Schoenstatt-TV

Veröffentlicht am 5. Oktober 2018 In Projekte

Ein Loblied auf die Arbeit von Schoenstatt-TV

DEUTSCHLAND, Mary Cole •

Vor einigen Monaten wurde ich eingeladen, Schoenstatt-tv bei den Liveübertragungen bei den Feiern zum Heimgang Pater Kentenichs vor 50 Jahren zu helfen, und ich stimmte gerne zu. Schoenstatt-tv war ein „Baby“  von Agathe und Hildegard Hug und entstand im Jahr 2008. Hildegard Hug starb ganz plötzlich Ende Januar 2015, und das Werk wird von ihrer Schwester, ihren Brüdern und ihrer Nichte sowie mit Hilfe einiger Freunde fortgesetzt. Ein absolutes Familienprojekt. –

Bis jetzt hatte ich nicht wirklich einen Einblick über den Aufwand, diese Ereignisse live zu übertragen, und ich dachte, dass die Teilnehmer der Übertragungen vielleicht Freude daran hätten, die Feiern in Deutschland aus dieser Perspektive betrachten zu können.

Ein Herz für das Urheiligtum

Meine erste Einführung war die Spendenaktion für die Renovierung des Urheiligtums, die von Schoenstatt-tv durchgeführt wurde.  Nach zwei großen Überschwemmungen musste das Mauerwerk des Heiligtums völlig getrocknet und wasserdicht gemacht werden. Auch musste ein Hochwasserschutz hergestellt werden. Schließlich befindet sich das Heiligtum am tiefsten Punkt eines engen Tals, das von Hügeln umgeben ist. Die Bänke mussten als Folge der Wasserschäden und  der Altersspuren erneuert werden.

Der größte Kostenfaktor wird jedoch die Installation neuer Technologien sein, die es Schönstättern in aller Welt ermöglichen, das Heiligtum zu besuchen, wo immer sie sind. Wegen der Tiefe des Tals ist auch der Satelliten-Kontakt nicht perfekt, darum müssen Kabel gelegt werden zwischen dem Urheiligtum und der Sakristei, wo die notwendige Infrastruktur schon installiert ist. Die Beleuchtung muss auch verbessert werden. So ist es gut zu verstehen, warum Schoenstatt-tv sich für die Spendenaktion für die technische Ausrüstung einsetzt.

Also haben Frau Hilde Hug und ich (die Oldies) die Aufgabe bekommen, alle, die das Heiligtum besuchen, um eine einmalige Spende zu bitten. Karten wurden gedruckt in Deutsch, Englisch und Spanisch, mit der Bankverbindung zu einem eigenen Konto für diesen Zweck. Jeder, der gespendet hat, bekam eine Wäscheklammer, an der ein kleines Herz befestigt war: Ein Herz für das Heiligtum.

Einige wollten vielleicht eine größere einmalige Spende für die Renovierung des Urheiligtums geben. Die Bankverbindung stand dafür auf der Karte.

Kilometer von Kabeln in der Pilgerkirche und in der Anbetungskirche

Am Mittwoch, dem 12. September um 9 Uhr parkten mehrere Autos, beladen mit Kilomentern von  Kabeln und Ausrüstung vor der Pilgerkirche. Das „Kontrollzentrum“ wurde in einem der Beichtstühle eingerichtet, und alle Kabel mussten von hier ausgehen. Um zu verhindern, dass Leute stolperten, mussten die Kabel so weit wie möglich an den Wänden entlang und dann durch die Stuhlreihen gezogen werden, wo die unterschiedlichen Kameras angebracht waren. Jede Kamera hatte ein Ton- und ein Elektrokabel. Sobald sie an Ort und Stelle und getestet waren, mussten wir sie mit Klebeband am Boden befestigen oder in den Gängen mit Matten abdecken.

