Veröffentlicht am 15. April 2019 In Projekte

„Vergesst nicht, die Leute in der Gegend zu besuchen.“

ARGENTINIEN, Carlos Daniel Barbagallo •

„Vergesst nicht, die Leute in der Gegend zu besuchen.“ Fast wie ein Vermächtnis klang ihre  Stimme, schwach und leise, aber mit der Entschlossenheit und Überzeugung derjenigen, die den Ruf Jesu empfangen, in den Ohren derjenigen, die sie im Sterben begleiteten. Ana Gamboa, Anfang 30,  beendete ihre Tage auf der Erde als Folge des Hopkins-Lymphoms. Es war im Jahr 1978.—

Ein Licht für die heutige Zeit

Vierzig Jahre später nehmen wir ihr Licht auf. Heute ist der Kontext anders, aber die Dunkelheit bleibt. Die Dunkelheit der schlechten Einkommensverteilung, Marginalisierung, Mangel an Arbeit und Wohnraum, extreme Armut, Verletzung und mangelnder Zugang zu vielen Rechten, insbesondere für Frauen. Heute spricht Ana weiter zu uns und hinterfragt unsere Selbstverständlichkeiten.

Dank des Raumes, den uns der Erzbischof von La Plata, Víctor Manuel Fernández, im Rahmen der Tätigkeit der Diözesansozialpastoral gegeben hat, haben wir zusammen mit Menschen aus anderen Bewegungen und Menschen guten Willens, die kommen, um Hilfe zu leisten, das Kulturzentrum Ana Gamboa eingeweiht, bewusst um den Tag des Gedenkens an Wahrheit und Gerechtigkeit, der an den Militärputsch vom 24. März 1976 erinnert. Dieses Zentrum ist speziell für die Begleitung von gefährdeten Frauen konzipiert. Mariel, Anas Schwester, sagte uns: „Ich denke, Ana hätte gerne hier gearbeitet.“

Mit der Kraft des persönlichen Ideals

Unser Bischof sagte uns bei der Einweihung des Ortes, dass Anas persönliches Ideal eine enorme Dimension hat, weil sie ihren Gefährten, die weit vom Glauben entfernt sind, nahe bleiben wollte, um bedürftigen Menschen in einem peripheren Stadtteil zu helfen und das Bewusstsein zu wecken, dass die religiöse Welt sich nicht entfremdet, sondern sich einmischt, auch wenn es manchmal Mal wehtun mag.

Wir glauben, dass Ihr Ideal für das heutige Argentinien sehr aktuell ist. Sie fordert uns heraus und verpflichtet uns, diesen Raum zu öffnen, in dem Workshops, Unterkünfte und Rechtsberatung angeboten werden, vor allem aber Begleitung von Frauen, deren Rechte verletzt wurden, und wo man so gleichzeitig versucht, den in unserer Gesellschaft so tief verwurzelten Machismus zu überwinden

In dieser jungen Frau sehen wir eine Botschaft, einen Schlüssel für Tausende von Frauen, die das Gesicht des leidenden Jesus haben.

Ana, die geistliche Tochter von Pater Josef Kentenich, hat viel zu sagen. Der Raum ist offen.

 

 

 

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Foto oben: Kathedrale von La  Plata, Diego Coppola, iStockGettyImages 688502504, licensed for schoenstatt.org

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