prof. Dr. Joachim Söder als Vorstandsmitglied nach Rücksprache mit dem Präsidiumauf Anfrage der Redaktion von schoenstatt.org mitteilte, hat das JKI beschlossen, „nicht mit einer eigenen Stellungnahme an die Öffentlichkeit zu treten. Wir gedenken, bei dieser Linie zu bleiben.“

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