Die  Heilige Messe um 10.30 Uhr beendete alle Aktionen und wurde unsere Messe an diesem Festtag. Wir waren dankbar für die Pause! Alles war zur Mittagszeit fertig und gesichert. Direkt nach dem Mittagessen mussten die Kamera- und Techniker-Teams zur Kirche zurückkehren,  um das gesamte System durchzutesten. Es wurde spät abends bevor die Hauptprobleme ausgebügelt worden waren.

Am Donnertag begannen wir noch früher. Um 8 Uhr waren die Autos vor der Anbetungskirche geparkt, und wir begannen, alles in die Kirche zu tragen. Das „Kontrollzentrum“ wurde in der Nähe des Hauptschaltkastens außerhalb der Gründerkapelle eingerichtet. Von dort aus mussten Kabel gelegt werden zu allen vier Ecken der Kirche und zur Gründerkapelle, einschließlich der schallgeschützten Kabinen für die Übersetzer. Können Sie sich vorstellen, wie lang diese Kabel waren? Wieder musste sorgfältig darauf geachtet werden, diese zu sichern, sodass niemand über die Kabel stolpern könnte. Mir wurde bewusst, was diese ganze Ausrüstung gekostet haben musste und wunderte mich darüber, wie die Familie Hug das alles finanziert hat (sie finanzieren das über Spenden, Anm. der Redaktion). Die Männer waren emsig damit beschäftigt, die Tribünen für die großen Monitore außerhalb der Kirche aufzustellen, und wir mussten auch dahin Kabel bekommen. Genau vor dem großen MTA-Bild in der Kirche gab es einen Wald von Ständern für die Mikrofone für den Chor. Alle diese Kabel wurden genau vor der ersten Bank an ein riesiges Steuerpult angeschlossen. An dem Tag hatten wir ein Picknick vor der Kirche, dann ging es weiter mit der Arbeit und dem Austesten bis spät in die Nacht. Wir „Oldies“ gingen nach Hause, als unsere Arbeit am Nachmittag getan war. Die Fachleute bekamen sehr wenig Schlaf.

Am Freitag gab es ein neues Problem, denn die Satellitenschüssel, die für 2014 gekauft worden war, konnte nicht benutzt werden. Ich weiß nicht, wie das Problem gelöst worden ist, aber es muss eine Lösung gegeben haben, denn alle konnten verfolgen, was in der Pilgerkirche geschah. Meine Freunde haben wieder bis spät in die Nacht gearbeitet.

Keine Zeit, nicht einmal für Fotos

Am 15. September hatten wir Frühstück um kurz nach 5 Uhr, denn die Kameras und andere Geräte mussten für die Messe um 7 Uhr mit Weihbischof Gerber in der Anbetungskirche aufgestellt sein. Anfangs dachten die Organisatoren, es würden nicht zu viele dort sein, aber die Kirche war überfüllt und die Überzähligen mussten in die Aula unter der Kirche geschickt werden. Alles wurde auch hier übertragen. Zu genau der Zeit, als P. Kentenich starb, herrschte Schweigen. Sie hätten eine Stecknadel fallen hören können. Die Messe selbst wurde zu der gleichen Zeit gefeiert, in der er die Messe am 15. September 1968 gefeiert hat. Erst  danach haben wir herausgefunden, dass das mit der Schweigeminute zu Beginn der Messe möglich war, weil die Sommerzeit 1968 noch nicht eingeführt war.

Unmittelbar nach der Messe mussten wir die Kameras, Computer und Stative schnappen und zur Pilgerkirche herunterrasen, wo das TV-Team sich wieder aufstellte und testete, dass alles in Ordnung war. Wir beiden „Oldies“ gingen so schnell wir konnten zum Urheiligtum und begannen mit unserer Aufgabe, Geld für das Urheiligtum zu sammeln. Als alle anfingen, sich in Richtung Kirche zu bewegen, packten wir unsere Sammelbüchsen zusammen, verstauten sie sicher in der Sakristei und machten uns auf den Weg zur Kirche für die Messe mit Erzbischof em. Zollitsch. Als wir ankamen, war auch der Bereich vor der Kirche voll, und ich glaubte nicht, dass wir noch einen Platz finden würden. Aber Hilde fand ihren Mann an einem Kamerapoint und neben ihm waren zwei Plätze reserviert für „schoenstatt-tv“. Jeder Job hat seine Vorteile!

Nach der Messe kehrten wir zu unseren Sammelbüchsen zurück und aßen schnell ein Lunchpaket, während das Kamera-Team die Kameras, Computer etc. für die Feier am Nachmittag zur Anbetungskirche zurückbrachten. Sobald die Menge in und um das Heiligtum sich verlief, hatten wir eine Mitfahrgelegenheit auf den Berg und fanden unsere Plätze für die Feier am Nachmittag. Wieder war die Kirche randvoll, mit den Überzähligen im Vortragsraum, und vor der Kirche, wo man alles auf den Bildschirmen verfolgen konnte. Wir beteten, dass nichts Ungewöhnliches passieren möge, und unsere Mutter sorgte vollkommen.

Als die Menge die Kirche verlassen hatte, begann unsere Arbeit. Wir mussten alle Kabel und Geräte einsammeln. Wir erfuhren, dass jedes Kabel, alle 50 Meter oder länger, sorgfältig aufgerollt werden mussten und zwar so, dass sie beim nächsten Mal sofort ohne Verwicklungen oder Probleme benutzt werden konnten. Jedes Kabel musste gesichert werden, und die geliehenen Kabel mussten für die Rückgabe zur Seite gelegt werden. Wir kamen an diesem Abend nach 21 Uhr zu Hause an, zu müde zum Reden. Aber auch glücklich und dankbar, dass alles so gut gegangen war. Agathe Hug zauberte das Abendessen herbei! Wir erfuhren, dass die Kamera-Teams seit dem Frühstück nichts gegessen hatten.

Am Sonntag war nur das Pontifikalamt mit Kardinal Marx, dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz. Während sich die Kamera-Teams in der Pilgerkirche aufstellten, sammelten wir weiter für das Urheiligtum. Zu meiner Überraschung kam der Kardinal ganz allein an und stand einige Zeit an der Tür zum Heiligtum, denn dort war eine Messe für eine portugiesische Gruppe, die auf dem Weg nach Gymnich war. In seiner Predigt erinnerte er uns daran, dass er Bischof von Trier gewesen ist, bevor er nach München versetzt und Kardinal wurde, daher kannte er Schönstatt gut.

Nach der Messe musste das Kamera-Team zum Kentenich-Haus eilen für den Empfang mit dem Kardinal, und uns „Oldies“ sagte man, wir könnten nach Hause gehen und Mittagessen.

Die Marienbrüder sammelten freundlicherweise die Kabel in der Pilgerkirche ein. Herr und Frau Hug mussten an dem Nachmittag heim nach Süddeutschland, denn am Montag begann die Traubenernte, aus denen der neue Wein gemacht wird. Es machte mir noch mehr bewusst, dass  „schoenstatt-tv“ das Werk von Freiwilligen ist, die in der übrigen Zeit ein sehr arbeitsreiches Leben haben. Nach dieser Erfahrung werde ich alles, was von schoenstatt-tv  kommt, viel mehr schätzen. Es ist ein Werk der Liebe. Nur Gott und seine Mutter können die daran Beteiligten belohnen.

Webseite von Schoenstatt-TV

Die Aufzeichnungen der Liveübertragungen vom 15. und 16. September in Schönstatt, Deutschland, befinden sich in der „Mediathek“ von Schoenstatt-TV. Auf der Webseite befinden sich auch die Kontoverbindungen für Spenden.

Foto oben: Schönstätter in Südafrika verfolgen die Übertragung der Feiern in Deutschland. Foto: Sarah-Leah Pimentel

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